Termine


Nächste Veranstaltungen

Freitag, den 21. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Plenarsaal des Kammergerichts

Elßholzstraße 30 – 33
(Zugang zum Haupteingang von der Kleistparkseite aus)
10781 Berlin

Ruth Barnett – Ein Leben für Mitmenschlichkeit und gegen den Hass
Im Rahmen der Reihe Zeitzeugen im Gespräch

Ruth Barnett, geb. Michaelis, wurde in Berlin geboren. Zum Schutz vor den Nazis schickten ihre Eltern Ruth und ihren älteren Bruder Martin Michaelis 1939 über einen von Quäkern organisierten Kindertransport nach England, wo beide den zweiten Weltkrieg überlebten.
Ihr Vater Dr. Robert Michaelis war bereits 1933 von den Nazis wegen seiner Vorfahren jüdischen Glaubens aus dem Richteramt in Berlin vertrieben worden. Er emigrierte 1939 nach Shanghai. Dort verblieb er, bis er 1948 zu seiner Ehefrau nach Deutschland zurückkehren konnte, die dort überlebt hatte.
Nach zehn Jahren Trennung traf Ruth ihre Eltern in den schwierigen Verhältnissen im Nachkriegsdeutschland wieder. Ruth entschied sich für ein Leben in England, wo sie heute lebt, aber über die Familie ihres Bruders stets im Kontakt mit Deutschland war und ist.
Ihr Vater gestaltete ab 1949 als Vorsitzender Richter am Landgericht Mainz den Neuanfang der Justiz in Deutschland mit. Doch litt er stark unter dem oft missglückten und kalt-bürokratischen Umgang der bundesdeutschen Nachkriegsbürokratie mit Verfolgten des Naziregimes. Er ist posthum einer breiten Öffentlichkeit durch das Buch „Landgericht“ von Ursula Krechel bekannt geworden.

Anschließend Empfang
> Einladung

Eine Veranstaltung von Forum Recht und Kultur im Kammergericht e.V.
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Ruth Barnett, Nationalität: Staatenlos
Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes
ISBN: 978-3-86331-309-8 | 276 Seiten | 19,– €

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Vergangene Veranstaltungen

Mittwoch, 19. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zweite Etage, Saal 2B
Stauffenbergstr. 13-14
10785 Berlin

Buchvorstellung
Dr. Susanne Beer: Die Banalität des Guten.
Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte 1941-1945

Einführung: Martina Voigt, freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stille Helden

Schätzungen gehen davon aus, dass sich während des Zweiten Weltkriegs einige Zehntausend Deutsche dazu entschlossen, jüdische Verfolgte bei der Flucht vor den Deportationen zu unterstützen. Wie lässt sich die Entstehung dieser Form des Widerstands im Land der Täter erklären? Die Untersuchung der Sozialwissenschaftlerin Dr. Susanne Beer lädt dazu ein, Schritt für Schritt nachzuvollziehen, wie sich die Praxis der Hilfe entfaltete. Dabei wird deutlich, dass es mitunter recht banale Umstände waren, die den Prozess in Gang brachten.

Wegen der begrenzten Platzzahl bitten wir Sie um Anmeldung
bis zum 16. Juni 2019
per E-Mail: veranstaltung@gedenkstaette-stille-helden.de
oder Telefon: (030) 26 99 50 00.
> Einladung
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Susanne Beer: Die Banalität des Guten
Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte 1941–1945
ISBN:978-3-86331-396-8 | 385 Seiten | 24,– €
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Sonntag, 16. Juni 2019 | 14.00 bis 16.00 Uhr
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Besucherinformationszentrum (Treffpunkt)
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Auf der Führung am historischen Tatort gibt die Historikerin Stephanie Bohra detaillierte Einblicke in die Praxis der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen im KZ Sachsenhausen. Dabei werden gesellschaftliche, politische und rechtliche Faktoren aufgezeigt, die die Strafverfolgung hemmten und beförderten.
Stephanie Bohra ist Autorin des Buches „Tatort Sachsenhausen“ (2019).

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)
Kontakt und Anmeldung: Mareike Otters (veranstaltungen@gedenkstaette-sachsenhausen.de)
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Samstag, 15. Juni 2019 | 15.00 Uhr
Evangelische Studierenden-Gemeinde Gießen (ESG)

Henselstraße 7
35390 Gießen

Buchvorstellung: Die »Reinigung des Volkskörpers«. Eugenik und »Euthanasie« im Nationalsozialismus. Mit Armin Trus (Autor)

Die »Reinigung des deutschen Volkskörpers« war das erklärte Staatsziel der nationalsozialistischen Machthaber. Sie verstanden darunter sowohl den Ausschluss »Fremdrassiger« als auch die Isolierung und Beseitigung von »Minderwertigen« der »eigenen Rasse«. Bereits 1933 schuf das »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« die Grundlage für die Zwangssterilisation von etwa 400 000 »Erbkranken«. Während des Krieges fielen dem Vernichtungswillen der Nationalsozialisten etwa 250 000 Psychiatriepatienten zum Opfer.
> Info
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Armin Trus
Die „Reinigung des Volkskörpers“
Eugenik und „Euthanasie“ im Nationalsozialismus. Eine Einführung mit Materialien
ISBN: 978-3-86331-457-6 | 364 Seiten | 24,– €
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Donnerstag, 13. Juni 2019 | 20.00 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestraße 125
10115 Berlin

Reihe Lebenszeugnisse
Gabis Tod in Auschwitz – Zur Dokumentation einer tragischen Geschichte
Wolfgang Benz im Gespräch mit Leo Hiemer

Gabi kommt im Mai 1937 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines unbekannten Vaters zur Welt und wächst bei Pflegeeltern auf einem Bauernhof im Allgäu auf. Ihre Mutter ist zum katholischen Glauben übergetreten und auch Gabi ist getauft. Nach der NS Rassenideologie ist das kleine Mädchen trotzdem Jüdin, im Februar 1943 ist ihr Schicksal besiegelt. Gabis Mutter Lotte war bereits im September 1941 ins KZ Ravensbrück deportiert und im Frühjahr 1942 ermordet worden, als die Fünfjährige vom Aichele-Hof in Stiefenhofen abgeholt und von der Gestapo nach München gebracht und weiter nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Die tragische Geschichte des kleinen Mädchens, in die Kardinal Faulhaber persönlich verstrickt war, hat der Filmemacher und Buchautor Leo Hiemer erforscht und beschrieben.
> Info

Eintritt: 5,- € / ermäßigt: 3,- €
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Montag, 3. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Erinnerungsort Topf & Söhne

Sorbenweg 7
99099 Erfurt
&
Dienstag, 4. Juni 2019 | 20.00 Uhr
Deutsches Nationaltheater

Foyer
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Buchvorstellung
Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR.
Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel

Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
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Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR.
Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
ISBN: 978-3-86331-436-1 | 275 Seiten | 19,– €
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Montag, 3. Juni 2019 | 19 Uhr
A.B. von Stetten’sches Institut

Am Katzenstadel 18 a
Barbarasaal
86152 Augsburg

Leo Hiemer liest aus seinem soeben erschienen Buch
Gabi (1937-1943)

Geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz

Direkt im Anschluss an die Einweihung eines Erinnerungsbandes vor der benachbarten Gesundbrunnenstraße 3 stellt Leo Hiemer im Stetten sein neues Buch über Gabi, Tochter einer Augsburger Jüdin, vor, die in Auschwitz mit fünf Jahren ihr Leben lassen musste.
> Erinnerungswerkstatt Augsburg
> Veranstaltungshinweis Augsburger Allgemeine

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Leo Hiemer: Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Mai 2019 | ISBN: 978-3-86331-455-2 | 415 Seiten | 24,– €
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Dienstag, 28. Mai 2019, 18.00 Uhr
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg

In Erinnerung an Prof. Dr. Reinhard Rürup (27. Mai 1934 – 6. April 2018)

Begrüßung
Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Berlin

Grußwort
Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Bochum

Vorträge
Reinhard Rürup. Wegweisender Forscher und öffentlich präsenter Historiker
Prof. Dr. Wolfgang Schieder, Göttingen
Die Revolution in Deutschland 1918/1919
Prof. Dr. Peter Brandt, Berlin
Reinhard Rürups Geschichte des Antisemitismus und der Emanzipation
Prof. Dr. Shulamit Volkov, Tel Aviv
»Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945«. Eine Ausstellung in der »Topographie des Terrors« 1991
Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors, des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland
Im Anschluss laden wir zu einem Empfang.

> Einladung

Zur Veranstaltung erscheint Heft 5 der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft mit Beiträgen von Wolfgang Schieder (Wegweisender Forscher und öffentlich präsenter Historiker), Detlef Lehnert (Erforschung der Revolution 1918/19), Shulamit Volkov (Antisemitismus und das Dilemma der Integration), Werner Bergmann/Ulrich Wyrwa (Gründung des Zentrums für Antisemitismusforschung), Michael Wildt (Eine Ausstellung in der „Topographie des Terrors“ 1991), Rüdiger Hachtmann (Reinhard Rürup als Wissenschaftshistoriker).
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Samstag, 25. Mai 2019 | 13.00–16.00 Uhr
GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig

LECTURE 100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung
mit Laura Rosengarten, der Agentur Schroeter & Berger sowie Clemens Bach, anlässlich der gleichnamigen Publikation
> Info
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Bernd Hüttner/Georg Leidenberger (Hrsg.):
100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung
Berlin: Metropol Verlag April 2019
ISBN: 978-3-86331-458-3 | 272 Seiten | 22,– Euro
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Donnerstag, 23. Mai 2019 | 18.00 Uhr
Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf

Richard-Wengenmeier-Platz 1
87616 Marktoberdorf

Buchpräsentation
„Gabi – geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz“
von Leo Hiemer

2017 wurde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf an das Schicksal der am 24. Mai 1937 in Marktoberdorf geborenen Gabriele Schwarz erinnert. Das katholisch getaufte Kind jüdischer Herkunft wuchs bei Pflegeeltern in Stiefenhofen auf. 1943 wurde das Mädchen auf Befehl der Gestapo in ein „Jüdisches Sammellager“ nach München gebracht und kurze Zeit später in der Gaskammer in Auschwitz ermordet.
Der Allgäuer Autor und Regisseur Leo Hiemer beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Schicksal von Gabriele. Von ihrem kurzen Leben handelte schon sein Spielfilm „Leni … muss fort“ aus dem Jahr 1994. Nun veröffentlicht Leo Hiemer sein von der Stadt Marktoberdorf gefördertes Buch „Gabi – geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz“, das am 23. Mai 2019 im Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf erstmalig präsentiert wird.
> Info
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Leo Hiemer:
Gabi (1937–1943). Geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz
ISBN: 978-3-86331-455-2
420 Seiten | 24,00 €
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Donnerstag, 23. Mai 2019 | 20.00 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus

Chausseestraße 125
10115 Berlin

Reihe Lebenszeugnisse
Untergetaucht auf Reiswerder
Wolfgang Benz im Gespräch mit Christiane Carstens

Am 23. August 1944 landen Beamte der Gestapo mit einem Ruderboot am Ufer der Insel Reiswerder im Tegeler See. Dort war eine kleine Gruppe von Jüdinnen und Juden auf der Flucht vor Verfolgung und Deportation untergetaucht. 18 Monate hatten sie auf der Insel versteckt und geschützt gelebt, ohne einander zu kennen. Nun aber hatte ein Spitzel sie denunziert. Die Gestapobeamten verhafteten an jenem Mittwochnachmittag Gerda Lesser, Erna und Gerhart Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz. Gerda Lesser und das Ehepaar Fleck wurden über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, Lotte Basch kam direkt nach Auschwitz, Hermann Dietz wurde ins KZ Buchenwald verschleppt. Nur drei von ihnen überlebten. Christiane Carstens hat ein Buch über die Schicksale der illegalisierten jüdischen Inselbewohner geschrieben.
> Info
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Christiane Carstens
Untergetaucht auf Reiswerder
Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins
ISBN: 978-3-86331-468-2 | 96 Seiten | 12,– €
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Mittwoch, 15. Mai 2019 | 18 Uhr
Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Ort der Information
Cora-Berliner-Straße 1
10117 Berlin

Buchvorstellung und Lesung
»Mein einziges Dokument ist die Nummer auf der Hand …«

Begrüßung: Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Einführung: Dr. Susanne Urban, Historikerin und Autorin
Lesung: Christiane Carstens, Schauspielerin
Gespräch mit Dr. Susanne Urban und Dr. Ulrich Baumann

Frühe Erinnerungen Überlebender des Holocaust und der nationalsozialistischen Verfolgung wurden erst in jüngster Zeit neu entdeckt und erforscht. Auch ein Quellenfundus aus dem International Tracing Service in Bad Arolsen (ITS) mit Fragebögen, in denen rund 1.000 Personen Zeugnis ablegten, war lange Jahre in Wissenschaft und Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Dieser Band präsentiert die Dokumente, ihre Herkunft und die darin enthaltene Stimmenvielfalt Überlebender.

Flyer
Um Anmeldung bis 14. Mai 2019 unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de oder Tel. 030-26 39 43-11 wird gebeten.
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Susanne Urban„Mein einziges Dokument ist die Nummer auf der Hand …“
Aussagen Überlebender der NS-Verfolgung im International Tracing Service
ISBN: 978-3-86331-429-3 | 224 Seiten | 22,– €
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Donnerstag, 9. Mai 2019 | 18.00 Uhr
Haus Dacheröden

Anger 37
99084 Erfurt

Buchpremiere und Lesung mit Petra Riemann
„Die Stasi, der König und der Zimmermann“

Im Sommer 2013, mitten im Bundestagswahlkampf, berichtet die „WELT am Sonntag“: Der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann arbeitete als IM für die HV A der Stasi. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter des Schauspielers, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer IM war, der über Kollegen ans MfS berichtete. Petra Riemann arbeitet schließlich die eigene Familiengeschichte auf. Im Ergebnis entsteht das Buch „Die Stasi, der König und der Zimmermann“, das am 9. Mai erstmalig von der Autorin präsentiert wird.
>>> Info
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Petra Riemann (mit Torsten Sasse)
Die Stasi, der König und der Zimmermann
Eine Geschichte von Verrat
ISBN: 978-3-86331-465-1 | ca. 240 Seiten | 22,00 Euro
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Donnerstag, 9. Mai 2019 | 19.00 Uhr
Bürgersaal im Bürgerhaus

Nikolaiplatz 1
99734 Nordhausen

Buchvorstellung
Martin Clemens Winter: Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum.
Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche

Die Todesmärsche aus den Konzentrationslagern kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs waren das letzte nationalsozialistische Gesellschaftsverbrechen. Martin Clemens Winter stellt die Rolle der deutschen Bevölkerung bei den Räumungstransporten in den Mittelpunkt seiner Studie, die sich auf zahlreiche neu erschlossene Quellen aus internationalen Archiven stützt. Dabei untersucht er nicht nur den ländlichen Raum, die maßgeblichen Akteure und typischen Situationen während der Todesmärsche, sondern auch die Nachgeschichte dieser Massenverbrechen vor der Haustür: die juristische Ahndung durch alliierte und deutsche Behörden, die Suche nach den Opfern sowie Formen der Erinnerung in der DDR und in der Bundesrepublik.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
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Martin Clemens Winter:
Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum.
Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche
ISBN: 978-3-86331-416-3 | 531 Seiten | 29,90 €
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Montag, 6. Mai 2019 | 19.00 Uhr
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Salon
, 1. Stock
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin, Deutschland

Buchpräsentation
Vortrag: Bernd Hüttner: 100 Jahre Bauhaus – Kritische Beiträge und Perspektiven

Das bauhaus vertrat einen dynamischen, innovativen und auch radikalen Standpunkt. Es stellte sich der Herausforderung, angesichts von beginnendem Massenkonsum und Massenproduktion Antworten auf die Fragen nach einem „guten Leben für alle“ und dessen Gestaltung zu finden. Fragen, die auch heute wieder mehr als aktuell sind.
Die 19 AutorInnen des Buches „100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung“ kommen aus einem halben Dutzend Ländern. Sie fragen in kritischer Absicht nach dem historischen und gegenwärtigen Stellenwert dieser Schule und Produktionsstätte. Sie untersuchen auch neue, unterbelichtete und vergessene Aspekte des bauhaus. Die Themen reichen von den Designschulen des Kaiserreichs, über die Gestaltung für die arbeitenden Schichten, die Tiraden des Dessauer Bürgertums gegen das Bauhaus bis zur Auswanderung von Bauhäuslern nach Süd- und Nordamerika.
An diesem Abend wird das mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstandene Buch präsentiert. Das Autorenteam Schroeter & Berger wird zu Beginn das antifaschistische Wirken des Grafikers Max Gebhard (1906-1990), der am bauhaus studierte, vorstellen. Danach Diskussion mit Bernd Hüttner, Mitherausgeber des Bandes, und einigen AutorInnen.
Veranstalter: Hermann Henselmann Stiftung (in der Reihe Bauhaus-Lectures), in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Infos zu den BAUHAUS LECTURES

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Bernd Hüttner/Georg Leidenberger (Hrsg.):
100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung
Berlin: Metropol Verlag April 2019
ISBN: 978-3-86331-458-3 | 272 Seiten | 22,– Euro
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Samstag, 4. Mai 2019 | 17 Uhr
im Rahmen von „DenkmalAmOrt“ (Nr. 14)
Nollendorfstraße 28
Ladenlokal

Berlin-Schöneberg

Lesung und Gespräch
mit Dr. Beate Kosmala mit Oranna Dimmig

Mit einer Lesung aus ihrer Publikation „Nichts wie raus und durch! Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin“ erinnern Dr. Beate Kosmala und Oranna Dimmig an Hanni Weissenberg, die im November 1943 von Familie Kolzer in deren kleiner Wohnung im Seitenflügel der Nollendorfstraße 28 aufgenommen und bis zur Befreiung 1945 dort versteckt wurde.
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Hanni Lévy
Nichts wie raus und durch!
Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin
Herausgegeben von Beate Kosmala
Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden, Band 9
Januar 2019 | ISBN: 978-3-86331-449-1 | 192 Seiten | 19,– €
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Samstag, 4. Mai 2019 | 15–18 Uhr
im Rahmen von „DenkmalAmOrt“ (Nr. 11)
Insel Reiswerder im Tegeler See, Berlin-Reinickendorf

Treffpunkt 14:50 Uhr Fähranleger Reiswerder/Baumwerder am DLRG-Haus auf der Festlandseite.
U7 / Station Haselhorst oder U6 / Station Holzhauser Straße mit Bus 133 bis Haltestelle „Weg nach Reiswerder“.
1 Minute Fußweg durch den Wald in Richtung See zum DLRG-Haus.

Buchvorstellung, Video + Open-Air-Ausstellung
Untergetaucht auf Reiswerder. Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins

Am 23. August 1944 erreichten Beamte der Gestapo mit einem Ruderboot das Ufer der Insel Reiswerder im Tegeler See. Dort war eine kleine Gruppe von Jüdinnen und Juden auf der Flucht vor Verfolgung und Deportation untergetaucht. 18 Monate hatten sie auf der Insel versteckt und geschützt gelebt, ohne einander zu kennen. Nun aber hatte ein Spitzel sie denunziert. Die Gestapobeamten verhafteten an jenem Mittwochnachmittag Gerda Lesser, Erna und Gerhart Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz. Gerda Lesser und das Ehepaar Fleck wurden über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, Lotte Basch kam direkt nach Auschwitz, Hermann Dietz wurde in das KZ Buchenwald verschleppt. Erna Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz überlebten; Gerhart Fleck jedoch verstarb im November 1944 in einem Außenlager von Auschwitz an Hungertyphus, Gerda Lesser wurde nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in Auschwitz am 1. Oktober 1944 ermordet.
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Christiane Carstens:
Untergetaucht auf Reiswerder. Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins
Berlin: Metropol Verlag Mai 2019
ISBN: 978-3-86331-468-2 | 96 Seiten | 12,00 Euro
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Mittwoch, 10. April 2019 | 18.00 Uhr
Rathaus Schöneberg

John-F.-Kennedy-Platz 1
Ausstellungshalle
10825 Berlin

Lesung und Buchvorstellung
Dr. Beate Kosmala mit Oranna Dimmig
Hanni Lévy wird persönlich anwesend sein.

Hanni Lévy, geb. Weißenberg (1924), verlor schon früh ihre Eltern. Während der NS-Zeit musste sie Zwangsarbeit leisten und war nach der Deportation der Großmutter gänzlich auf sich gestellt. Wie sie mit Hilfe von Unterstützern die Verfolgung in Berlin überlebte, ist schon länger ihrem Album in der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ zu entnehmen. Nun hat Dr. Beate Kosmala, Historikerin, noch einmal ihre Geschichte, die auch in dem Film „Die Unsichtbaren. Wir wollen leben“ (2017) zu sehen ist, bearbeitet. In dem neuen Buch „Nichts wie raus und durch“, wird im besonderen Maße der „Stillen Helden“, die Hanni Lévy das Überleben ermöglichten, gedacht.
>>> Info
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Hanni Lévy
Nichts wie raus und durch!
Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin
Herausgegeben von Beate Kosmala
Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden, Band 9
Januar 2019 | ISBN: 978-3-86331-449-1 | 192 Seiten | 19,– €
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Dienstag, 9. April 2019 | 18.00 Uhr
Schwarzkopf-Stiftung

Konferenzraum
Sophienstraße 28–29
10178 Berlin

Lesung mit Hanni Lévy aus ihrem Buch:
Nichts wie raus und durch!
Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin

Moderation: Dr. Beate Kosmala,

Als die Gestapo im Februar 1943 in das „Judenhaus“ in Berlin-Schöneberg eindringt, um die jüdischen Mieter festzunehmen, gelingt der 19-jährigen Hanni Weissenberg in letzter Minute die Flucht. Die verwaiste junge Frau hat miterlebt, wie ihre geliebte Großmutter nach Theresienstadt deportiert wurde. Als Zwangsarbeiterin weiß sie, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen „abgeholt“ werden. Nach ihrer Flucht steht sie buchstäblich auf der Straße, ohne Geld, ohne Lebensmittel und ohne ein vorbereitetes Versteck. Doch sie trifft auf Menschen, die ihr zur Seite stehen, Quartiere für sie finden oder sie bei sich aufnehmen. Mit ihrem Buch setzt Hanni Lévy, eine Protagonistin im Film „Die Unsichtbaren“, ihren „Stillen Helden“ ein Denkmal. Sie erinnert aber auch an Jugendfreunde und Verwandte, die keine Hilfe fanden.
Seit Ende 1946 lebt Hanni Lévy in Paris.

Flyer
Eine Veranstaltung der Inge Deutschkron Stiftung, der Schwarzkopf-Stiftung, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
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Hanni Lévy
Nichts wie raus und durch!
Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin
Herausgegeben von Beate Kosmala
Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden, Band 9
Januar 2019 | ISBN: 978-3-86331-449-1 | 192 Seiten | 19,– €
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Dienstag, 9. April 2019 | 19.00 Uhr
Galerie KUB

Kantstraße 18
04275 Leipzig (Südvorstadt)

Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum: Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche
Vortrag von Martin Clemens Winter

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die nationalsozialistischen Konzentrationslager geräumt. Die Häftlinge wurden von der SS auf mörderische Gewaltmärsche und Zugtransporte gezwungen, die sich mitten durch die Gesellschaft der Kriegsendphase bewegten. Martin Clemens Winter untersucht in seinem Buch die Rolle der deutschen Bevölkerung während der KZ-Räumungstransporte, die Ahndung dieses Massenverbrechens inmitten der „Volksgemeinschaft“ durch alliierte und deutsche Behörden sowie Formen der Erinnerung in DDR und Bundesrepublik. Im Vortrag wird er einen Schwerpunkt auf die lokalen Bezüge zu Sachsen und Leipzig legen.
Martin Clemens Winter wurde mit dieser Arbeit an der Universität Leipzig promoviert. Er war Vorsitzender des Fördervereins und Mitarbeiter der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig. Seit 2017 arbeitet er als Referent im Geschäftsbereich des Oberbürgermeister der Stadt Leipzig mit dem Schwerpunkt Erinnerungskultur und Gedenkveranstaltungen.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.
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Martin Clemens Winter:
Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum.Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche
ISBN: 978-3-86331-416-3 | 531 Seiten | 29.90 €
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Donnerstag, 4. April 2019 | 19.00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Appellhofplatz 23–25
50667 Köln

Buchvorstellung und Gespräch
Rechts zum Leben, links zum Tod
Ein jüdischer Junge überlebt Litzmannstadt, Auschwitz und Buchenwald

Mit Dr. Karola Fings

Von den 2011 jüdischen Kölnerinnen und Kölnern, die im Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert wurden, haben nur 23 überlebt. Der 1928 in Köln geborene Henry H. Oster ist einer von ihnen. Er war vier Jahre alt, als er im März 1933 an der Hand seines Vaters die Straßen Kölns entlangspazierte, und ein 16-jähriges, dem Tode nahes Waisenkind, als er in Buchenwald im April 1945 befreit wurde. Die Erlebnisse dieser zwölf Jahre schildert er aus der Perspektive des Kindes, Jungen und Jugendlichen.

Die Publikation, erschienen in einer neuen Reihe des NS-Dokumentationszentrums, ist ein eindrückliches Zeugnis über den alltäglichen Antisemitismus, die Gewalterfahrungen, schließlich das Ausgeliefertsein des Jungen im Ghetto Litzmannstadt, im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und im KZ Buchenwald.

Dr. Karola Fings, die die Autobiografie aus dem Amerikanischen übersetzte, ergänzte und bearbeitete, führt in die Lebensgeschichte ein.

Dr. Henry Oster ist am 17. März 2019 verstorben.

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Henry H. Oster, Rechts zum Leben, links zum Tod
Ein jüdischer Junge überlebt Litzmannstadt, Auschwitz und Buchenwald
ISBN: 978-3-86331-437-8 | 235 Seiten | 19,– €
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Samstag, 23. März 2019, 16.00 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Kinosaal
Dittrichring 24
04109 Leipzig

Antisemitismus in der DDR. Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
Buchvorstellung mit dem Herausgeber Wolfgang Benz

Antisemitismus war in der DDR, die als antifaschistischer Staat begründet wurde, per se nicht artikulierbar und scheinbar auch nicht vorhanden. Als Element faschistischer Ideologie galt Antisemitismus als überwunden. Dagegen gehörte der politisch instrumentalisierte Antizionismus, der Israel als Feindstaat definierte, jahrelang zur Staatsdoktrin. Die Folgen des negativen Israelbildes sind bis heute spürbar. Vor dem Hintergrund einer neu auflebenden Fremdenfeindlichkeit ist es geboten, die Traditionen und Wirkungen judenfeindlicher Ressentiments in der DDR in den Blick zu nehmen. In zehn Beiträgen wird mit diesem Band ein Versuch dazu unternommen.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ und des Metropol Verlags
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Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR. Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
November 2018 | ISBN: 978-3-86331-436-1 | 275 Seiten | 19,– €
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Samstag, 23. März 2019, 14.00 Uhr
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Kinosaal
Dittrichring 24
04109 Leipzig

Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent. Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945–1955
Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor Dr. Andreas Weigelt

Moderation: Rainer Potratz, Referent für Historische Forschung, Gedenkstätten und Öffentlichkeitsarbeit bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)

Über 120 000 Menschen waren zwischen 1945 und 1950 in sowjetischen Speziallagern in der SBZ interniert oder inhaftiert, weitere 1000 wurden darüber hinaus bis 1955 von sowjetischen Geheimdiensten festgenommen und zum Teil von Militärtribunalen verurteilt. Wer waren diese Menschen, was wurde ihnen vorgeworfen und trafen die Vorwürfe zu? Die vorliegende Fallstudie geht diesen Fragen nach. Die frühere Kreisstadt Bad Freienwalde wurde zufällig ausgewählt und steht nicht exemplarisch für alle Orte in der SBZ oder DDR. Doch da es bisher keine überprüften Angaben über die von den sowjetischen Geheimdiensten nach dem Zweiten Weltkrieg festgenommenen Bürgerinnen und Bürger gibt, kann die Studie Aufschlüsse über die Verhaftungspraxis geben und Anregungen für weitere Forschungen liefern.
Auf der Basis umfangreicher sowjetischer und deutscher Quellen in vielen Archiven rekonstruiert Andreas Weigelt die Biografien von nahezu 319 in Bad Freienwalde und Umgebung zwischen 1945 und 1955 festgenommenen Personen.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ und des Metropol Verlags
Zum Gesamtprogramm von „Leipzig liest“ in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
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Andreas Weigelt: Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent. Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945–1955
Schriftenreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Band 11
November 2018 | ISBN: 978-3-86331-441-5 | 326 Seiten | 19,– €
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Freitag, 22. März 2019 | 19.00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Appellhofplatz 23–25
50667 Köln

Vortrag und Buchvorstellung
Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust

mit Dr. Steffen Hänschen

Am 15. Juni 1942 verließ ein Zug mit rund 1000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern das Kölner Stadtgebiet. Als Zielbahnhof war die Station Izbica angebeben, wo das größte Transitghetto im deutsch besetzten Polen bestand. In kurzer Zeit wurden fast 20.000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern in diesen Ort verschleppt.
Diese Deportation ist bis heute für die Kölner Opfer kaum erforscht. Auch ist nicht geklärt, ob die aus dem Rheinland über Köln deportierten Juden und Jüdinnen nach Izbica gelangten oder ob der Zug direkt in das Mordlager Sobibor geleitet wurde. Im Rahmen des Vortrags präsentiert Dr. Steffen Hänschen, Autor des 2018 erschienenen Buches Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust, die Ergebnisse seiner Forschung über diese bisher kaum bekannte Phase des Mordes an der jüdischen Bevölkerung.
Sein Vortrag beleuchtet auch das Wirken der Täter, darunter der in Köln-Lindenthal geborene SS-Hauptsturmführer Kurt Engels (1915–1958), der als der örtliche Gestapo-Chef wegen seiner Brutalität als „Teufel von Izbica“ gefürchtet war.

Eine Veranstaltung des Jugendclub Courage in Kooperation mit dem NS-DOK Köln
Eintritt 4,50 €, ermäßigt 2,– €
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Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust
ISBN: 978-3-86331-381-4 | 608 Seiten | 29,90 €
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Donnerstag, 21. März 2019 | 19.30 Uhr
Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Genügsamkeitstraße
42105 Wuppertal

Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust.
Die Deportationen in den Distrikt Lublin im Frühjahr 1942

Vortrag von Dr. Steffen Hänschen, Berlin

Die Deportation von über 60 Jüdinnen und Juden aus Wuppertal und den Bergischen Nachbarstädten am 21. April 1942 führte in das kleine Städtchen Izbica bei Lublin im Osten Polens. Dieser Transport gehörte zur so genannten „Aktion Reinhardt“, ein nationalsozialistisches Mordprogramm, dem im Laufe von nur anderthalb Jahren fast 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Bis Juni 1942 wurden die Deportierten jedoch nicht sofort in den Mordlagern Bełżec, Sobibór und Treblinka getötet, sondern auf sogenannte Transitghettos verteilt. Die Bedingungen, mit denen die Deportierten dort konfrontiert wurden, waren katastrophal. Viele starben an Unterernährung, den ungenügenden hygienischen Zuständen oder nach Repressalien. Das größte Transitghetto befand sich in Izbica. In den Ort wurden fast 20.000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern verschleppt. Im Herbst 1942, ein halbes Jahr nach den ersten Deportationen, waren sämtliche Bewohner ermordet. Auch von dem Transport aus Wuppertal überlebte niemand.

Zum Referenten Dr. Steffen Hänschen: Möglich wurde die Veröffentlichung des gleichnamigen Buches (Berlin: Metropol 2018) durch das jahrelange Engagement des Autors im Rahmen seiner Tätigkeit im Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. in der Lubliner Region und in Izbica, durch die Kontakte zu jüdischen Überlebenden wie zur örtlichen Schule.

Eintritt: 3,00 €
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Sonntag, 17. März 2019 | 14.00 Uhr
Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Belower Damm 1
16909 Wittstock/Dosse

Buchvorstellung mit Martin Clemens Winter
Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum

Die Todesmärsche aus den Konzentrationslagern kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren das letzte nationalsozialistische Gesellschaftsverbrechen. Martin Clemens Winter stellt die Rolle der deutschen Bevölkerung bei den Räumungstransporten in den Mittelpunkt seiner Studie, die sich auf zahlreiche neu erschlossene Quellen aus internationalen Archiven stützt. Dabei untersucht er nicht nur den ländlichen Raum, die maßgeblichen Akteure und typische Situationen während der Todesmärsche, sondern auch die Nachgeschichte dieser Massenverbrechen vor der Haustür: die juristische Ahndung durch alliierte und deutsche Behörden, die Suche nach den Opfern sowie Formen der Erinnerung in der DDR und in der Bundesrepublik.
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Martin C. Winter: Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum.
Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche
ISBN: 978-3-86331-416-3 | 531 Seiten | 29.90 €
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Donnerstag, 14. März 2019 | 20.00 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestraße 125
10115 Berlin

Reihe Lebenszeugnisse
Angezeigt von Mama: Die Geschichte einer Denunziation
Wolfgang Benz im Gespräch mit Markus Roth

Maria Gabrielsens Bericht ist ein erschütterndes Zeugnis innenfamiliären Verrats im nationalsozialistischen Österreich: die Geschichte einer Denunziation durch die eigene Mutter. Infolgedessen wird Maria als Zehnjährige mit ihren sechs Geschwistern nach Theresienstadt deportiert – wie durch ein Wunder überleben alle sieben das Getto. Ihre Rückkehr nach Wien bringt einen aufsehenerregenden Prozess gegen ihre Mutter ins Rollen. Nach dem Krieg gelingt es ihr, in Norwegen eine neue Familie und ein neues Zuhause zu finden und sich schließlich ihrer schlimmen Vergangenheit zu stellen, von der sie in diesem Buch erzählt.

Eintritt: 5,- € / ermäßigt: 3,- €
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Maria Gabrielsen/Oddvar Schjølberg:
Angezeigt von Mama: Die Geschichte einer Denunziation
Aus dem Norwegischen von Elisabeth Turvold
Herausgegeben von Markus Roth und Elisabeth Turvold
ISBN: 978-3-86331-413-2 | 136 Seiten | 16,– €
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Donnerstag, 14. März 2019 | 18.30 Uhr
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Besucherzentrum

Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Buchvorstellung
„Der Häftlingseinsatz wurde befohlen.“

Handlungsspielräume beim Einsatz von Häftlingen des KZ Sachsenhausen im Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg

Das Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg war im Nationalsozialismus mit etwa 14 400 Beschäftigten im Juni 1944 eines der bedeutendsten Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Ab 1940 forderte die Betriebsleitung Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen an. Der Gründer und Inhaber Ernst Heinkel stand dem Unternehmen zu diesem Zeitpunkt vor. Knapp 7000 Männer aus dem KZ mussten allein im Juni 1944 für den Konzern am Standort Oranienburg Zwangsarbeit leisten.
Die Studie beschreibt detailliert die Geschichte des größten Außenlagers des KZ Sachsenhausen und lotet anhand zahlreicher Quellen wie Firmenakten, Gerichtsurteilen und Aussagen von Zeitzeugen den Spielraum Ernst Heinkels und seiner leitenden Angestellten beim Einsatz von KZ-Häftlingen aus. In der Gesamtanalyse werden die Verantwortlichkeiten sowie die Vorreiter- und Vorbildrolle des Flugzeugherstellers im Kontext der Zwangsarbeit neu bewertet.
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Roman Fröhlich
„Der Häftlingseinsatz wurde befohlen.“
Handlungsspielräume beim Einsatz von Häftlingen des KZ Sachsenhausen im Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg
Reihe Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 21
2018 | ISBN: 978-3-86331-386-9 | 465 Seiten | 24,– Euro

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Dienstag, 12. März 2019 | 19.00 Uhr
Stiftung Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg

Tatort Sachsenhausen. Strafverfolgung von KZ-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland
Vortrag: Dr. Stephanie Bohra, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Günter Morsch, Oranienburg

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden in den Konzentrationslagern zahllose staatlich legitimierte Gewaltverbrechen an Menschen verübt. Allein im KZ Sachsenhausen kamen mehrere Zehntausend ums Leben. Die strafrechtliche Aufarbeitung der Verbrechen durch die deutsche Justiz begann bereits 1945/46 und ist bis heute nicht abgeschlossen.
In ihrer Studie Tatort Sachsenhausen (2019) beleuchtet Stephanie Bohra die Strafverfolgungspraxis bei KZ-Verbrechen in den westlichen Besatzungszonen und der Bundesrepublik Deutschland. Hierfür analysiert sie die zwischen 1946 und 1996 geführten Strafverfahren zum KZ Sachsenhausen und zeichnet nach, welche gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Faktoren die Strafverfolgung hemmten und beförderten. Infolge einer zunehmenden Professionalisierung der Ermittlungsarbeit wurden zahlreiche Gewaltverbrechen im KZ Sachsenhausen aufgedeckt. Dennoch scheiterten viele Verfahren im Ermittlungsstadium, und auch die Verurteilungsbilanz der Gerichte blieb dürftig. Die Strafbarkeit der KZ-Täter ergab sich nicht aus ihrer Funktion und den damit verbundenen Aufgaben. Vielmehr musste ihnen eine konkrete Tat und ein eigener Täterwille nachgewiesen werden. Gerade Letzteres war eine subjektive Ermessensfrage, die von den Gerichten unter Verwendung schuldbefreiender Rechtsfiguren oft zugunsten der Täter beantwortet wurde.

Eine Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors und des Metropol Verlags

>>> Infos

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Montag, 11. März 2019 | 19.00 Uhr
DGB-Haus München

Schwanthalerstr. 64
80336 München

Buchvorstellung
„Was die nächste Zeit bringen wird, sind Kämpfe“.
Der Revolutionär Ewald Ochel in der Münchner Räterepublik

Aus der Reihe „Revolution in München – Alltag und Erinnerung“

Ewald Ochel (1875–1957) führte ein bewegtes Leben: illegale Arbeit und Haft nach Beginn des Ersten Weltkriegs, Desertion, politische Arbeit in den Niederlanden, in Düsseldorf Beteiligung an der „Spartakusherrschaft“. Als die Freikorps einrücken, flüchtet Ochel nach München und wird Mitglied der kommunistischen Räteregierung. Nach der Niederschlagung der Räterepublik wird er wieder inhaftiert, doch gelingt ihm ein weiteres Mal die Flucht …
Joachim Schröder präsentiert die Erinnerungen dieses weitgehend unbekannten Revolutionärs. Joachim Schröder ist Historiker und Leiter des Erinnerungsorts Alter Schlachthof, Hochschule Düsseldorf.
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Das Buch ist im November 2018 im Metropol Verlag erschienen, herausgegeben und mit einer biografischen Notiz versehen von Joachim Schröder:
ISBN: 978-3-86331-435-4 | 311 Seiten | 24,– €
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Samstag, 9. März 2019 | 16.00 Uhr
Teehäuschen des Schlosses Freienwalde

Rathenaustraße 3
16259 Bad Freienwalde (Oder)

Buchvorstellung und Diskussion
„Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent“
Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945-1955

Podiumsteilnehmer:
Dr. Andreas Weigelt, Historiker und Autor
Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums Bad Freienwalde
Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter des Museums und Gedenkstätte Sachsenhausen
Eckart Fichtmüller, Superintendent i. R. und Vorsitzender der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf e. V.
Moderation:
Dr. Maria Nooke, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vereinbarten die alliierten Siegermächte eine Entnazifizierung der deutschen Bevölkerung. In der Sowjetischen Besatzungszonen (SBZ) und der DDR waren nach sowjetischen Angaben 122 671 deutsche Männer, Frauen und Jugendliche von 1945 bis 1950 in den sowjetischen Speziallagern interniert. Sie wurden nach Befehl 00315 des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten der UdSSR ohne Urteil in anfangs zehn Lagern in der SBZ verbracht. Später wurden auch von Sowjetischen Militärtribunalen (SMT) Verurteilte in einige dieser Lager, z. B. Sachsenhausen, eingeliefert. Bis heute gibt es jedoch kaum gesicherte Angaben über die tatsächlichen Verhaftungsgründe.

Der Historiker Dr. Andreas Weigelt hat am Beispiel der Stadt Bad Freienwalde untersucht, wie viele Menschen zwischen 1945 und 1955 aus diesem Ort von sowjetischen Geheimdiensten verhaftet wurden und aus welchen Gründen das erfolgte. Er ermittelte eine Gesamtzahl von 317 Betroffenen, von denen 255 ohne Urteil interniert waren, die anderen wurden von einem Sowjetischen Militärtribunal verurteilt. Er hat die Verhaftungsgründe dargestellt und die Lebenswege in vielen Fällen rekonstruiert.
Bei der Buchvorstellung werden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.

Zur Einladung
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Tuesday, March 5th 2019 | 5.30 pm
Embassy of Luxembourg

Klingelhöferstraße 7
10785 Berlin

Presentation of the book
„Mass Murder of People with Disabilities and the Holocaust“

Ceremony to mark the handover of the Chairmanship of the
International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)
from Italy to Luxembourg

Programme

Welcome address: H.E. Ambassador Jean Graff
Adress: H.E. Ambassador Sandro De Bernardin (Outgoing IHRA Chair)

[Musical interlude #1]: Danièle Patz, soprano & Nadine Kauffmann, saxophone

Speech: H.E. Ambassador Georges Santer (Incoming IHRA Chair)

Presentation of the book:
Dr. Juliane Wetzel (Center for Research on Antisemitism, TU Berlin)
Dr. Brigitte Bailer (Institute of Contemporary History, University of Vienna)

[Musical interlude #2]

Speech: „Cultures of Memory and Practices of Forgetting in the Digital Age”
Dr. Andreas Fickers (Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History, University of Luxembourg)

[Musical interlude #3]

Reception

R.S.V.P until March 1st with your personal registration code 61-7B20-116 at luxemburg-veranstaltungen.eu
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International Holocaust Remembrance Alliance (Ed.)
Mass Murder of People with Disabilities and the Holocaust
Edited by Brigitte Bailer and Juliane Wetzel
IHRA series, vol. 5
ISBN: 978-3-86331-459-0 | 260 Seiten | 19,– €
E-Book: ISBN: 978-3-86331-907-6 | 15,– €

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Donnerstag, 21. Februar 2019 | 19 Uhr
Gedenkstätte Berliner Mauer

Besucherzentrum
Bernauer Straße 119
13355 Berlin

Antisemitismus in der DDR
Buchvorstellung mit Wolfgang Benz, Clemens Escher, Christian Gaubert und Esther Sattig
Moderation: Angelika Königseder

Antisemitismus war in der DDR, die als antifaschistischer Staat begründet wurde, per se nicht artikulierbar und scheinbar auch nicht vorhanden. Als Element faschistischer Ideologie galt Antisemitismus als überwunden. Dagegen gehörte der politisch instrumentalisierte Antizionismus, der Israel als Feindstaat definierte, jahrelang zur Staatsdoktrin. Die Folgen des negativen Israelbildes sind bis heute spürbar. Vor dem Hintergrund einer neu auflebenden Fremdenfeindlichkeit ist es geboten, die Traditionen und Wirkungen judenfeindlicher Ressentiments in der DDR in den Blick zu nehmen. In zehn Beiträgen wird mit diesem Band ein Versuch dazu unternommen.

In Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

>>> Zur Einladung
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Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR. Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
November 2018 | ISBN: 978-3-86331-436-1 | 275 Seiten | 19,– €
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Samstag, 16. Februar 2019 | 19.30 Uhr
Allerweltshaus Köln

Körnerstraße 77–79
50823 Köln

Deutschland postkolonial?
Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit

Buchvorstellung und Gespräch mit den Herausgeber*innen
Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin an der Universität Köln, und Joachim Zeller, Historiker in Berlin

Wie gehen wir in Deutschland mit der kolonialen Vergangenheit um? Diese Frage wird mittlerweile sehr viel breiter diskutiert als noch vor wenigen Jahren. Dabei unterliegt der Umgang mit der Kolonialgeschichte, die allzu lange im Schatten der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und des Holocaust stand, hierzulande einem grundlegenden Wandel.
Zwar zählt auch Deutschland faktisch zu den postkolonialen Gesellschaften Europas; doch ist diese Tatsache in das Bewusstsein einer Mehrheit der Menschen vorgedrungen und reagiert die Politik adäquat darauf? Beispiele liefern die aktuellen Debatten um den Völkermord an den Herero und Nama oder koloniale Beutekunst im geplanten Humboldt Forum in Berlin, die ein ums andere Mal den Fokus auf eine koloniale Vergangenheit richten, die nicht vergehen will.
Der Sammelband DEUTSCHLAND POSTKOLONIAL? zieht Bilanz und will gleichzeitig die notwendige Auseinandersetzung um eine Dekolonisierung globaler wie lokaler Machtverhältnisse anregen und eine Dekolonialisierung der immer noch dominierenden Wissens- und Deutungsmacht des „Westens“ weiter voranbringen.
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Marianne Bechhaus-Gerst/Joachim Zeller (Hrsg.)Deutschland postkolonial?
Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit
November 2018 | ISBN: 978-3-86331-393-7 | 579 Seiten | 29,– €
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Bis 15. Februar 2019 in der ARD-Mediathek
Film „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“
Wiederholung in der ARD am: 17.1.2019 | 0:35 Uhr

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft ist es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben Dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanni Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare „Arierin“ unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Haus einer deutschen Familie. Und Ruth Gumpel serviert, als Kriegswitwe getarnt, NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein…
DIE UNSICHTBAREN ist ein Doku-Drama, dessen Drehbuch auf Interviews basiert, die Regisseur Claus Räfle und Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt und in ihren Film integriert haben. Sie erzählen die spannende und hoch emotionale Geschichte dieser wagemutigen Helden und widmen sich damit einem weitgehend unbekannten Kapitel des jüdischen Widerstands.
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Von einer der drei, Hanny Lévy, erscheint Ende Januar ein Buch, in dem sie ihre Überlebensgeschichte im Nollendorfkiez in Berlin-Schöneberg schildert: Hanni Lévy: Nichts wie raus und durch! Lebens- und Überlebensgeschichte einer jüdischen Berlinerin, ISBN: 978-3-86331-449-1 | 192 Seiten | 19,00 Euro
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Donnerstag, 14. Februar 2019 | 19.00 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zweite Etage, Saal 2B
Stauffenbergstraße 13
10785 Berlin

Buchvorstellung
Inge Deutschkron: Auschwitz war nur ein Wort.
Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965

Einführung: Dr. Beate Kosmala und André Schmitz
Lesung: Nina Lorck-Schierning

Inge Deutschkron war 1956 nach Deutschland zurückgekehrt, in die damalige Hauptstadt Bonn. Sie arbeitete dort zunächst als freie Journalistin, ab 1958 als Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung MAARIV. In dieser Zeit war das Interesse an einer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik gering. Die strafrechtliche Aufarbeitung der NS-Vergangenheit durch bundesdeutsche Gerichte begann erst zögerlich, als die Verjährung von Tötungsdelikten drohte. Der Auschwitz-Prozess war nicht der erste, aber der historisch und politisch bedeutsamste Versuch, die Verbrechen der Nationalsozialisten strafrechtlich zu verfolgen und die Deutschen mit der Judenvernichtung zu konfrontieren. Als Korrespondentin der Tageszeitung MAARIV sah sich Inge Deutschkron vor die besondere Herausforderung gestellt, die Geschehnisse von Auschwitz einer israelischen Leserschaft zu schildern, die diese zum Teil selbst erlebt hatte. Sie hat an der Eröffnung des Prozesses im Dezember 1963, am Ortstermin in Auschwitz im Dezember 1964 und im Jahr 1964 als ständige Korrespondentin am Prozessgeschehen teilgenommen. Dr. Beate Kosmala hat die Berichte von Inge Deutschkron nun aus dem Englischen übertragen und herausgegeben.

Eine Veranstaltung der Inge Deutschkron Stiftung und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
>>> Zur Einladung

Inge Deutschkron: Auschwitz war nur ein Wort.
Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965
ISBN: 978-3-86331-417-0 | 328 Seiten | 24,– €
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Mittwoch, 13. Februar 2019 | 18.00 Uhr
LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler

Gierden-Saal
Ehrenfriedstraße 19
50259 Pulheim-Brauweiler

Buchvorstellung
Verlorene Freiheit. Nationalsozialistische Schutzhaft 1933/34 im heutigen Rhein-Erft-Kreis

Begrüßung: Dr. Mark Steinert, LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Einführung: Josef Wißkirchen, Pulheim (Herausgeber)Moderiertes Gespräch mit den Autorinnen und Autoren: Michael Cöln, Wolfgang Drösser, Susanne Harke-Schmidt, Dr. Jochen Menge, Josef WißkirchenModeration: Dr. Wolfgang Schaffer, Archiv des LVR

In zahlreichen Beiträgen befasst sich die von Josef Wißkirchen herausgegebene Publikation „Verlorene Freiheit“ mit dem Thema der „Nationalsozialistischen Schutzhaft 1933/34 im heutigen Rhein-Erft-Kreis“.
Unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Hitler-Regierung ermöglichte eine Verordnung vom 4. Februar 1933 bis zu dreimonatige Inhaftierungen von politischen Gegnern ohne richterlichen Beschluss. Durch die „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933 wurde die Polizei ermächtigt, Personen für unbegrenzte Zeit in sogenannte Schutzhaft zu nehmen. Vor allem Kommunisten, aber auch Sozialdemokraten waren die ersten Opfer. Für diese Inhaftierten wurde ein neuer Haftstätten-Typus geschaffen, die sogenannten Schutzhaftlager. Aus ihnen entwickelten sich die frühen Konzentrationslager. Im Bereich des heutigen Rhein-Erft-Kreises war dies das KZ Brauweiler, für das Teile der Arbeitsanstalt Brauweiler genutzt wurden und das bis März 1934 bestand. Allein im Raum Rhein-Erft wurden 1933 rund 500 Personen verhaftet.

Eine Veranstaltung des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums.
>>> Zur Einladung
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Josef Wißkirchen (Hrsg.): Verlorene Freiheit.
Nationalsozialistische Schutzhaft 1933/34 im heutigen Rhein-Erft-Kreis
Rheinprovinz. Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der Rheinischen Provinzialverwaltung und des Landschaftsverbandes Rheinland, Band 28
ISBN: 978-3-86331-452-1 | 664 Seiten | 39,00 Euro
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Donnerstag, 7. Februar 2019 | 18.00 Uhr
Gedenkstätte KZ Osthofen

Ziegelhüttenweg 38
67574 Osthofen

Buchpräsentation und Ausstellungseröffnung
Gewerkschafter im Konzentrationslager Osthofen

mit Angelika Arenz-Morch, Dr. Stefan Heinz, Prof. Dr. Siegfried Mielke, Renate Knigge-Tesche, Kerstin Hetzel, Wolfgang Hasibether und anderen

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und im Zusammenhang mit der Zerschlagung der Freien Gewerkschaften im Frühjahr 1933 wurden zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre in „Schutzhaft“ genommen. Trotz des NS-Terrors schlossen sich nicht wenige ehemals gewerkschaftlich Organisierte in Widerstandsgruppen zusammen. Viele wurden Opfer der NS-Herrschaft. Das Konzentrationslager Osthofen nahm 1933/34 eine Schlüsselstellung bei der Verfolgung der politischen und gewerkschaftlichen Opposition im Volksstaat Hessen ein. Maßgeblich verantwortlich dafür war der damalige Polizeipräsident für den Volksstaat Hessen, der NS-Jurist Dr. Werner Best, der bereits 1931 ein Szenario für die Ausschaltung von Gegnern der NSDAP entworfen hatte.
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Angelika Arenz-Morch/Stefan Heinz (Hrsg.)
Gewerkschafter im Konzentrationslager Osthofen 1933/34
Biografisches Handbuch
Herausgegeben im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Gewerkschafter im Nationalsozialismus
Verfolgung – Widerstand – Emigration, Band 8
Januar 2019 | ISBN: 978-3-86331-439-2 | 602 Seiten | 34,00 Euro
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Dienstag 5. Februar 2019 | 19.00 Uhr
Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg

Buchpräsentation
Der Fall Globke

Propaganda und Justiz in Ost und West
Vortrag: Dr. Klaus Bästlein, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Dr. Ingo Müller, Berlin

Der Jurist Hans Globke (1898–1973) verfasste nicht nur den wichtigsten Kommentar zu den NS-Rassengesetzen, sondern schuf auch jene Verordnungen, die der Deportation der Juden den Weg bereiteten. Nach dem Krieg machte ihn Adenauer zum Chef des Bundeskanzleramts.
In seiner Studie „Der Fall Globke“ führt Klaus Bästlein aus, dass Globke nicht nur für die Integration der NS-Eliten in fast alle Bereiche der bundesdeutschen Gesellschaft stand, sondern auch Propaganda-Attacken der DDR gegen die „Kontinuität faschistischer Herrschaft“ auslöste. Sein Fall verdeutlicht das Scheitern der Strafverfolgung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik. Das Oberste Gericht der DDR verurteilte Globke 1963 in Abwesenheit wegen „in Mittäterschaft begangenen fortgesetzten Kriegsverbrechens und Verbrechens gegen die Menschlichkeit in teilweiser Tateinheit mit Mord“ zu lebenslangem Zuchthaus. Das bemerkenswerte Urteil ist jedoch kaum bekannt.
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Klaus Bästlein: Der Fall Globke. Propaganda und Justiz in Ost und West
September 2018 | ISBN: 978-3-86331-424-8 | 304 Seiten | 22,00 €
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Freitag, 18. Januar 2019
Café Kollektiv Kabale

Geismar Landstr. 19
37083 Göttingen

Veranstaltung und Buchvorstellung:
Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust
Referent: Steffen Hänschen, Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V.

Mehr Infos: https://www.bw-verdi.de/…/AWB-819101_transitghettos_18.01.2…
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Steffen Hänschens Buch „Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust“ erschien 2018:
ISBN: 978-3-86331-381-4 | 608 Seiten | 29,90 €
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Dienstag, 15. Januar 2019 | 15 Uhr
Berliner Landeszentrale für politische Bildung

im Amerika Haus am Bahnhof Zoo
Hardenbergstraße 22
10623 Berlin

Zeitzeugenbörse
Auf den Spuren geflüchteter Juden und Nazis in Bolivien

Referentin Dr. Juliana Ströbele-Gregor
Moderation: Eva Geffers

Bolivien war lange Zeit ein Zufluchtsland der Deutschen. In den 1930er-Jahren fanden verfolgte Juden und Gegner des Nazi-Regimes dort Schutz. Die deutsche Minderheit verhielt sich reserviert ihnen gegenüber, denn viele Mitglieder vertraten eine nationalsozialistische Gesinnung. Nach 1945 kamen NS-Anhänger nach Bolivien, um einer Strafverfolgung in Europa zu entgehen. Beispiele sind Klaus Barbie, der „Schlächter von Lyon“ und dann CIA-Agent, und Hans Ertl, ehemaliger Kameramann von Leni Riefenstahl, dessen Tochter Monika sich später der Guerilla-Bewegung anschloss. Die Kultur- und Sozialanthropologin Dr. Juliana Ströbele-Gregor (FU Berlin) hat als Jugendliche in den 1950er-Jahren diese merkwürdige soziopolitische Gemengelage erlebt und später erforscht.

Die Zeitzeugenbörse findet in Kooperation mit der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz statt.
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Sonntag, 27. Januar 2019 | 11.30 Uhr
Bürgerzentrum Villa Leon

Großer Saal
Schlachthofstraße/Philipp-Koerber-Weg 1
90439 Nürnberg

Transnationale Spurensuche in den Anden
Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in Bolivien

Literarische Matinee mit Juliana Ströbele-Gregor

Als Tochter des ersten deutschen Botschafters nach dem Zweiten Weltkrieg kam Juliana Gregor 1952 als Neunjährige nach Bolivien. Die alteingesessene deutsche Kolonie war deutschnational eingestellt, viele ihrer Mitglieder waren überzeugte Nazis. In den 1930er-Jahren war Bolivien für die von den Nationalsozialisten verfolgten Juden zu einem begehrten Zufluchtsland geworden. Nach dem Krieg folgten ihnen NS-Täter, die sich der Strafverfolgung in Europa entziehen wollten, allen voran Klaus Barbie, der „Schlächter von Lyon“, sowie Nazis wie Hans Ertl, einst Kameramann von Leni Riefenstahl. Dessen Tochter Monika soll den Mörder von Che Guevara erschossen haben. Juliana Ströbele-Gregor lernte Menschen aus beiden Einwanderergruppen kennen. Sie setzt sich mit den Lebenswelten der aus völlig unterschiedlichen Gründen in die Anden Geflohenen und ihren wechselseitigen Beziehungen auseinander.

Eintritt (nur Tageskasse): 5/3 € (erm.)
Die Veranstaltung findet in spanischer und deutscher Sprache statt.
http://www.lateinamerikawoche.de/2019/programm_detail.php#matinee

Das Buch ist im Mai 2018 im Metropol Verlag erschienen:
Juliana Ströbele-Gregor: Transnationale Spurensuche in den Anden
Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in Bolivien
ISBN: 978-3-86331-395-1 | 235 Seiten | 22,– €
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Dienstag, 15. Januar 2019 | 19.30 Uhr
Buchhandlung BiBaBuZe

Aachener Straße 1
40223 Düsseldorf

Buchvorstellung
Ewald Ochel: „Was die nächste Zeit bringen wird, sind Kämpfe“
Erinnerungen eines Revolutionärs (1914-1921)

mit Joachim Schröder
Moderation: Sabine Reimann
in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf

Mitunter muten sie an wie ein Schelmenroman: die Erinnerungen von Ewald Ochel. Sozialdemokrat, dann Kommunist, kein Theoretiker – ein Praktiker der Revolution 1918/19. Parteiisch, rastlos, turbulent schildert Ochel seine Erlebnisse: Widerstand gegen den Krieg, Desertion und Flucht in die Niederlande, die Herausgabe der Zeitung „Der Kampf“ in Amsterdam an der Seite Carl Minsters und Wilhelm Piecks, die Beteiligung an der Revolution an vorderster Front in seiner Heimatstadt Düsseldorf und in der Münchner Räterepublik. Ochels Perspektive spiegelt die Sicht Hunderttausender, die von den Ergebnissen der Revolution enttäuscht waren und in das Lager der radikalen Linken wechselten. Kritisch kommentiert, eingeordnet und mit zahleichen Dokumenten und Abbildungen durch den Herausgeber ergänzt.

Joachim Schröder, Historiker (1973), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus an der Hochschule Düsseldorf und Leiter des Erinnerungsortes Alter Schlachthof. Forschungen und Publikationen zur Geschichte des Nazismus, der Weltkriege, des Sozialismus und Kommunismus.

Das Buch ist im November 2018 im Metropol Verlag erschienen, herausgegeben und mit einer biografischen Notiz versehen von Joachim Schröder:
ISBN: 978-3-86331-435-4 | 311 Seiten | 24,– €