Verlag


1988 gründete Friedrich Veitl in Berlin-Schönenberg den Metropol Verlag. Noch im selben Jahr erschien das erste Buch: die Festschrift für die ebenso streitbare wie bekannte Philosophieprofessorin Margherita von Brentano. Seither hat der Metropol Verlag rund 800 Titel herausgebracht, allein im Jahr 2015 erschienen rund 60 neue Titel. Inhaltliche Schwerpunkte des Verlagsprogramms liegen auf der Zeitgeschichte, der Geschichte des Nationalsozialismus und der Konzentrationslager, der DDR-Geschichte und zunehmend auch auf der Geschichte des Kommunismus in ganz Osteuropa, ergänzt um Studien zu Antisemitismus und Rechtsextremismus. Hinzu kommen autobiografische Zeugnisse von Verfolgten des NS-Regimes, Überlebenden des Holocaust, Emigranten und Widerstandskämpfern, aber auch von Opfern und Verfolgten des Stalinismus in der Sowjetunion und der DDR.

1993 übernahm der Metropol Verlag die „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“ – einst das „Flaggschiff der DDR-Historiografie“. Mit neuem Profil, neuen Autoren und wissenschaftlicher Aktualität hat sich die Zeitschrift inzwischen in der gesamtdeutschen Wissenschaftslandschaft etabliert. Sie erscheint monatlich und ist in ca. 40 Ländern lieferbar.

Seit 2016 erscheint auch „Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien“ (bis Dezember 2015: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung) im Metropol Verlag; Herausgeber ist der Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e. V. Ebenfalls neu in unserem Verlag ist die Zeitschrift „Konzentrationslager. Studien zur Geschichte des NS-Terrors“, deren Heft 1 im Dezember 2015 mit dem Schwerpunktthema „Kriegsendverbrechen zwischen Untergangschaos und Vernichtungsprogramm“ im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstäten herausgegeben wurde. Künftig sollen 1–2 Hefte jährlich mit Aufsätzen zu einem Schwerpunktthema, Debatten- und Dokumentationsbeiträgen erscheinen.

 

Zusammenarbeit mit Institutionen und Herausgeberschaft von Reihen

Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, die bereits Ende der 1980er-Jahre noch unter dessen Gründungsdirektor Prof. Dr. Herbert A. Strauss begann und seit 1991 unter Prof. Dr. Wolfgang Benz fortgesetzt wurde, resultierte in etwa 150 Buchtiteln. Die Zusammenarbeit mit dem Antisemitismus- und Vorurteilsforscher und international anerkannten NS-Forscher Wolfgang Benz trägt auch nach seiner Emeritierung weiter Früchte. 2014 gab er zusammen mit Frank Beer und Barbara Distel die Edition „Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944–1947“ heraus, in der 12 Berichte von Überlebenden der nationalsozialistischen Ghettos und Lager erstmals in deutscher Sprache publiziert wurden; im Frühjahr 2016 wandte er sich mit dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Fremdenfeinde und Wutbürger“ einem höchst aktuellen Thema zu.

Der Metropol Verlag arbeitet eng mit Gedenkstätten und Stiftungen zusammen. Seit den 1990er-Jahren gibt er in Kooperation mit der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Kataloge, wissenschaftliche Studien und Erinnerungsberichte heraus, darunter die Reihen „Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten“, „Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten“ und „ÜberLebenszeugnisse“. Gemeinsam mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) begründete der Metropol Verlag u. a. die Reihen „Dokumente – Texte – Materialien“ mit insgesamt 84 Titeln, „Geschichte der Konzentrationslager 1933–1945“ und die „Bibliothek der Erinnerung“. Ebenfalls im Auftrag des ZfA, nun herausgegeben von Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, erscheint das Jahrbuch für Antisemitismusforschung. Prof. Dr. Werner Bergmann und Prof. Dr. Ulrich Wyrwa sind die Herausgeber der Reihe „Studien zum Antisemitismus in Europa“, die auf einem groß angelegten Forschungsprojekt beruht.

Seit 2013 publiziert die Berliner Gedenkstätte Stille Helden die Reihe „Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden“ im Metropol Verlag, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme begründete 2011 die „Reihe Neuengammer Kolloquien“. Der erste Titel der auf mindestens 12 Bände angelegten Reihe „Gewerkschafter im Nationalsozialismus. Verfolgung – Widerstand – Emigration“, herausgegeben von Stefan Heinz und Siegfried Mielke, erschien 2012.

Schon seit 2003 geben Sonja Häder und Ulrich Wiegmann die Reihe „ZeitgeschichteN“ im Metropol Verlag heraus. Die Reihe „minima judaica“ begründete im Jahr 2001 Prof. Dr. Michael Brocke vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte.

Seit 2012 erscheint die „Schriftenreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur“ im Metropol Verlag, 2014 übernahm der Verlag das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung, dessen erster Band im neuen Haus im März 2014 vorlag.

2015 kamen mehrere Reihen hinzu: die neu eingerichtete – englischsprachige – Reihe „IHRA series“, herausgegeben von der International Holocaust Remembrance Alliance , deren Band 1 „Killing Sites – Research and Remembrance“ im März erschien, sowie die Reihe „Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur“, herausgegeben von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich. Im selben Jahr richtete der Verlag zusammen mit dem NS-DOK Köln die Reihe „Veröffentlichungen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln“ ein; die ersten beiden Bände (Oktober 2015 und März 2016) sind den Fotografen August und Erich Sander gewidmet.

Im Jahr 2016 vergrößerte sich das Reihen-Programm erneut: Die Reihe Kurt Eisner-Studien eröffnete im Mai das Gefängnistagebuch von Kurt Eisner. In Band 1 der Reihe „Alternative | Demokratien. Studien zur Geschichte der Sozialdemokratie und des Sozialismus“ widmet sich Swen Steinberg dem Schriftsteller-Journalisten Edgar Hahnewald.

 

Veranstaltungen

Neuerscheinungen werden den Lesern regelmäßig mit Buchvorstellungen bekannt gemacht. Auch hier arbeitet der Verlag mit verschiedenen Institutionen zusammen. Regelmäßige Buchvorstellungen finden in der „Stiftung Topographie des Terrors“, in der „Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ und im „Literaturforum im Brecht-Haus“  in Berlin sowie an verschiedenen Veranstaltungsorten u. a. in Leipzig, München, Hamburg, Köln statt.

 

Newsletter

Seit 2012 informiert ein Newsletter alle Interessierten über die Neuerscheinungen und die nächsten Buchpräsentationen.