€ 24.00
Voraussichtlicher Erscheinungstermin: 31. August 2026
Schriftenreihe zur Geschichte des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Band 10
Fußballbegeisterter Demokrat und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime – die Biografie des aus gutem Hause stammenden Antifaschisten Willi Buisson ist ungewöhnlich: 1933 musste der Sozialdemokrat aus München fliehen. Schutz suchte er in der tschechoslowakischen Republik. In den Jahren zuvor hatte sich der gelernte Apotheker im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold engagiert, einer einzigartigen Massenorganisation zum Schutz der Weimarer Republik. Daneben war Buisson im Vorstand des FC Bayern München zeitweise als „Vergnügungswart“ besonders aktiv.
Auf Grundlage bislang unbekannter Quellen werden Buissons vielfältiges Engagement vor 1933 und sein Widerstandskampf aus dem Exil dargestellt. Bei seinen Aktivitäten schwebte er ständig in Lebensgefahr. 1938 verhaftet und bald vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt, endete Buissons berührender Lebensweg 1940 in Berlin-Plötzensee. Lange vergessen, schildert der Autor die „Wiederentdeckung“ des couragierten Widerstandskämpfers durch Fußballfans und die Münchner Stadtgesellschaft.
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Rüdiger Zimmermann, geboren 1946, studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Geografie an der Technischen Universität Darmstadt und war Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. Promotion 1976 bei Arcadius Gurland über den linkskommunistischen Leninbund. 1977 Assessorexamen am Bibliothekar-Lehrinstitut Köln; ab 1977 Fachreferent in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Von 1996 bis zur Pensionierung Oktober 2011 Leiter der Bibliothek. Von 1998 bis 2011 Vorstandsmitglied der International Association of Labour History Institutions.
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Das Leben von Willi Buisson
Der Mann, der ein Nazilokal mit roter Farbe beschmieren ließ und unter dem Fallbeil endete
Willi Buisson, ehemaliges Vorstandsmitglied des FC Bayern, wurde 1940 wegen Landesverrats hingerichtet. Eine neue Biografie zeichnet sein abenteuerliches Leben nach.
Von Andreas Meyhoff, in: DER SPIEGEL 34/2026, S. 104–106 (SPIEGEL ONLINE +)
Aus dem Artikel:
„[Die Dokumente] zeichnen das Bild eines Mannes, der sich den Nationalsozialisten kompromisslos entgegenstellte, weil er früh voraussah, was sie anrichten würden. […]
[Willi Buissons] Leben wirkt wie ein Roman, es steht für die Frage, was möglich gewesen wäre, wenn es mehr Menschen seines Charakters gegeben hätte. Hätten sie die Machtübernahme der Nationalsozialisten verhindern können? Niemand war gezwungen, der NSDAP beizutreten oder ihre Politik zu unterstützen. Nur wenige brachten den Mut auf, ihr entgegenzutreten.“
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