Klaus Kellmann
Der Traum von der Großmacht
Frankreich: Deutschlands schwieriger Nachbar
ISBN: 978-3-86331-832-1 | 647 Seiten | 26,– Euro

Rezension von Claus-Peter Clostermeyer, in: Das Forum. Zeitschrift der Gesellschaft der deutschen Ehemaligen der ENA und des INSP, Ausgabe 35 / April 2026

Aus der Rezension von Claus-Peter Clostermeyer:
„Mit profundem Faktenwissen und viel Liebe zum Detail, aber auch meinungsstark, wird fast enzyklopädisch eine Geschichte Frankreichs im Lichte des deutsch-französischen Verhältnisses vom fin de siècle bis in neueste Zeiten ausgebreitet. […] Trotz äußerst umfangreicher Literaturhinweise ist das Buch alles andere als eine wissenschaftliche Abhandlung. Es ist durchweg spannend zu lesen, wenn man den mitunter verschlungenen innen- und außenpolitischen Pfaden folgt. […] In der Summe ein materialreiches Werk, das “gegen den Strich bürstet” und jenseits von Sonntagsreden die Entwicklungen in Frankreich in ihren langen Linien in den Blick nimmt. Solche Kenntnisse und Sensibilität für die französischen Befindlichkeiten sind in Deutschland angesichts der veränderten Weltlage mehr denn je notwendig.“

Rezension, in: Bibliomaniacs.de, 26. April 2026

Nicht mehr beste Freunde
Wenn Versöhnung nach 1945 in Gleichgültigkeit umschlägt – Klaus Kellmann zeichnet eine brillante Nachbarschaftsstudie zwischen Deutschland und Frankreich. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, selbst wenn die Hauptthese des Historikers recht verwegen klingt.
Von Stefan Ulrich, in: Süddeutsche Zeitung | Das Politische Buch | 9. März 2026 | SZ Plus

Aus der Rezension von Stefan Ulrich

„[…] das voluminöse, kundige und faktenreiche Werk des Historikers Klaus Kellmann [kommt] zum richtigen Zeitpunkt. Es beginnt mit der Dreyfus-Affäre Ende des 19. Jahrhunderts und zeichnet das konfliktreiche Verhältnis der beiden Nachbarländer mit einer enormen Fülle an Ereignissen und Quellen bis in die Gegenwart nach. Dazwischen liegen zwei Weltkriege und eine Versöhnung, die mittlerweile in genau die Gleichgültigkeit umzuschlagen droht, vor der Macron warnt. Dagegen schreibt Kellmann an. Der Autor tut dies nicht im trockenen Duktus mancher deutscher Akademiker, sondern in einem prägnanten, eingängigen, beispielreichen Stil, wie man ihn oft von angelsächsischen Sachbuchautoren kennt. Zudem reichert er seinen Text mit gelungenen Kurzbiografien an, von französischen Politikern, Künstlern oder Schriftstellerinnen. Das macht die Lektüre mehr zum Vergnügen als zur Arbeit – es sei denn, man ist dezidiert frankophil eingestellt. Dann kann einem Kellmann auch manches Ärgernis bereiten.“