Die Organisation der Gewalt. Kurt Daluege – Chef der Ordnungspolizei im NS-Staat
Sascha Steger
Die Organisation der Gewalt
Kurt Daluege – Chef der Ordnungspolizei im NS-Staat
ISBN: 978-3-86331-857-4 | 495 Seiten; 30 Abbildungen | 36,– Euro | Hardcover
Kurt Daluege gehörte zu den mächtigsten Männern des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Terrorapparates. Als Chef der Ordnungspolizei integrierte er die ihm unterstellte Organisation in den NS-Staat und beschleunigte ihre Verschmelzung mit der SS. Durch rigorose Zentralisierung und Militarisierung baute er die uniformierte Polizei zu einem entscheidenden Instrument der NS-Herrschaft aus. Während des Krieges war Daluege ein zentraler Organisator der Gewalt. Einheiten der Ordnungspolizei beteiligten sich maßgeblich am millionenfachen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden und an weiteren Massenverbrechen. – Die Studie beleuchtet erstmals umfassend die Biografie Kurt Dalueges und verbindet sie mit der Organisationsgeschichte der uniformierten Polizei des NS-Staates. Sie zeigt, dass die Ordnungspolizei und ihre führenden Akteure eine Schlüsselrolle im SS- und Polizeiapparat spielten und weit stärker als bislang angenommen zur Aufrechterhaltung des Regimes, zur Sicherung der deutschen Besatzungsherrschaft und zur Umsetzung der NS-Mordpolitik beitrugen.
Willi Buisson (1892–1940)
Rüdiger Zimmermann
Willi Buisson (1892–1940)
„… einer der gefährlichsten Feinde des nationalsozialistischen Deutschlands“
ISBN: 978-3-86331-822-2 | 408 Seiten; 95 Abbildungen | 24,– Euro
Fußballbegeisterter Demokrat und Kämpfer gegen das NS-Regime – die Biografie des aus gutem Hause stammenden Antifaschisten Willi Buisson ist ungewöhnlich: 1933 musste der Sozialdemokrat aus München fliehen. Schutz suchte er in der tschechoslowakischen Republik. Zuvor hatte sich der gelernte Apotheker im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold engagiert, einer Massenorganisation zum Schutz der Weimarer Republik. Daneben war Buisson im Vorstand des FC Bayern München zeitweise als „Vergnügungswart“ aktiv. Auf Grundlage bislang unbekannter Quellen werden Buissons vielfältiges Engagement vor 1933 und sein Widerstandskampf aus dem Exil dargestellt. 1938 verhaftet und bald vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt, endete Buissons Lebensweg 1940 in Berlin-Plötzensee.
Befreit und alleingelassen
Ursula Büttner
Befreit und alleingelassen
Der Umgang mit jüdischen und anderen Verfolgten in der Britischen Besatzungszone Deutschlands 1944–1949
ISBN: 978-3-86331-865-9 | 624 Seiten, 18 Abbildungen | 44,– Euro
Nach 1945 war die Rehabilitation der Verfolgten eine zentrale humanitäre und politische Aufgabe. Sie war Prüfstein für den demokratischen Veränderungswillen der Deutschen und die Entschlossenheit der westlichen Besatzungsmächte, diesen Wandel durchzusetzen. Ausgangssituation und Behandlung der Verfolgtengruppen unterschieden sich oft erheblich. Das Ziel ihrer Wiedereingliederung in die deutsche Gesellschaft wurde immer wieder durch andere Prioritäten, die Sorge um die Finanz- und Wirtschaftskraft des ruinierten Landes oder – so im Fall der britischen Besatzungsmacht – die Interessen in Palästina, durchkreuzt. Auf Basis umfangreicher Recherchen in britischen und deutschen Archiven untersucht die Autorin die Erfahrungen der jüdischen Verfolgten, der politischen Regimeopfer und der Remigranten mit der Besatzungsmacht, den deutschen Verantwortlichen und jüdischen Akteuren.
Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie
Petra Weber
Hildegard Hamm-Brücher
Eine Biographie
ISBN: 978-3-86331-843-7 | 720 Seiten; 50 Abbildungen | Hardcover | 39,– Euro
Als Hildegard Hamm-Brücher Ende 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik, die als mutige Einzelkämpferin für viele Frauen und Männer zum Vorbild geworden war. Die Tochter aus großbürgerlichem Haus, die während der NS-Diktatur als „Halbjüdin“ unter wachsender Ausgrenzung litt, agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte. Petra Weber bringt uns in ihrer spannend, auf der Grundlage vieler neuer Quellen geschriebenen Biographie eine liberale Politikerin nahe, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch zornig, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah.