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Erscheinungstermin voraussichtlich Anfang Juni 2026
HISTORISCHE DEMOKRATIEFORSCHUNG, Band 29
Wilhelm Dittmann ist vornehmlich als „Volksbeauftragter“ in der Revolution 1918 neben Prominenteren wie Friedrich Ebert, Hugo Haase und Philipp Scheidemann bekannt. Seine zuvor mehr regional und im Hintergrund wirksame politische Rolle war aber stets mit Grundsatzkonflikten verbunden. Dittmann verlor beide Brüder im Marinedienst bzw. durch Kriegserkrankung, was seine Haltung als Antimilitarist und Kriegsgegner prägte. Einen „großen Auftritt“ hatte Dittmann im Reichstag 1926 gegen Schuldige der Justizmorde 1917 an oppositionellen Matrosen. Vielerorts wie in Bremerhaven, Solingen und Frankfurt/Main war er als Redakteur und Organisator der SPD mit Richtungskämpfen befasst. Dittmann geriet als wichtiger Exponent der Antikriegspartei USPD und nach deren Wiedervereinigung mit der SPD von „rechts“ und „links“ her in heftige Debatten. Schon im Kaiserreich mit Gefängnisstrafen wegen Meinungsdelikten vertraut, gelangte er 1933 rechtzeitig vor drohender Ermordung durch NS-Schergen ins Exil, wo der begabte Autodidakt Dittmann bedeutende Erinnerungswerke verfasste.
Dr. Holger Czitrich-Stahl, Geschichtslehrer i.R. an der Bettina-von-Arnim-Oberschule in Berlin-Reinickendorf
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