Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen

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Dass es in Deutschland mehr Grund zum Diskurs über Antisemitismus gibt als irgendwo sonst in der Welt, dass es einen Schlussstrich unter die Verbrechen der deutschen Vergangenheit nie geben kann, versteht sich als historische, politische und moralische Notwendigkeit. Immer öfter aber erheben Aktivisten und Interessierte aus Medien und Politik den Antisemitismus-Vorwurf und fordern lautstark Deutungshoheit ein. Meinungsstärke, Durchschlagskraft und die Verortung im richtigen Lager siegen über differenzierende Analyse und abwägendes Urteil – so geschehen in der Debatte um die BDS-Bewegung, den Kameruner Gelehrten Achille Mbembe oder das Jüdische Museum Berlin.

Der Eindruck entsteht, dass der „israelbezogene Antisemitismus“ Kern des Problems sei und die Hauptschuld am Antisemitismus von der radikalen Rechten auf die Kritiker israelischer Politik – oder auch auf „die Muslime“ – abgewälzt werden soll. Und nicht wenige ziehen es vor, von allem, was mit Juden zu tun hat, die Finger zu lassen, weil man sie sich verbrennen könnte. Am Ende steht die Beschädigung der Sache, um die es wirklich geht: die unbedingte Absage gegen jede Form von Judenfeindschaft. Im Dickicht dieser Debatte will das vorliegende Buch als Wegweiser dienen.

NEU & SEHR HÖRENS- UND LESENSWERT:
Kühle Argumente in aufgeheizter Debatte. Von Florian Goldberg, in: Deutschlandfunk Kultur | LESART | Beitrag vom 1. August 2020

Neues Handbuch von Wolfgang Benz. Antisemitismus und was aus ihm wurde
Kritik an israelischer Politik, Streit ums Jüdische Museum: Ein Berliner Sammelband bietet Orientierung zum „Streitfall Antisemitismus“.
Von Andrea Dernbach, in: Der Tagesspiegel, 7. Juli 2020

Wolfgang Benz: „Streitfall Antisemitismus“. Wegweiser aus einem verminten Gelände
Von Christiane Habermalz, in: Deutschlandfunk Kultur | Fazit 12. Juli 2020

Antisemitismus: Benz kritisiert Gesinnungsdebatten
Wissenschaftler aus Deutschland und Israel sehen die Antisemitismus-Debatten hierzulande in einer Schieflage. Statt nüchterner Expertise herrsche Gesinnungsstärke vor. Antisemitismusforscher Wolfgang Benz sieht die Freiheit der Wissenschaft bedroht.
Von Markus Geiler (epd), in: chrismon. Das evangelische Magazin, 8. Juli 2020

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