Verdrängt – Vertagt – Zurückgewiesen ( 26.11.2019 )


Karl Heinz Roth, Hartmut Rübner
Verdrängt – Vertagt – Zurückgewiesen
Die deutsche Reparationsschuld am Beispiel Polens und Griechenlands

„Deutschland hat Millionen Menschen ermordet, ihre Lebensgrundlage zerstört und ihre Kultur geplündert. Es ist [mit den bisher geleisteten Zahlungen] vergleichsweise billig davongekommen. Darum plädieren Roth und Rübner dafür, die bisher geleistete Summe zu verdoppeln, als Akt sozialer Gerechtigkeit. Das wäre ein Beitrag zum Ausgleich des europäischen Wohlstandsgefälles, dessen Ursachen zumindest teilweise im Zweiten Weltkrieg liegen. Der Vorschlag mag weltfremd wirken, aber ein gemeinsames Vorgehen der damaligen ‚kleinen Alliierten‘ insbesondere mit Russland könnte durchaus den notwendigen außenpolitischen Druck aufbauen. Besser wäre daher, darauf nicht zu warten und es nicht auf eine gerichtliche Verurteilung ankommen zu lassen, denn das delegitimiert die Formel der historischen Verantwortung, die deutsche Politiker im In- und Ausland immer wieder betonen. Anstatt also auf die ‚biologische Endlösung‘ zu warten, müsste man den vielen warmen Worten der Entschuldigung finanzielle Taten folgen lassen. Allein in Polen gibt es immer noch etwa 40 000 Menschen, die Opfer deutscher Verbrechen waren und bislang nur Almosen erhielten.“

Aus der Rezension von Stephan Lehnstaedt, in: Süddeutsche Zeitung vom 26. November 2019

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