Das Weltreich zu Hause. Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus

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Als Marinestandort war Wilhelmshaven seit dem späten 19. Jahrhundert stark in die imperiale Expansion des Deutschen Reiches eingebunden. Leon Biela untersucht für die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg, wie die zivile Stadtgesellschaft diese Verbindungen mit dem Weltreich erlebte und sie sich aktiv aneignete. Die Wilhelmshavener:innen verschränkten den deutschen Imperialismus mit ihren lokalen Lebens- und Gedankenwelten und machten ihn zu einem zentralen Element der Aushandlung stadtgesellschaftlicher Identität. Die Studie zeigt, wie ortsspezifische Deutungs- und Handlungsweisen des Imperialen entstanden, die sich tief in die Stadtgeschichte einschrieben. Mit dieser Perspektive leistet sie einen Beitrag zu der Frage, wie Imperialismus und Kolonialismus „vor Ort“ wirkten.

Leon Biela ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte der Universität Freiburg.

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Imperialismus prägte Wilhelmshavens Identität
Interview: Leon Biela beleuchtet in seinem Buch, welche Spuren der Imperialismus in der Stadtgeschichte hinterlassen hat
Von Kea Ulfers, in: Wilhelmshavener Zeitung, 1. August 2026, S. 4

Interview mit Historiker Leon Biela
„Wilhelmshaven hat durch einen offenen Umgang mit der Vergangenheit nichts zu verlieren“
Vom maritimen Spektakel im Hafen bis zur kolonialen Unterhaltung im Alltag: Koloniale Denkmuster prägten die Lebenswelt der Wilhelmshavener. Historiker Leon Biela beleuchtet in seinem Buch, welche Spuren der Imperialismus in der Stadtgeschichte hinterlassen hat und erklärt, weshalb ein kritischer Blick auf die Vergangenheit die Stadt auch bereichern kann.
Interview von Kea Ulfers mit Leon Biela, in: NWZonline (+), 4. August 2026

„Wilhelmshaven zwischen Weltreich und Stadtidentität“
Rezension von Franziska Zarden, in: Nordwest-Heimat (Beilage zur Nordwest-Zeitung), 16. Juli 2026, S. 3f.
Aus der Rezension von Franziska Zarden:
„Die Leseerfahrung ist angenehm abwechslungsreich. […] Leon Biela zeigt eindrücklich, dass Imperialismus in Wilhelmshaven keine Randerscheinung war. Vielmehr prägte er das Selbstverständnis der Stadtgesellschaft nachhaltig und wirkte über seine eigentliche politische Hochphase hinaus fort. So gelingt dem Autor nicht nur eine regionale Fallstudie, sondern ein spannender Blick darauf, wie globale Machtvorstellungen lokale Identitäten formen können.“

„Das Weltreich zuhause – Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus“
Die meisten Städte in Deutschland haben ihren Ursprung in alten Handelsplätzen, Flussüberquerungen oder gar in römischen Außenposten. Einige von ihnen entstanden aber deutlich später und für einen speziellen Zweck: Wolfsburg in den 1930er Jahren als Produktionsstätte für den später als VW Käfer bekannten „KdF-Wagen“ der Nationalsozialisten, Eisenhüttenstadt in den 1950ern als Planstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost der DDR und auch Wilhelmshaven ist ein Zweckbau, für die Marine nämlich. Seit der Entstehung im späten 19. Jahrhundert ist die Jadestadt eng mit der deutschen bewaffneten Seefahrt verbunden – und damit auch mit dem deutschen Imperialismus. Diese eher selten beleuchtete Facette der Stadtgeschichte hat der Historiker Leon Biela unter die Lupe genommen. Jan Bredol berichtet.
Interview von Jan Bredol mit Leon Biela, Radio Jade, 16. Juli 2026

Historiker Leon Biela über Kolonialismus
„Wilhelmshaven war direkt in eine Infrastruktur der Gewalt eingebunden“
Wilhelmshaven war einst ein Zentrum des deutschen Imperialismus. Der Historiker Leon Biela untersucht in seinem Buch, wie eng die Stadt mit Kolonialismus und Gewalt verflochten war.
Interview von Lukas Klus mit Leon Biela, in: Nordwest-Zeitung Online (+), 9. Juli 2026

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