Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2026

 29.00

Schwerpunkt: Von der Internationale zur »Völkerfreundschaft«. Transnationalität im Kommunismus des 20. Jahrhunderts
Herausgegeben von Ulrich Mählert und den Gastherausgebern Marcel Bois, Christian Dietrich und Rhena Stürmer im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Getragen von der Idee einer bevorstehenden Weltrevolution, gewann der Kommunismus in den 1920er-Jahren international an Anziehungskraft. Die Mitglieder der Kommunistischen Internationale diskutierten, organisierten und reisten über Ländergrenzen hinweg – Transnationalität war gelebte Praxis. Doch im Stalinismus der 1930er- und 1940er-Jahre wandelte sich ihr Charakter. Transnationalität war nicht länger Selbstverständnis, sondern Mittel zum Zweck: Die kommunistischen Parteien wurden zu Instrumenten sowjetischer Außenpolitik, die Komintern schließlich 1943 aufgelöst.
Nach 1945 traten diplomatische Routinen und ritualisierte Solidaritätsformen an die Stelle eines kämpferischen Internationalismus. Die Revolution wurde sesshaft. Das Jahrbuch folgt den Spuren dieser Entwicklung in Europa und im Globalen Süden. Es erzählt von Weltrevolutionären und Revolutionstouristen, beschreibt Exilgemeinschaften und Wissenstransfer und schildert, wie aus spontaner transnationaler Solidarität staatlich kontrollierte »Völkerfreundschaft« wurde.

Zu den Herausgebern des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2026

Marcel Bois, Dr. phil. 1998 bis 2004 Studium der Geschichte, Soziologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Konstanz und Hamburg, 2014 Promotion an der Technischen Universität Berlin mit der Studie: Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung, Essen 2014, 2. Aufl. 2016. Von 2016 bis 2018 Forschungsstipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung, seitdem in unterschiedlichen Funktionen an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg tätig, zudem 2025/26 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen; Lehraufträge am Historischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum und am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg.

Christian Dietrich, Dr. habi. Studium der Soziologie, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2012 Promotion an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über die frühen Jahre des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. 2020 Habilitation an der Europa-Universität Viadrina mit der Studie: Im Schatten August Bebels. Antisemitismusabwehr als Republikschutz 1918–1932, Göttingen 2021. Privatdozent an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Rhena Stürmer, Dr. phil. Studium der Geschichte, Kulturwissenschaften und Kulturgeschichte an der Freien Universität Berlin und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Von 2018 bis 2024 Promotion an der Viadrina, 2018 bis 2022 Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung, seit Oktober 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für die Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts der Universität Leipzig. Aktuell entwickelt sie ein Habilitationsprojekt zur Gesellschaftsgeschichte des Sozialkonstruktivismus.

Ulrich Mählert, Dr. phil. 1987 bis 1992 Studium der Politischen Wissenschaft, Anglistik und Germanistik, 1994 Promotion zur Geschichte der Freien Deutschen Jugend und bis 1998 Mitarbeiter eines internationalen Forschungsprojekts an der Universität Mannheim zur Geschichte der Parteisäuberungen im Kommunismus. 1998/99 Konzeption und Realisation „Geschichtsforum 1949 – 1989 – 1999. Getrennte Vergangenheit – gemeinsame Geschichte“ vom 28. bis 30. Mai 1999 im Preußischen Landtag und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1999 als Mitarbeiter der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in unterschiedlichen Leitungsfunktionen: bis 2020 Arbeitsbereich Wissenschaft, von 2020 bis 2025 Arbeitsbereich Jahresausstellungen und Kommunismusgeschichte, seit 2026 Abteilung Kommunikation. Leitender Herausgeber des Jahrbuches für Historische Kommunismusforschung sowie Initiator und Redakteur der Website www.kommunismusgeschichte.de. Publikationen zur Geschichte der DDR, der Entwicklung des deutschen und internationalen Kommunismus sowie zur gesamtdeutschen Erinnerungskultur.

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