Bürgerlichkeit in Diktaturen. Perspektiven auf die Kulturgeschichte europäischer Gesellschaften im 20. Jahrhundert

 24.00

Herausgegeben von Ingo Loose, Christian Rau und Michael Schwartz
Eine Publikation des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin

Noch immer stellen Bürgertum und „Bürgerlichkeit“ zentrale Kategorien die gesellschaftlichen Selbstverortung in Deutschland und Europa dar. Doch die historische Bürgertumsforschung hat sich mit einem zentralen Aspekt dieser langen Geschichte bislang noch zu wenig systematisch befasst: die Geschichte von Bürgertum und „Bürgerlichkeit“ in Diktaturen.
Der Band greift dieses Desiderat auf und lädt dazu ein, über Perspektiven einer Geschichte von Bürgerlichkeit in deutschen und europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts nachzudenken. Die Beiträge beleuchten die Ambivalenz zwischen vehementer Bekämpfung des bürgerlichen „Gegners“ und gleichzeitiger Adaption bürgerlicher sozialer Praktiken durch die Herrschenden bzw. in den beherrschten Gesellschaften und ordnen speziell die beiden deutschen Diktaturen in einen transnationalen Kontext ein. So werden auch Transfers zwischen Diktaturen und Vergleichsmöglichkeiten diskutiert. Im Gegensatz zu gängigen Globalthesen der Verbürgerlichung und Entbürgerlichung europäischer Massengesellschaften fragen die Beiträge durch die Verknüpfung von Gesellschafts-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte nach den Triebkräften, Akteuren und Gegenkräften von Bürgerlichkeit.

Dr. Ingo Loose studierte Geschichte und Slavistik in Hamburg, Berlin, Warschau und Moskau. Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Berliner Abteilung des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin; zahlreiche Publikationen zur Wirtschafts- und Bankengeschichte, Geschichte des Holocaust, Geschichte Polens und Ostmitteleuropas sowie zur jiddischen Literatur. Er ist Mitherausgeber der 16-bändigen Dokumentenedition „The Persecution and Murder of the European Jews by Nazi Germany, 1933–1945)“.

Dr. Christian Rau studierte Geschichts-, Politik- und Erziehungswissenschaft, 2011–2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Leipzig, 2014 Promotion an der Universität Leipzig mit einer Arbeit zur Leipziger Stadtverwaltung in der DDR, seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (Abt. Berlin), Seine Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte der DDR in ihren lokalen, deutschdeutschen und transnationalen Bezügen, Geschichte europäischer Transformationen seit 1989, Arbeiterbewegungs-, Geschlechter- sowie europäische Stadtgeschichte. Publikationen u.a.: Die verhandelte „Wende“. Die Gewerkschaften, die Treuhand und der Beginn der Berliner Republik (2022); Hungern für Bischofferode. Protest und Politik in der ostdeutschen Transformation (2023).

Prof. Dr. Michael Schwartz, wiss. Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster. Publikationen u.a.: Vertriebene und „Umsiedlerpolitik“. Integrationskonflikte in den deutschen Nachkriegs-Gesellschaften und die Assimilationsstrategien in der SBZ/DDR 1945–1961 (2004); Funktionäre mit Vergangenheit. Das Gründungs-Präsidium des Bundes der Vertriebenen und das „Dritte Reich“ (2013); Homosexuelle, Seilschaften, Verrat. Ein transnationales Stereotyp im 20. Jahrhundert (2019).

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