Ghetto Warschau: Aufstand und Vernichtung im Stroop-Bericht
Neuedition mit Zusatzdokumenten
Herausgegeben von Martin Cüppers
ISBN: 978-3-86331-786-7 | 280 Seiten; 200 Abbildungen | 29,90 €

Rezension von Michael Wildt, in: H-Soz-Kult, 6. März 2026

Aus der Rezension von Michael Wildt:
„Cüppers’ Buch reiht sich ein in die neueren Analysen von Täterfotos wie das sogenannte Auschwitz-Album durch Tal Bruttmann, Stefan Hördler, Christoph Kreutzmüller oder das Sobibor-Album, in denen diese Fotos nicht mehr als bloße Abbilder des Tatgeschehens aus Täterperspektive betrachtet, sondern mit neuen Fragen und großer Akribie untersucht werden und damit bislang unentdeckte Auskünfte geben können. Dabei spielen das Wissen und die Zeugnisse der überlebenden Verfolgten eine unersetzbare Rolle. Diese neueren Fotoanalysen nehmen damit die Forderung einer ‚integrierten Geschichte‘ (Saul Friedländer) auf, den Holocaust nicht allein aus der Sicht der Täter, sondern multiperspektivisch ebenso aus der Perspektive der Verfolgten und dem Blick der bystanders darzustellen. Die Besonderheit besteht darin, dass sie dies nicht in Kombination verschiedener Quellen als vielmehr an einer Täterquelle exemplifizieren. Das macht diese jüngeren Untersuchungen auch methodisch ausgesprochen spannend. Cüppers Edition des Stroop-Berichts stellt zum einen, was die Erschließung und Kommentierung betrifft, das nun unverzichtbare Referenzwerk dar, zum anderen ist sie hinsichtlich ihrer Herangehensweise innovativ und ermutigend für weitere Editionen.“

Jüdischer Widerstand in der NS-Zeit
Kampf gegen die Vernichtung
Rezension von Markus Roth, in: Süddeutsche Zeitung online (SZ Plus), 25. Mai 2025

Aus der Rezension von Markus Roth:
„Cüppers kontextualisiert den [Stroop-]Bericht mit zahlreichen Zeugnissen von Jüdinnen und Juden aus dem Warschauer Ghetto und unterzieht ihn einer genauen Lektüre. […] Der besondere Vorzug dieser glänzenden Editionsarbeit liegt in der Aufarbeitung und Kontextualisierung der Fotos. […] Cüppers gelingt es, viele der Fotos genau zu lokalisieren. Auch die gezeigten Personen werden, vor allem wenn es sich um SS-Täter handelt, identifiziert und kommentiert. Überdies hat Cüppers eine Reihe von Fotos aufgespürt, die dazugehören, bislang aber weitgehend unbekannt waren. Er legt damit eine opulente Edition vor, die den Stroop-Bericht umfassend kontextualisiert, entschlüsselt und seine Überlieferungsgeschichte vortrefflich aufarbeitet. Sie ist geeignet, Orientierung auch beim Gebrauch der Fotos zu schaffen und in der Bildungsarbeit Verwendung zu finden. Dies jedenfalls wäre dem Band zu wünschen.“

Der Stroop-Bericht – Ein Täterdokument neu gelesen. Rezension von Jim G. Tobias, in: haGalil, 10. April 2025