Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie
Petra Weber
Hildegard Hamm-Brücher
Eine Biographie
ISBN: 978-3-86331-843-7 | 720 Seiten; 50 Abbildungen | Hardcover | 39,– Euro
Als Hildegard Hamm-Brücher Ende 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik, die als mutige Einzelkämpferin für viele Frauen und Männer zum Vorbild geworden war. Die Tochter aus großbürgerlichem Haus, die während der NS-Diktatur als „Halbjüdin“ unter wachsender Ausgrenzung litt, agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte. Petra Weber bringt uns in ihrer spannend, auf der Grundlage vieler neuer Quellen geschriebenen Biographie eine liberale Politikerin nahe, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch zornig, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah.
Der Traum von der Großmacht. Frankreich: Deutschlands schwieriger Nachbar
Klaus Kellmann
Der Traum von der Großmacht
Frankreich: Deutschlands schwieriger Nachbar
ISBN: 978-3-86331-832-1 | 647 Seiten | 26,– Euro | Hardcover
Was wird Europa im 21. Jahrhundert sein, ein Global Player oder Zaungast der großen Weltläufe? Die Antwort hängt entscheidend von Deutschland und Frankreich ab. Ihre Rivalität führte zur Entfesselung von zwei Weltkriegen, ihre Aussöhnung und Freundschaft nach 1945 zum Frieden und zur europäischen Integration. Klaus Kellmann verschweigt diese Erfolgsgeschichte keineswegs, aber er analysiert auch schonungslos ihre Schattenseite. Da passt einiges nicht mehr zusammen. Wieder einmal ist die Achse Berlin–Paris, die Synergie und das Potenzial beider Nationen, der einzige Ausweg aus der Krise, aber nur um den Preis der tatsächlichen Gleichberechtigung. Misslingt dies, droht nicht nur den beiden Staaten, sondern ganz Europa der Absturz in die Zweitklassigkeit und Abhängigkeit, ja in die Bevormundung durch die Vereinigten Staaten von Amerika und China.
Present Past . Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen
Johannes Spohr (Hrsg.) unter Mitarbeit von Claudia Krieg
Present Past
Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen
ISBN: 978-3-86331-815-4 | 244 Seiten | 22,– Euro
Zehn Geschichten, zehn Wege: Nachfahren berichten, wie sie zum Nationalsozialismus in der eigenen Familie recherchiert haben, was sie herausgefunden haben und wie sie mit den Erkenntnissen umgehen. Sie geben damit Einblick in persönliche Erinnerungspraktiken einer wachsenden Minderheit in der deutschen Gesellschaft. Ergänzt werden die Erfahrungsberichte durch Beiträge, die gesellschaftliche Entwicklungen zum Thema sowie Neuerungen in den Archiven darstellen. Ein Ermutigungsbuch für alle, die sich auf die Suche begeben wollen.
Der Berliner Asyl-Verein für Obdachlose
Winfried Ripp
Der Berliner Asyl-Verein für Obdachlose
Die Auseinandersetzung um die Obdachlosigkeit im Kaiserreich
ISBN: 978-3-86331-844-4 | 424 Seiten; 35 Abbildungen | 26,– Euro
Obdachlosigkeit war das zentrale soziale Problem im Kaiserreich und galt als Straftat. Friedrich von Bodelschwingh dominierte die Debatte über den Umgang mit Wanderarmen und Obdachlosen. Er wollte sie mit Kontrolle, Missionierung und Zwangsarbeit „bessern“. Dem Berliner Asyl-Verein für Obdachlose hingegen ging es um gelebte Humanität und Entkriminalisierung. 1868 gegründet von wohlhabenden Bürgern, hatte er bis zu 4000 Mitglieder – nicht nur Prominente wie Rudolf Virchow und den Sozialdemokraten Paul Singer. Seine Asyle garantierten Anonymität und hatten einen hohen hygienischen Standard, wie die „Wiesenburg“, die als das weltweit modernste Asyl galt. Sein Konzept rief zahlreiche Gegner auf den Plan, an vorderster Front Friedrich von Bodelschwingh.