€ 29.00
HISTORISCHE DEMOKRATIEFORSCHUNG, Band 28
Paul Löbe ist vorwiegend als Vizepräsident in der Weimarer Nationalversammlung 1919 und als Präsident des Deutschen Reichstags zwischen 1920 und 1932 bekannt. Zuvor avancierte er vom Schriftsetzer zum Chefredakteur des SPD-Organs „Volkswacht“ in Breslau und nahm in seiner Herkunftsregion kommunale und regionale Mandate wahr. Die auch von politischen Gegnern als kompetent anerkannte parlamentarische Sitzungsleitung machte aber nur einen Teil von Löbes Wirken aus. Er schrieb weiterhin Kommentare zum polarisierten Zeitgeschehen und hielt Reden über viele Themen von alltäglichen bis zu europäischen Problemen. Unter dem NS-Regime war er – wie schon im Kaiserreich wegen kritischer Artikel – mehrfach in Haft. Den ersten Bundestag eröffnete Löbe 1949 in Bonn als Alterspräsident mit einer viel beachteten Ansprache. In seiner neuen Heimatstadt (seit 1919) Berlin war er zuvor Mitlizenzträger der auflagenstarken Tageszeitung „Telegraf“ geworden und engagierte sich bis ins hohe Alter vielfältig politisch.
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Buchtipp: Neue Biografie über Paul Löbe
Überlebenskampf im Hohen Haus
Von Dirk Hentschel, in: General-Anzeiger Bonn (+), 23. Januar 2026
Aus der Rezension von Dirk Hentschel:
„Volker Stalmanns Biografie über den ‚sanften Sozialdemokraten‘ Paul Löbe (1875–1967) ist eine wahre Fundgrube solch aufschlussreicher Szenen [wie der über die Abstimmung zum Ermächtigungsgesetz], die (ohne historische Verkürzung) auch ins Heute weisen. Stellen sich doch auch 2026 scheinbar verschüttete Fragen plötzlich erneut: Wie anfällig sind Teile der politischen Mitte für Scheinlösungen von rechts? Wie stehen politische Kreise (etwa in der Ost-CDU) zur rechtsextremen AfD? Wie begegnen Demokraten all dem im Parlament wirksam? Dieser Kampf für (und um) die Demokratie war es nämlich, der auch Löbes politisches Leben prägte – und der dieses gründlich recherchierte und stilistisch gelungene Buch atemberaubend aktuell macht.“
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