Vortrag von Karl Heinz Roth ( 03.09.2017 )


Dienstag, 19. September 2017 | 20.00 Uhr
Polittbüro
Steindamm 45
20099 Hamburg

Teilnahmebeitrag: 10,00 Euro
(eine Teilnahme scheitert nicht am Geld)

Vortrag:
Reparationsschuld. Hypotheken der deutschen Völkermord- und Vernichtungspolitik im 20. Jahrhundert

Veranstalter: Polittbüro, Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg, Metropol Verlag,
Buchhandlung Seitenweise.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung.

Dreimal hat Deutschland im 20. Jahrhundert Vernichtungskriege geführt: in seinen südwest- und ostafrikanischen Kolonialgebieten, im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg. Die dabei begangenen Verbrechen – bis hin zum Völkermord – an den Bevölkerungen der okkupierten Gebiete blieben weitgehend ungesühnt – strafrechtlich wie zivilrechtlich. Das Völkerrecht kennt jedoch keine Verjährung, und die ausgebliebene Entschädigung der Opfer und ihrer Nachkommen verhindert bis heute eine wirkliche Versöhnung. Beispiele sind die seit Jahren stagnierenden Verhandlungen mit Namibia bzw. den Herero und Nama sowie mit Griechenland und den übrigen Ländern der europäischen Peripherie.
Karl Heinz Roth umreißt das Ausmaß der von den Deutschen während der Kolonialkriege und der beiden Weltkriege angerichteten materiellen Zerstörungen und humanitären Schäden und thematisiert die deutsche Obstruktionspolitik in den Entschädigungsverhandlungen nach dem Zweiten Weltkrieg – insbesondere am Beispiel Namibias und Griechenlands. Zum Schluss stellt Roth eine abschließende Regelung der Reparationsfrage zur Diskussion, die zu einer wirklichen Versöhnung beitragen könnte.