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Reihe ZeitgeschichteN, Band 29
Als Telefonistin in einem Berliner Luxushotel erlitt Irma Lahne (1908–1992) im Alter von 26 Jahren Ende 1933 einen Nervenzusammenbruch. Sie wurde als schizophren diagnostiziert, und in der Folge verurteilte ein Erbgesundheitsgericht sie auf der Basis des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ dazu, sich sterilisieren zu lassen. Nach dreieinhalb Jahren Gefangenschaft in der psychiatrischen Landesanstalt Görden bei Brandenburg wurde sie im Herbst 1937 in einem Berliner Krankenhaus zwangssterilisiert. Ihr Fall ist in Irma Lahnes Antrag auf Entschädigung, in der psychiatrischen Krankenakte und in Familienerinnerungen überliefert.
Verena Dohrn erzählt Irma Lahnes Geschichte mehrstimmig: Sie spricht ihre Großcousine in Briefen an, kommentiert und kontextualisiert. Der Arzt kommt in der Krankenakte zu Wort, Irma Lahne in Schreiben aus ihrem Antrag auf Entschädigung und in Briefentwürfen, die der Krankenakte beiliegen.
Verena Dohrn ist Historikerin und Autorin mit dem Schwerpunkt Jüdische Geschichte und Kultur im östlichen Europa. Veröffentlichungen: Die Kahans aus Baku. Eine Familienbiographie (2018); „… die Nacht hat uns verschluckt“. Poesie und Prosa jüdischer Migrant*innen im Berlin der 1920 und 30er Jahre (Mithrsg., 2018); Jüdische Eliten im Russischen Reich (2008); Simon Dubnow: Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken, 3 Bde. (Hrsg., 2004/05); Baltische Reise (1994); Reise nach Galizien (1991).
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