Termine


Nächste Veranstaltungen

Mittwoch, 26. Februar 2020 | 20.00 Uhr
Buchhandlung Im Schanzenviertel

Schulterblatt 55
20357 Hamburg

Lesung
Über Rassismus und Widerstand
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte

Lesung mit dem Schauspieler Sunga Weineck und anschließendem Gespräch mit den Autor*innen Andreas Nakic, Gewaltpräventionstrainer, und Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin und Kuturwissenschaftlerin, die die autobiographische Lebensgeschichte von Andreas Nakic in einen historischen und gesellschaftliche Kontext einordnet.

Nach 51 Jahren sieht Andreas Nakic (geboren 1962 in Denver/Colorado unter dem Namen Reginald Vincent Robbie als Sohn des Schwarzen äthiopischen Studenten Bekele Walde Semayat und der weißen US-Amerikanerin Elizabeth Robbie) auf dem Kölner-Bonner Flughafen seine leibliche Mutter zum ersten Mal wieder. Dazwischen lag für die Mutter, die ihren Sohn auf Druck der Familie erst zur Adoption freigegeben hatte und nach einigen Monaten zurückhaben wollte eine lange Zeit des Verlusts und Lug und Betrugs von Seiten der katholischen Adoptionsorganisation über den Aufenthalt ihres Sohnes im Heim und in der Adoptionsfamile.

Andreas Nakic wird mit 3 Jahren von einer weißen deutsch-amerikanischen Familie adoptiert, die bereits vier leibliche Kinder hat. Ende der sechziger Jahre zieht die Famile nach Deutschland, erst nach Göttingen, dann nach Köln. In der leiblichen Familie wurde Andreas Nakic als „bi-racial“ Kind als möglicher Hemmschuh in der Vita der Familie für den weiteren gesellschaftlichen und politischen Aufstieg der reichen und katholischen Familie gesehen. Mit Deutschland kommt Andreas Nakic in eine Gesellschaft, in der Deutschsein mit Weißsein gleichgesetzt wird.

Eine Gesellschaft die seit der Kolonialzeit, über Weimar, die NS-Zeit bis in die BRD rassistisch gegen Schwarze Menschen agiert. All diese Erfahrungen von Diskriminierung, Gewalt, Isolation, Psychiatrie, nicht dazugehörend fühlend und Selbstentwertung muss auch Andrea Nakic als Afro-Deutscher in Schule und sozialem Umfeld machen. Gleichzeitig ist er in seiner Adoptivfamilie psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Mit Wut und Empörung erzählt er von dieser Zeit. Er erzählt aber auch, wie diese Erfahrungen, vor und nach der Trennung von der Adoptivfamilie, zu Überlebenstrategien, zur Selbstermächtigung, zur Aneignung von Handlungsmacht und zur Befreiung von der Opferrolle führten und ihm eine eigene Identität ermöglichten.

Eintritt 3,- Euro
> Info
———
Andreas Nakic/Marianne Bechhaus-Gerst
Über Rassismus und Widerstand
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte
September 2019 | ISBN: 978-3-86331-492-7 | 240 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Donnerstag, 5. März 2019 | 19.00 Uhr
Der CORRECTIV Buchladen

Akazienallee 10
45127 Essen

Über Rassismus und Widerstand
Lesung, Buchvorstellung und Gespräch
mit Andreas Nakic, Marianne Bechhaus-Gerst und Sunga Weineck

Eine Lesung über Gewalt, Anderssein und Diskriminierung mit den Autoren Andreas Nakic, Marianne Bechhaus-Gerst und dem Schauspieler Sunga Weineck.

Andreas Nakic wird 1962 in Colorado als uneheliches Kind einer 19-jährigen weißen US-Amerikanerin und eines äthiopischen Austauschstudenten geboren. Er wird zur Adoption freigegeben und nach drei Jahren im Heim von einer weißen deutsch-amerikanischen Familie adoptiert, die bereits vier leibliche Söhne hat.
Die Adoptiveltern lassen ihn spüren, dass er anders ist und eigentlich nicht dazu gehört. Psychische wie physische Gewalt prägen das Leben in der Familie. In der Schule, im gesellschaftlichen Umfeld und in der Adoptivfamilie gehören rassistische Übergriffe für ihn zur alltäglichen Erfahrung. Doch Andreas setzt sich zur Wehr, erkämpft mit 17 seine Unabhängigkeit von den ungeliebten Adoptiveltern und beginnt, seinen eigenen Weg zu gehen.
Mit 51 beschließt er, seine leibliche Mutter zu suchen. Die Wiedervereinigung von Mutter und Sohn findet im Herbst 2013 in Köln statt. Schnell stellt sich heraus, dass beider Leben von Lug und Betrug durch jeweils vermeintlich wohlmeinendes Umfeld geprägt wurden.
Das Buch entstand auf der Grundlage von Interviews, in denen Andreas seine Lebensgeschichte in seinen eigenen Worten, unzensiert und roh, erzählen konnte. Auch Andreas Mutter kommt zu Wort und beschreibt ihre Erfahrungen mit Verlust und Wiedervereinigung. Ergänzt werden die Interviews und Erfahrungsberichte durch Sachtexte, die helfen sollen, die individuellen Lebensgeschichten in einen größeren historischen und gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
>>> Info
__________

Andreas Nakic/Marianne Bechhaus-Gerst
mit Diane Truly
Über Rassismus und Widerstand
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte
Oktober 2019 | ISBN: 978-3-86331-492-7 | 240 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Samstag, 14. März 2020 | 16.00 Uhr
Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke

Ehemaliger Stasi-Kinosaal
Dittrichring 24
04109, Leipzig (Zentrum)

Buchvorstellung und Gespräch mit Petra Riemann
„Die Stasi, der König und der Zimmermann“

Moderation: Torsten Sasse

Eine Tochter, die versucht die Stasi-Tätigkeit ihres berühmten Vaters, des DDR-Schauspielers Lutz Riemann aufzuarbeiten.

Im Sommer 2013, mitten im Bundestagswahlkampf, berichtet die „WELT am Sonntag“, dass der DDR-Schauspieler Lutz Riemann als IM für die Auslandsspionage des MfS (HV A) gearbeitet hat. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 1970er-Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert.
Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, gibt seine Stasi-Tätigkeit unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer IM war. Im Gegenteil: Sie kennt ihn als liberalen Familienvater, der seine Kinder zum freien Denken und zum Widerspruch in der Diktatur ermuntert hat.
Wie passt das zusammen? Wer verbirgt sich hinter „Richard König“? Petra Riemann muss versuchen, diese Fragen zu beantworten, zum einen, um Klarheit zu gewinnen über ihre eigene Vergangenheit in der DDR, zum anderen, um endgültig ihren Platz im „neuen“ Deutschland zu finden.
>>> Info

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V. und dem Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
—-
Petra Riemann (mit Torsten Sasse)
Die Stasi, der König und der Zimmermann
Eine Geschichte von Verrat
ISBN: 978-3-86331-465-1 | 283 Seiten | 22,00 Euro
_____________________________________________________________

Donnerstag, 2. April 2020 | 19.00 Uhr
Mahnmal St. Nikolai

Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg

Buchvorstellung
Gewalt im November 1938 – Die „Reichskristallnacht“ – Initial zum Holocaust
Mit Prof. Wolfgang Benz

Mit der „Reichskristallnacht“ begann offene Gewalt gegen Juden, staatlich inszeniert, ausgeübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren.
In seinem Buch Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht“ – Initial zum Holocaust (2018) legt Wolfgang Benz dar, dass die Pogrome im November – Brandstiftung gegen Synagogen, Plünderung und öffentliche Misshandlung der Juden – ein Rückfall in finstere Barbarei waren. Ihnen folgten die Beraubung und Entrechtung der Juden durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie. Anfang 1939 war die wirtschaftliche und öffentliche Existenz der deutschen Juden zerstört. Der Ghettoisierung in „Judenhäusern“, Reglementierung des Alltags, Zwangsarbeit und schließlich völligen Rechtlosigkeit folgten das Verbot der Auswanderung, die Kennzeichnung mit dem „Judenstern“, die Deportation in Ghettos und Vernichtungsstätten im Osten und der organisierte systematische Judenmord. Die „Reichskristallnacht“ war der Auftakt zum Holocaust.

Prof. Dr. Wolfgang Benz (Berlin) ist Professor em. an der Technischen Universität Berlin. Bis 2011 war er Leiter des dortigen Zentrums für Antisemitismusforschung.
Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
>>> Info
_____________________________________________________________

Donnerstag, 2. April 2020 | 19.00 Uhr
EL-DE-Haus

NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln

Lesung:
Die Familie Ganz und die Lengfeldt’sche Buchhandlung.
Lebensgeschichten einer jüdischen Buchhändlerfamilie
Mit Brigitte und Fritz Bilz (Herausgeber*innen)

Die Lengfeldt’sche Buchhandlung – vor der Nazizeit die größte Buchhandlung im Rheinland. Ihre Inhaber*innen: die jüdische Familie Ganz, Alexander, Cläre, geb. Meyer, mit ihren Kindern Anna, Karl-Justus, Lisbeth und Felix. Eine gebildete und hoch angesehene Familie in Köln.
Die Gemeinschaft zerbricht, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen. 1934 emigriert der Großteil der Familie unter teilweise abenteuerlichen Umständen nach Belgien, Palästina, Frankreich, später Amerika.
Ihre Fluchtgeschichten und ihre Versuche, im Ausland Fuß zu fassen haben sie für ihre Kinder und Enkel aufgeschrieben. Entstanden sind authentische Berichte, die anschaulich und anrührend die Schicksale der Familienmitglieder beschreiben.
>>> Info
€ 4,50 | ermäßigt: € 2,00
_____________________________________________________________

Freitag, 3. April 2020 | 19:30 Uhr
Lengfeld’sche Buchhandlung

Kolpingplatz 1
50667 Köln

„Die Familie Ganz und die Lengfeld’sche Buchhandlung“
Buchvorstellung mit den Herausgebern Brigitte Bilz und Fritz Bilz

Im Jahre 1880 übernahm Alexander Ganz die 1842 gegründete Lengfeld’sche Buchhandlung. Bis zur „Arisierung“ 1935 führten sein Sohn Felix und der Schwiegersohn Max Pinette die Buchhandlung nach dem Tode von Alexander Ganz weiter.
Die beiden Autoren lesen aus den von mehreren Familienmitgliedern von 1945 bis 1992 verfassten Lebensberichten aus dem Buch. Dabei geht es insbesondere um die Geschichte der Buchhandlung, aber auch um die Flucht- und Verfolgungsgeschichte der Familie Ganz. Aus dem Nachlass und durch Überlebende erhielten die beiden Autoren diese Mitteilungen und haben sie historisch eingeordnet und mit Erläuterungen versehen.
>>> Info
—-
Brigitte Bilz und Fritz Bilz (Hrsg.):
Die Familie Ganz und die Lengfeld’sche Buchhandlung
Lebensgeschichten einer jüdischen Buchhändlerfamilie
Kleine Reihe des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Band 2
ISBN: 978-3-86331-510-8 | 262 Seiten | 19,– €
Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Ende Februar 2020
_____________________________________________________________

Vergangene Veranstaltungen

Donnerstag, 20. Februar 2020 | 18.30 Uhr
Schöneberg Museum

Hauptstraße 40/42
10827 Berlin

Die Banalität des Guten – Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte im Nationalsozialismus 1941–1945
Buchvorstellung und Autorinnengespräch mit Dr. Susanne Beer

Schätzungen besagen, dass sich während des Zweiten Weltkriegs einige zehntausend Deutsche entschlossen, jüdische Verfolgte zu unterstützen. Wie lässt sich die Entstehung dieser Form des Widerstands im Land der Täter erklären? Die vorliegende Untersuchung lädt dazu ein, Schritt für Schritt nachzuvollziehen, wie sich die Praxis der Hilfe entfaltete. Dabei wird deutlich, dass es mitunter recht banale Umstände waren, die den Prozess in Gang brachten. Zugleich treten Widersprüche im Verhalten der Helfenden zutage, die unsere Vorstellungen vom Wesen des Guten ins Wanken bringen.

Alle Infos auch unter https://www.museen-tempelhof-schoeneberg.de
——————
Susanne Beer: Die Banalität des Guten
Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte 1941–1945
ISBN: 978-3-86331-396-8 | 385 Seiten | 24,– €
_____________________________________________________________

Freitag, 14. Februar 2020 | 19.00 Uhr
Müßiggang, Second-hand-Buchhandlung

Oranienstr. 14 A
10999 Berlin

Buchvorstellung und Gespräch mit Nelly Kleins Tochter, Eva Sturm

Sofort nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Österreich im März 1938 setzen dort antisemitische Ausschreitungen und Hetzjagden gegen die jüdische Bevölkerung ein. Nachdem sie ihres Hab und Guts beraubt worden sind, flieht die jüdische Familie Klein aus Wien im August 1939 nach Belgien. Völlig mittellos sind sie dort auf die Hilfe des Flüchtlingskomitees angewiesen. Als die Wehrmacht im Mai 1940 auch in Belgien einmarschiert, gerät Familie Klein erneut in das Visier der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Ihre Tochter Nelly schließt sich dem Travail allemand an, einer Widerstandssektion der exilkommunistischen KPD, KPÖ und KPC, deren Ziel es ist, den Kampfgeist der Wehrmachtssoldaten zu brechen. Nelly soll mit Wehrmachtssoldaten anbändeln, um sie zum Verrat militärischer Geheimnisse, zum Desertieren und zur Mitarbeit im Widerstand zu bewegen.

Veranstalter: Arbeiter*innen-Bildungsverein
——————
Tanja von Fransecky: Bis ans Maul der Bestie
Nelly Klein – eine österreichische Jüdin im belgischen Widerstand
Berlin 2019
ISBN: 978-3-86331-444-6 | 155 Seiten | 16,– €
_____________________________________________________________

Mittwoch, 12. Februar 2020 | 18.00 Uhr
Zentralbibliothek Bremen

Am Wall 201
28195 Bremen

Briefe aus Stein – Von Nazi Deutschland nach Südafrika
Buchvorstellung und Vortrag mit Steven Robins (Professor für Soziologie und Anthropologie an der Universität Stellenbosch). Die bremer shakespeare company trägt einige Briefe vor.

Der Soziologe und Anthropologe Steven Robins widmet seiner in Auschwitz und Riga ermordeten Familie ein zugleich persönliches und wissenschaftlich fundiertes Buch: Seinem Vater gelingt 1936 die Flucht aus Erfurt nach Kapstadt. Steven wächst in Südafrika zur Zeit der Apartheid auf. Nach dem Ende der Apartheid und dem Tod des Vaters, wird er erstmals mit seinen jüdischen Wurzeln konfrontiert, als er Briefe der Familie Robinski an den Vater aus den späten 1930er- und 1940er-Jahren entdeckt. Diese geben ihm Aufschluss über ihr Schicksal in Berlin, Riga und Auschwitz. Die Bremer Shakespeare Company trägt einige dieser Briefe szenisch vor.

Veranstalter: Jobcenter Bremen, Heinrich Böll-Stiftung Bremen, Stiftung die schwelle, Aus den Akten auf die Bühne / Uni Bremen, Stadtbibliothek Bremen
___________________________________________________________

Montag, 10. Februar 2020 | 19.00 Uhr
Potsdam Museum

Alter Markt 9
14467 Potsdam

Schattenspiel
Pfarrer Eckart Giebeler zwischen Kirche, Staat und Stasi
Buchvorstellung und Diskussion

Begrüßung
Dr. Maria Nooke, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur
Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin des Sprengels Potsdam der Ekbo

Vortrag „Pfarrer Eckart Giebeler zwischen Kirche, Staat und Stasi“
Dr. Marianne Subklew-Jeutner

Podiumsgespräch
Heilgard Asmus, Dr. Marianne Subklew, Dr. Tobias Wunschik (HU Berlin)
Moderation: Dr. Maria Nooke

Pfarrer Eckart Giebeler arbeitete von 1949 bis 1992 als evangelischer Gefängnisseelsorger in bis zu zehn Haftanstalten der DDR und verpflichtete sich 1959 per Handschlag zur Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Als IM „Roland“ schrieb er Berichte über Inhaftierte, besprach Tonbänder mit Informationen über Pfarrkonvente und Pfarrer-Kollegen und übergab dem MfS Dokumente, die „nur zum innerkirchlichen Dienstgebrauch“ bestimmt waren. 1992 veröffentlichte Giebeler seine Autobiografie unter dem Titel „Hinter verschlossenen Türen. Vierzig Jahre als Gefängnisseelsorger in der DDR“, in der er u. a. beschreibt, wie er den Anwerbungen des MfS als Christ und Pfarrer widerstanden habe.
Die Geschichte von Eckart Giebeler ist in ihren individuellen Dimensionen die Geschichte einer persönlichen Tragik. Aber sie ist auch eine Geschichte von Schuld und Verrat, ungeklärtem kirchlichen Leitungsverhalten und letztlich eine Geschichte der Suche nach Zugehörigkeit, die Eckart Giebeler auf seine Weise beantwortet hat.

Eine Veranstaltung der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und der Generalsuperintendentur des Sprengels Potsdam der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
> Info
——————
Marianne Subklew-Jeutner: Schattenspiel. Pfarrer Eckart Giebeler zwischen Kirche, Staat und Stasi, Berlin 2019
ISBN: 978-3-86331-498-9 | 456 Seiten | 24,– €
___________________________________________________________

Freitag, 7. Februar 2020 | 19.00 Uhr
Gedenkstätte Zellentrakt

Rathausplatz 1
32052 Herford

Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust
Lesung mit Dr. Steffen Hänschen

(Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V., Kassel)

Im Begleitprogramm zur Ausstellung:
AKTION REINHARDT – Sie kamen ins Ghetto und gingen ins Unbekannte

Im Jahr 2020 jährt sich die „Aktion Reinhard“ zum 78. Mal. Diesem nationalsozialistischen Mordprogramm fielen im Laufe von nur anderthalb Jahren fast 2 Millionen Menschen zum Opfer. Fast alle Opfer waren Jüdinnen und Juden aus dem deutsch besetzten Polen, teilweise kamen sie aber auch aus dem Deutschen Reich, dem Protektorat Böhmen und Mähren, der Slowakei, den Niederlanden und weiteren westeuropäischen Ländern. Die übergroße Mehrheit der Jüdinnen und Juden, die Ende 1941 auf dem Gebiet des Deutschen Reichs lebten, wurde im Laufe des Jahrs 1942 »nach Osten« deportiert und ermordet.
Der Distrikt Lublin im Generalgouvernement war eines der Hauptziele der Deportationen. Bis Juni 1942 wurden die Deportierten jedoch nicht sofort in den Mordlagern der »Aktion Reinhardt« (Belzec, Sobibor und Treblinka) getötet, sondern auf sogenannte Transitghettos verteilt. Die Bedingungen, mit denen die Deportierten in den Transitghettos konfrontiert wurden, waren katastrophal. Viele starben an Unterernährung, den ungenügenden hygienischen Zuständen oder aufgrund von Repressalien. Das größte Transitghetto befand sich in Izbica. In den Ort wurden fast 20000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern verschleppt. Am 26. April 1942 ging ein Sammeltransport auch von Stuttgart nach Izbica. Parallel zu der Ankunft der Deportierten ab März 1942 begannen die Verschleppungen in die Mordlager Sobibor und Belzec. Im Herbst 1942, ein halbes Jahr nach den ersten Deportationen in die Transitghettos waren diese bereits aufgelöst und die Bewohner ermordet.
> Info
——————
Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust
Berlin 2018
ISBN: 978-3-86331-381-4 | 608 Seiten | 29,90 €
___________________________________________________________

Donnerstag, 6. Februar | 19 Uhr
Geschichtsort Villa ten Hompel

Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Fotos aus Sobibor
Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus

Dr. Steffen Hänschen (Berlin)
Einblicke in die Welt der Vernichtung

Unterschiedliche Orte und Aspekte der nationalsozialistischen Verbrechen haben bis heute keinen adäquaten Platz in der gesellschaftlichen Erinnerung eingenommen. Hierzu zählt im Besonderen die als “Aktion Reinhard” bezeichnete Ermordung von mehr als 1,8 Millionen überwiegend polnischen Jüdinnen und Juden in den Mordlagern Sobibor, Belzec und Treblinka.
Die privaten Fotos des NS-Täters Johann Niemann gewähren neue Einblicke in die von den Nationalsozialisten eigentlich mit einem generellen Bilderverbot belegte Welt der Vernichtung der europäischen Juden. Sichtbar werden der Alltag von Akteuren der “Euthanasie”-Morde im Deutschen Reich der Jahre 1940 und 1941 sowie der Alltag an jenen Dienstorten im deutsch besetzten Polen, die für einige der Täter auf ihren Einsatz in der “T4”-Aktion folgten: die Vernichtungslager Belzec und Sobibor.
Die Foto-Kollektion wurde in einem Kooperationsprojekt des Bildungswerk Stanisław Hantz und der Forschungsstelle Ludwigsburg in jahrelanger Arbeit wissenschaftlich ausgewertet.

Dr. Steffen Hänschen ist Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V. und begleitet die Bildungsreise zur “Aktion Reinhard”. Zu seinen Publikationen zählt „Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust“ (2018). Er ist Übersetzer des Bandes „Das Vernichtungslager Bełżec“ von Robert Kuwałek (2014). Hänschen führt regelmäßig Zeitzeugengespräche, hier im Bild mit der Überlebenden des Warschauer Ghettos, Ada Willenberg.

Am Stand des Buchladens „Rosta“ können Bücher des Autors erworben werden, die Steffen Hänschen auf Wunsch signiert.

In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e. V., Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Münsterland e. V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V.
> Info
——————
Fotos aus Sobibor
Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus
Herausgegeben vom Bildungswerk Stanisław Hantz e. V.
und von der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart
Autorinnen und Autoren: Martin Cüppers, Annett Gerhardt, Karin Graf, Steffen Hänschen, Andreas Kahrs, Anne Lepper, Florian Ross
ISBN: 978-3-86331-506-1 | 382 Seiten | 29,– Euro
___________________________________________________________

Donnerstag, 6. Februar 2020 | 19.00 Uhr
Stadtmuseum Kaufbeuren
Kaisergäßchen 12–14
87600 Kaufbeuren

Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Buchvorstellung und Lesung mit Leo Hiemer

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz. Eine Stadt geht auf Spurensuche.“ Oktober 2018–Mai 2020
___________________________________________________________

Dienstag, 28. Januar 2020 | 19.00 Uhr
Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin-Kreuzberg

Fotos aus Sobibor
Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus

Buchpräsentation mit:
PD Dr. Martin Cüppers, Andreas Kahrs, Anne Lepper
Moderation: Prof. Dr. Michael Wildt

Eine Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors gemeinsam mit dem Bildungswerk Stanisław Hantz e.V., der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart und dem Metropol Verlag
————–
Fotos aus Sobibor
Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus
Herausgegeben vom Bildungswerk Stanisław Hantz e. V.
und von der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart
Autorinnen und Autoren: Martin Cüppers, Annett Gerhardt, Karin Graf, Steffen Hänschen, Andreas Kahrs, Anne Lepper, Florian Ross
ISBN: 978-3-86331-506-1 | 384 Seiten | 29,– Euro
_____________________________________________

Montag, 27. Januar 2020 | 18.30 Uhr
Museum Mahnmal St. Nikolai

Willy-Brandt-Straße 60,
20457 Hamburg

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben”
Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen

Andacht und Eröffnung der Sonderausstellung in Kooperation mit dem Förderverein Mahnmal St. Nikolai e.V.

18.30 Uhr Carillonkonzert
Werner Lamm, Kirchenmusiker und Carillonneur

19.00 Uhr Ökumenische Andacht
Dr. Martin Vetter, Hauptpastor und Propst der Hauptkirche St. Nikolai
Dr. Jacek Bystron, Pfarrer der Polnischen Katholischen Mission Hamburg

19.30 Uhr Eröffnung der Sonderausstellung
Begrüßung: Klaus Francke, Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.
Grußwort: David Patrician, Freier Journalist und Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Einführender Vortrag: Dr. Astrid Ley, Ausstellungskuratorin der Gedenkstätte Sachsenhausen
Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für Politische Bildung
> Info
___________________________________________________________

Dienstag, 21. Januar 2020, 19 Uhr
Ausstellungsraum der IG Metall

Alte Jakobstraße 149
10969 Berlin

Eröffnung der Wanderausstellung
„Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.“

Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933–1945
mit einer Einführung von Prof. Dr. Günter Morsch
&
Kleine Buchvorstellung
„Alwin Brandes – Oppositioneller, Reformer, Widerstandskämpfer“

mit Autor Dr. Stefan Heinz
> Info
Anmeldung unter: manuela.raddatz@igmetall.de
Die Ausstellung wird vom 22. Januar bis 28. Februar im IG Metall-Haus gezeigt.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 14.30 Uhr
————–
Siegfried Mielke/Stefan Heinz:
Alwin Brandes (1866–1949)
Oppositioneller – Reformer – Widerstandskämpfer
ISBN: 978-3-86331-486-6 | 566 Seiten | 29,– €
————–
Siegfried Mielke/Günter Morsch (Hrsg.):
„Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.“ Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933–1945
ISBN: 978-3-86331-031-8 / 240 Seiten | 19,– €
___________________________________________________________

Dienstag, 21. Januar 2020 | 18 bis 19.30 Uhr
Museum Reinickendorf

Kabinett
Alt-Hermsdorf 35
13467 Berlin

Lesung der Autorin Christiane Carstens aus ihrem Buch „Untergetaucht auf Reiswerder“

Am 23. August 1944 landeten Beamte der Gestapo mit einem Ruderboot am Ufer der Insel Reiswerder im Tegeler See. Dort war eine kleine Gruppe von Jüdinnen und Juden auf der Flucht vor Verfolgung und Deportation untergetaucht. 18 Monate hatten sie auf der Insel versteckt und geschützt gelebt, ohne einander zu kennen. Nun aber hatte ein Spitzel sie denunziert.
Christiane Carstens erzählt die Geschichte des Ehepaares Wilhelm und Margarete Daene, jenen „stillen Helden“, die drei jüdische Zwangsarbeiterinnen monatelang auf der kleinen Insel versteckten. Carstens hat die Geschichten aufwendig recherchiert und schildert das Schicksal der verfolgten Jüdinnen und Juden. Nach der Lesung stellt die Autorin anhand von filmischen Interviews die Entstehung des Buches dar und lädt das Publikum zu einem Gespräch ein.

Anmeldung unter info@museum-reinickendorf.de oder Telefon 4044062.
> Info
————–
Christiane Carstens
Untergetaucht auf Reiswerder
Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins
ISBN: 978-3-86331-468-2 | 96 Seiten | 12,– €
___________________________________________________________

Dienstag, 21. Januar 2020, 18 Uhr
Archiv der Hansestadt Wismar

Gerberstraße 9a
23966 Wismar

Aberkannt! Die Verfolgung von Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR
Buchvorstellung mit Falk Bersch

Vom 28. Januar bis zum 28. Februar 2020 wird in der Gerichtslaube im Wismarer Rathaus die Wanderausstellung „Jehovas Zeugen im KZ Ravensbrück und in Haftanstalten der DDR“ gezeigt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und wurde 2018 erstmals in der Gedenkstätte Ravensbrück gezeigt. Sie widmet sich Zeuginnen und Zeugen Jehovas (auch als Bibelforscher bekannt), die im NS-Staat unter anderem im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und später in der DDR erneut verfolgt waren. Von völkischen und nationalsozialistischen Kreisen wurden die Bibelforscher bereits in den 1920er-Jahren als „jüdische Bolschewisten“, „Volksverräter“ und „Kommunisten“ verunglimpft. Rund 2800 deutsche Zeuginnen und Zeugen Jehovas sowie 1400 aus den besetzen Ländern wurden als „Schutzhäftlinge“ der Gestapo in die Konzentrationslager deportiert. Im KZ Ravensbrück waren bis zur Befreiung 782 weibliche und 218 männliche Bibelforscher inhaftiert.
Zur Einführung wird Falk Bersch sein Buch „Aberkannt! Die Verfolgung von Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR“ vorstellen.
> Info
————–
Falk Bersch:
Aberkannt! Die Verfolgung von Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR
ISBN: 978-3-86331-379-1 | 350 Seiten | 19,– €
___________________________________________________________

Donnerstag, 23. Januar 2020 | 18.00 Uhr
Freie Universität Berlin

Hörsaal B | Friedrich-Meinecke-Institut
Koserstraße 20
14195 Berlin
(U-Bahnhof Podbielskiallee)

Buchvorstellung
Gunst und Gewalt. Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Dr. Veronika Springmann im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt
Moderation: Prof. Dr. Martin Lücke
Anschließend Empfang

Sport war in den Konzentrations- und später auch in den Vernichtungslagern allgegenwärtig. Übungen aus dem Kanon des Sports oder der Leibesübungen wurden von Aufseher*innen gewaltförmig gegen die Häftlinge gerichtet. Doch auch von den Häftlingen organisierte Fußball spiele fanden in den Lagern statt. Zur Unterhaltung der SS wurden regelmäßig Boxkämpfe veranstaltet, in denen Häftlinge gegeneinander kämpfen mussten. Veronika Springmann untersucht in dieser ersten
Studie zu Sport in NS-Konzentrationslagern das Wechselverhältnis von Geschlecht, insbesondere von Männlichkeit, Sport und Gewalt. Mit ihrer Analyse der Wirkungsweisen von Macht und Gewalt beleuchtet sie einen wichtigen Aspekt der Alltagsgeschichte der Konzentrationslager.

Eine Veranstaltung der Freien Universität Berlin und des Arbeitsbereichs
Didaktik der Geschichte der Freien Universität Berlin
————–
Veronika Springmann:
Gunst und Gewalt. Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern
ISBN: 978-3-86331-500-9 | 310 Seiten | 22,– Euro
___________________________________________________________

Donnerstag, 5. Dezember 2019 | 18.30 Uhr
Ledigenheim

Rehhoffstraße 1-3
20459 Hamburg

2. Bauhaus Gespräch im Ledigenheim
Vorstellung des Buchs: 100 Jahre Bauhaus – Vielfalt, Konflikt und Wirkung

Vielfalt, Konflikt und Wirkung stehen dafür, wenig beachtete Seiten des Bauhauses ins Licht zu rücken. In dieser Bildungsstätte, die vor 100 Jahren in der jungen Weimarer Republik gegründet wurde, ging es um grundsätzliche produktive, künstlerische und gesellschaftliche Neugestaltung. An wen richteten sich die Errungenschaften des Bauhauses? Wohin orientierte sich die Arbeit nach Schließung der Schule? Welche Ergebnisse sind heute aktuell?

Das 2. Bauhaus Gespräch im Ledigenheim diskutiert Wirkungen: Bernd Hüttner (Bremen) zeigt, wie das Bauhaus vereinnahmt wurde. Laura Rosengarten (Leipzig) beleuchtet Zusammenhänge der Zeit nach 1933, nach 1945 und der Gegenwart. Schroeter & Berger (Berlin) stellen ihr Projekt „Das Bauhaus und die kleinen Folgen“ vor. Bianca Hein und Monika Wucher (Hamburg) fragen nach den Möglichkeiten verantwortlicher Bauhaus-Aneignung.
Mit Filmbeispielen. Der Eintritt ist frei.

Besonderen Dank an das Kunstgeschichtliche Seminar der Universität Hamburg.
Eine Veranstaltung der projektgruppe, hamburg und der Stiftung Ros.
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
> Info
————–
100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung.
Hrsg. v. Bernd Hüttner und Georg Leidenberger.
Berlin, Metropol Verlag, 2019.
_____________________________________________________________

Donnerstag, 28. November 2019 | 19.00 Uhr
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Appellhofplatz 23–25
50667 Köln

Erzähl-Abend mit Lesung
Henry Oster: Ein jüdischer Junge überlebt Auschwitz

Mit Dr. Karola Fings (Stv. Direktorin NS-DOK), Aaron Knappstein (Mitarbeiter NS-DOK) und Jörg Fabrizius (Schauspieler)

Mit vier Jahren spaziert er 1939 an der Hand seines Vaters durch die Straßen Kölns. Mit 16 Jahren wird er im April 1945, dem Tod nahe und nun Waise, in Buchenwald befreit. Er emigriert 1946 in die USA und schwört sich, nie wieder deutschen Boden zu betreten. Doch dann bricht er den Schwur und kommt 2010 mit dem Besuchsprogramm der Stadt Köln nach Köln. Er nimmt Kontakt zum NS-DOK auf, und es entsteht ein dynamischer Prozess, der alle Beteiligten bereichert, In seinem Auftrag forscht das NS-DOK nach Holocaust-Überlebenden seiner Familie und findet Mickey Maxwell, eine Groß-Cousine, die ebenfalls in den USA lebt.

Dr. Karola Fings und Aaron Knappstein erzählen von ihren Begegnungen mit (Heinz) Henry Oster, die sie tief berührt und beeindruckt haben. Ein weiteres Ergebnis der Begegnung ist die Autobiografie „Rechts zum Leben, links zum Tod“, aus der der Kölner Schauspieler Jörg Fabrizius einige Passagen vorlesen wird. So kommt Henry Oster in dieser Veranstaltung auch sebst zu Wort, obwohl er leider kurz nach Fertigstellung des Buches am 17. März 2019 verstarb.
——–
Henry H. Oster, Rechts zum Leben, links zum Tod
Ein jüdischer Junge überlebt Litzmannstadt, Auschwitz und Buchenwald
ISBN: 978-3-86331-437-8 | 235 Seiten | 19,– €
___________________________________________________________

Mittwoch, 27. November 2019, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend

Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude
Raum 1.801
60323 Frankfurt

Buchvorstellung
Inge Deutschkron: Auschwitz war nur ein Wort

Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965
mit der Herausgeberin und Übersetzerin Dr. Beate Kosmala

Über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965), der die deutsche Gesellschaft mit der Judenvernichtung konfrontierte und sie nachhaltig veränderte, berichtete auch die Journalistin Inge Deutschkron. Der vorgestellte Band versammelt einen Großteil ihrer täglichen Berichte aus Frankfurt nach Tel Aviv, die sie als Bonner Deutschlandkorrespondentin der israelischen Zeitung Maariv verfasste, sowie einige Reportagen über den Prozess. Sie stand vor der fast unlösbaren Aufgabe, das Grauen von Auschwitz und die Versuche, ihm mit juristischen Mitteln zu begegnen, ihren israelischen Lesern nahezubringen, unter denen viele Überlebende waren.

Dr. Beate Kosmala ist Historikerin und Übersetzerin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung sowie Kuratorin der Gedenkstätte »Stille Helden« in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Die 2019 auf Deutsch erschienenen Beiträge Inge Deutschkrons wurden von ihr übersetzt und herausgegeben.

Eine Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
—————
Inge Deutschkron
Auschwitz war nur ein Wort
Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965
Herausgegeben und aus dem Englischen übertragen von Beate Kosmala
Oktober 2018 | ISBN: 978-3-86331-417-0 | 328 Seiten | 24,– €
________________________________

Freitag, 22. November 2019, 19.30 Uhr
Afrika-Haus Berlin

Bochumer Str. 25
10555 Berlin

Über Rassismus und Widerstand –
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte
Lesung und Gespräch

mit den Autor*innen Andreas Nakic, Gewaltpräventionstrainer,
Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin und Kulturwissenschaftlerin,
und dem Schauspieler Sunga Weineck

Andreas Nakic wird am 16.08.1962 in Denver/Colorado als uneheliches Kind der 19-jährigen weißen US-Amerikanerin Diane Elizabeth Robbie und des äthiopischen Austauschstudenten Bekele Walde Semayat geboren. Er wird zur Adoption freigegeben und nach drei Jahren im Heim von einer weißen deutsch-amerikanischen Familie adoptiert, die bereits vier leibliche Söhne hat.
Die Adoptiveltern lassen ihn spüren, dass er anders ist und eigentlich nicht dazu gehört. Psychische wie physische Gewalt prägen das Leben in der Familie. In der Schule, im gesellschaftlichen Umfeld und in der Adoptivfamilie gehören rassistische Übergriffe für ihn zur alltäglichen Erfahrung. Doch Andreas setzt sich zur Wehr, erkämpft mit 17 seine Unabhängigkeit von den ungeliebten Adoptiveltern und beginnt, seinen eigenen Weg zu gehen.
Mit 51 beschließt er, seine leibliche Mutter zu suchen. Die Wiedervereinigung von Mutter und Sohn findet im Herbst 2013 in Köln statt. Schnell stellt sich heraus, dass beider Leben von Lug und Betrug durch ein jeweils vermeintlich wohlmeinendes Umfelds geprägt wurden.

Das Buch entstand auf der Grundlage von Interviews, in denen Andreas seine Lebensgeschichte in seinen eigenen Worten, unzensiert und roh, erzählen konnte. Auch Andreas Mutter kommt zu Wort und beschreibt ihre Erfahrungen mit Verlust und Wiedervereinigung. Ergänzt werden die Interviews und Erfahrungsberichte durch Sachtexte, die helfen sollen, die individuellen Lebensgeschichten in einen größeren historischen und gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
———
Andreas Nakic/Marianne Bechhaus-Gerst
Über Rassismus und Widerstand
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte
September 2019 | ISBN: 978-3-86331-492-7 | 240 Seiten | 19,– €
________________________________

Dienstag, 19. November 2019 | 19.00 Uhr
Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“
Nikolaiplatz 1
99734 Nordhausen

Wolfgang Benz: Antisemitismus in der DDR
Manifestationen und Folgen des Feindbilds Israel
Lesung & Gespräch mit Wolfgang Benz

In der DDR galt der Antisemitismus als Element faschistischer Ideologie als überwunden. Der politisch instrumentalisierte Antizionismus, der Israel als „Agressorstaat“ definierte, gehörte hingegen jahrzehntelang zur Staatsdoktrin. Erst 1988, als der 50. Jahrestag der Novemberpogrome erstmals in Ostberlin aufwändig begangen wurde, kam es zu einer taktischen Annäherung an Israel. Die zehn Beiträge des Sammelbands „Antisemitismus in der DDR“ nehmen die Traditionen und Wirkungen judenfeindlicher Ressentiments in der DDR in den Blick und setzen sich mit deren Auswirkungen bis in die Gegenwart auseinander. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung lädt die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora ganz herzlich zu einer Lesung mit dem Herausgeber Wolfgang Benz am 19. November um 19.00 Uhr in den Ratssaal der Stadtbibliothek Nordhausen.
>> Info
——–
Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR.
Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
ISBN: 978-3-86331-436-1 | 275 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Freitag, 15. November 2019 | 20.00 Uhr
Stadtbücherei Wangen im Kornhaus
Postplatz 1
88239 Wangen im Allgäu

Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Buchvorstellung und Lesung mit Leo Hiemer

Im Rahmen der Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

Veranstalter: Stadtbücherei und Kulturverein Kultrast e.V.
_____________________________________________________________

Donnerstag, 14. November 2019 | 19.00 Uhr
Stadtbibliothek Memmingen
Antonierhaus
Martin-Luther-Platz 1
87700 Memmingen

Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Buchvorstellung und Lesung mit Leo Hiemer

Im Rahmen der Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

Veranstalter: Buchhandlung Javurek und Stadtbibliothek Memmingen
_____________________________________________________________

Dienstag, 12. November 2019 | 19.00 Uhr
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg

Opfer, Täter, vecinos?
Das Erbe des Nationalsozialismus in Südamerika nach 1945

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Impulsvortrag: Prof. Dr. Holger M. Meding, Köln
Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Holger M. Meding, Prof. Jeanine Meerapfel, Berlin, und Dr. Juliana Ströbele-Gregor, Berlin
Im Anschluss: Skype-Gespräch mit Gastón Chillier, Buenos Aires
Moderation: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Rinke, Berlin

Nach der Machtübernahme Hitlers begann die erzwungene Emigration Tausender von den Nationalsozialisten verfolgter Juden nach Südamerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich zahlreiche NS-Täter für eine Flucht nach Übersee, um sich der Strafverfolgung in Europa zu entziehen.
Der Vortrag und das Podiumsgespräch geben einen Überblick über die beiden Einwan­derungsgruppen in Südamerika und gehen insbesondere der Frage nach, welche Beziehungen unter ihnen sowie zur ansässigen Bevölkerung bestanden. Im Skype-Gespräch wird auch nach der Bedeutung des Erbes des Nationalsozialismus in Südamerika für die dortigen Erinnerungskulturen gefragt.

Holger M. Meding, 1962 geboren, ist Professor für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte an der Universität zu Köln. 1992 veröffentlichte er Flucht vor Nürnberg? Deutsche und österreichische Einwanderung in Argentinien 1945–1955.
Jeanine Meerapfel, 1943 in Buenos Aires als Tochter deutsch-jüdischer Emigranten geboren, ist Präsidentin der Berliner Akademie der Künste. 1964 verließ sie Argentinien und studierte am Institut für Filmgestaltung der hfg Ulm. Zu ihren Werken gehört der u. a. in Buenos Aires gedrehte Spielfilm Der deutsche Freund (2012).
Juliana Ströbele-Gregor, 1943 geboren, ist freiberufliche Kultur- und Sozialanthropologin. Als Tochter des ersten deutschen Botschafters nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie 1952 nach Bolivien. 2018 erschien ihr Buch Transnationale Spurensuche in den Anden. Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen” und Nazis in Bolivien.
Gastón Chillier ist Direktor des Centro de Estudios Legales y Sociales (CELS) in Buenos Aires. Die nichtstaatliche Organisation wurde 1979 in der letzten Phase der argentinischen Militärdiktatur gegründet und setzt sich für die Einhaltung von Menschenrechten ein.
Stefan Rinke, 1965 geboren, ist Professor für Geschichte Lateinamerikas am Lateinamerika-Institut und am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.
> Info
Eine Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors
gemeinsam mit dem Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin

–––––––––––––––––
Juliana Ströbele-Gregor
Transnationale Spurensuche in den Anden
Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in Bolivien
2018 | ISBN: 978-3-86331-395-1 | 235 Seiten | 22,– €
_____________________________________________________________

Freitag, 8. November 2019 | 19.00 Uhr
Haus International Kempten
Poststraße 22
87439 Kempten

Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Buchvorstellung und Lesung mit Leo Hiemer

Im Rahmen der Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

Veranstalter: Deutsch-Israelische Gesellschaft Kempten und VVN Gruppe Allgäu
_____________________________________________________________

Mittwoch, 6. November 2019 | 19.00 Uhr
Saal der Stadtbücherei Münster

Alter Steinweg 11
48143 Münster

Münsters Stadtverwaltung und der Nationalsozialismus
Mit Philipp Erdmann und Annika Hartmann (Münster)

Welche Rolle spielte die Stadtverwaltung Münster im verbrecherischen Gewaltsystem des nationalsozialistischen Deutschlands und wie waren die Entwicklungen vor 1933 und nach 1945 personell und inhaltlich?
Auf Initiative der Stadt Münster hat der Rat der Stadt Münster eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas initiiert, die der Geschichtsort Villa ten Hompel und weitere städtische Institutionen begleitet haben.
Im Rahmen einer Buchpräsentation stellen Philipp Erdmann und Annika Hartmann ihre frisch in der Schriftenreihe der Villa ten Hompel veröffentlichten Dissertationen anhand von analytischen Handlungsfeldern und konkreten Fallbeispielen vor.

Philipp Erdmann und Annika Hartmann haben in Münster Neuere und Neueste Geschichte studiert und sind am Lehrstuhl von Prof. Dr. Großbölting promoviert worden. Philipp Erdmann ist wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter im Stadtarchiv Münster, Annika Hartmann ist zurzeit in Elternzeit, zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Lüneburg.
> Info
––––––––––––––––––––
Annika Hartmann
Verwaltung vor Ort zwischen Konflikt und Kooperation
Die Stadtverwaltung Münster und der Nationalsozialismus
Villa ten Hompel Schriften 13
ISBN: 978-3-86331-497-2 | 368 Seiten | 24,– Euro

Philipp Erdmann
Kommunales Krisenhandeln im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit
Die Stadtverwaltung Münster zwischen Nationalsozialismus und Demokratisierung
Villa ten Hompel Schriften 14
ISBN: 978-3-86331-493-4 | 476 Seiten | 26,– Euro
_____________________________________________________________

Mittwoch, 30. Oktober 2019 | 18.00 Uhr
Ehemaliges Jüdisches Waisenhaus

Berliner Straße 120/121
13187 Berlin

»Ich suchte das Leben bei den Toten«
Zeitzeugengespräch und Lesung mit Halina Birenbaum

Begrüßung: Univ. Prof. Dr. Peter-Alexis Albrecht, Vorstand der gemeinnützigen Cajewitz-Stiftung
Grußwort: Sören Benn, Bürgermeister von Pankow
Historische Einführung: Dr. Beate Kosmala
Lesung und Gespräch: Halina Birenbaum mit Beate Kosmala

Halina Birenbaum (*1929) wird als Tochter von Jakub und Pola Grynsztejn in Warschau geboren und wächst mit zwei älteren Brüdern auf. Bald nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 muss ihre Familie in das Warschauer Ghetto übersiedeln. Im Juli 1943 wird sie in das KZ Majdanek und von dort nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie überlebt den Todesmarsch im Januar 1945. Am 2. Mai 1945 wird sie von der Roten Armee als »Kind-Greisin« im Lager Neustadt-Glewe befreit. Ihre Eltern und ein Bruder wurden ermordet. 1947 gelingt ihr die Einwanderung in Palästina, wo sie zunächst in Kibbuzim arbeitet. 1950 heiratet sie Henryk Birenbaum und bekommt zwei Söhne. In ihrem Buch »Ich suchte das Leben bei den Toten« (auf Deutsch Metropol 2019), das hier vorgestellt wird, beschreibt die Schriftstellerin und Dichterin Halina Birenbaum eindringlich ihre Erinnerungen an ihre Familie, ihr Leben in Israel und was es bedeutet, in Polen und Deutschland Zeitzeugin zu sein.

> Info
_____________________________________________________________

Montag, 21. Oktober 2019 | 18.30 Uhr
Ledigenheim

Rehhoffstraße 1–3
20459 Hamburg

Bauhaus Gespräche im Ledigenheim
Vorstellung des Buchs: 100 Jahre Bauhaus – Vielfalt, Konflikt und Wirkung

Vielfalt, Konflikt und Wirkung stehen dafür, wenig beachtete Seiten des Bauhauses ins Licht zu rücken. In dieser Bildungsstätte, die vor 100 Jahren in der jungen Weimarer Republik gegründet wurde, ging es um grundsätzliche gesellschaftliche, handwerkliche, industrielle und künstlerische Erneuerung. Inwiefern wurden diese hohen Ansprüche eingelöst? Welche unterschiedlichen Meinungen und Ziele fanden Ausdruck? Wie offen war das Bauhaus und welche Vielfalt wurde dort gelebt, die heute beachtenswert wäre?
Drei Kunst- und Geschichtswissenschaftler/innen regen mit ihren Beiträgen an, über die Bauhaus-Vielfalt zu diskutieren:
Georg Leidenberger (Mexiko-Stadt) spricht über den Radius des Architekten und Bauhaus-Direktors Hannes Meyer, Monika Wucher (Hamburg) über Bauhaus-Kritik von innen und Valerija Kuzema (Berlin) über Grundlagen der Freien Kunst am Bauhaus.

Mit Dank an das Kunstgeschichtliche Seminar der Universität Hamburg.

Eine Veranstaltung der projektgruppe, hamburg und der Stiftung ros,
in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg,
gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.
_____________

Bernd Hüttner/Georg Leidenberger (Hrsg.)
100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung,
Berlin 2019
_____________________________________________________________

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 19 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zweite Etage, Saal 2B
Stauffenbergstraße 13-14
10785 Berlin

Dr. Tanja von Fransecky:
Bis ans Maul der Bestie.
Nelly Klein – eine österreichische Jüdin im belgischen Widerstand

Begrüßung: Barbara Schieb, Gedenkstätte Stille Helden
Die Autorin ist im Gespräch mit Eva Sturm, Nelly Kleins Tochter.
Gesprächsmoderation: Dr. Annette Leo (Publizistin, Historikerin)

Sofort nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Österreich im März 1938 setzen dort antisemitische Ausschreitungen und Hetzjagden gegen die jüdische Bevölkerung ein. Nachdem sie ihres Hab und Guts beraubt worden ist, flieht die jüdische Familie Klein im August 1939 aus Wien nach Belgien. Völlig mittellos ist sie auf die Hilfe des Flüchtlingskomitees angewiesen. Als die Wehrmacht im Mai 1940 auch in Belgien einmarschiert, gerät Familie Klein erneut ins Visier der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Tochter Nelly schließt sich der kommunistischen Sektion Travail allemand an, deren Ziel es ist, den Kampfgeist der Deutschen zu brechen. Nelly soll Kontakte zu Wehrmachtsoldaten knüpfen, um sie zum Verrat militärischer Geheimnisse, zum Desertieren und zur Mitarbeit im Widerstand zu bewegen.

Wegen der begrenzten Platzzahl bitten wir Sie um Anmeldung bis zum 20. Oktober 2019
per E-Mail: veranstaltung@gedenkstaette-stille-helden.de oder Telefon: (030) 26 99 50 00.
> Info
________________

Tanja von Fransecky: Bis ans Maul der Bestie. Nelly Klein – eine österreichische Jüdin im belgischen Widerstand, Publikationen der Gedenkstätte Stille Helden, Band 8, März 2019 ISBN: 978-3-86331-444-6 | 155 Seiten | 16,– €
_____________________________________________________________

Donnerstag, 10. Oktober 2019 | 15.00 Uhr
Gemeindehaus

Kleiner Saal der Evangelischen Kirchengemeinde
Kirchweg 6
14129 Berlin

Die Stasi, der König und der Zimmermann – Eine Geschichte von Verrat
Lesung & Vortrag mit der Autorin Petra Riemann

Petra Riemann liest aus ihrer neuen Publikation. Sie arbeitet in ihrem neuen Buch die Stasi-Vergangenheit ihres Vaters und bekannten DDR-Schauspielers Lutz Riemann auf. Im Sommer 2013 berichtet die WELT AM SONNTAG, Lutz Riemann habe als IM für die HVA der Stasi gearbeitet. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er-Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert und kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer IM war, der über Kollegen ans MfS berichtete. Wer verbirgt sich hinter „Richard König“?
Bei der multimedialen Lesung steht Petra Riemann im Sprechwechsel mit ihrem Mann, dem Filmemacher Torsten Sasse, der aus Stasi-Akten zitiert.
>>Info
Veranstalter: Evangelische Gemeinde Nikolassee & Buchhandlung Lesezeichen
_____________________________________________________________

Samstag, 19. Oktober 2019 | 19.00 Uhr
Rathaussaal Marktoberdorf
Richard-Wengenmeier-Platz 1
87616 Marktoberdorf

Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Buchvorstellung und Lesung mit Leo Hiemer

Im Rahmen der Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

Leo Hiemer hat sich viele Jahre intensiv mit dem Schicksal von Gabriele Schwarz beschäftigt. Bereits 1994 schilderte er in seinem preisgekrönten Spielfilm »Leni … muss fort« die Geschichte von Gabi, dem Mädchen aus dem Allgäu, das die Nazis zur Vernichtung bestimmt hatten. Das auf vielen Dokumenten und Fotografien beruhende Buch berichtet nun umfassend über den kurzen Lebensweg des kleinen Kindes. Gabis Mutter Lotte war getaufte Jüdin aus Augsburg, den Vater hat sie niemals angegeben. Ihre ebenfalls getaufte kleine Tochter gab sie in die Obhut frommer Pflegeeltern im Allgäu. Auf deren Bauernhof wuchs Gabi in ländlicher Idylle zunächst unbeschwert auf. Währenddessen versuchte Lotte, sich und ihre kleine Tochter mit Hilfe von Kardinal Faulhaber ins Ausland zu retten. Doch im September 1941 wurde Lotte verhaftet, ins KZ Ravensbrück überstellt und in der NS-Tötungsanstalt Bernburg umgebracht. Im Februar 1943 musste auch Gabi ihrer Heimat für immer Lebewohl sagen. Über die Zwischenstation München wurde die Fünfjährige nach Auschwitz verschleppt, wo sie an Ort und Stelle ermordet wurde.
– – – – – – – –
Leo Hiemer: Gabi (1937–1943). Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
ISBN: 978-3-86331-455-2 | 415 Seiten | 24,– €
_____________________________________________________________

Dienstag, 1. Oktober 2019 | 19.30 Uhr
Allerweltshaus Köln

Körnerstraße 77–79
50823 Köln

Rassismus und Widerstand
Lesung, Buchvorstellung und Gespräch

mit den Autor*innen Andreas Nakic, Gewaltpräventionstrainer, und Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin und Kulturwissenschaftlerin.

Andreas Nakic wird 1962 als uneheliches Kind einer weißen US-Amerikanerin und eines äthiopischen Austauschstudenten geboren. Er wird zur Adoption freigegeben. Mit seiner Adoption durch eine deutsch-amerikanische Familie und deren Übersiedlung nach Deutschland beginnt für ihn ein Leben, das durch Gewalt und rassistische Übergriffe geprägt ist. Als Jugendlicher erkämpft Andreas seine Unabhängigkeit von den ungeliebten Adoptiveltern und geht seinen eigenen Weg. Als 51-Jähriger trifft er zum ersten Mal seine leibliche Mutter. Das Buch kombiniert autobiografische Texte und Sachtexte, die die individuelle Lebensgeschichte in einen größeren historischen und gesellschaftlichen Kontext einordnen.
__________
Andreas Nakic/Marianne Bechhaus-Gerst
mit Diane Truly
Über Rassismus und Widerstand
Eine US-amerikanisch-deutsch-äthiopische Lebensgeschichte
Oktober 2019 | ISBN: 978-3-86331-492-7 | 240 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Dienstag, 1. Oktober 2019 | 18.00 Uhr
Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus e.V.

Nikolaikirchplatz 5-7
10178 Berlin (Nikolaiviertel)

Die Stasi, der König und der Zimmermann: Eine Geschichte von Verrat
Buchvorstellung & multimediale Lesung

mit
Petra Riemann, Autorin und Filmschnittmeisterin beim RBB, und
Torsten Sasse, Journalist

Im Sommer 2013 berichtet die WELT AM SONNTAG, der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann habe als IM für die HVA der Stasi gearbeitet. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er-Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert …
>> Info
___________________________________________________________

Donnerstag, 26. September 2019 | 18.00 Uhr
Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
Belower Damm 1
16909 Wittstock/Dosse

„Im guten Einvernehmen“ – Die Stadt Oranienburg und die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen 1933–1945
Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Frédéric Bonnesoeur
_____________________________________________________________

Mittwoch, 25. September 2019 | 19.00 Uhr
Meininger Staatstheater

Foyer der Kammerspiele
Bernhardstraße 5
98617 Meiningen

Im Rahmen der Reihe „Blauer Salon“
Buchvorstellung und Lesung mit Petra Riemann und Torsten Sasse
„Die Stasi, der König und der Zimmermann“

Begrüßung: Ansgar Haag, Intendant des Staatstheaters Meiningen
Lesung: Petra Riemann und Torsten Sasse
Moderation: Heike Langguth, Leiterin des Bildungszentrums Meiningen

Im Sommer 2013, mitten im Bundestagswahlkampf, berichtet die „WELT am Sonntag“: Der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann arbeitete als IM für die HV A der Stasi. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter des Schauspielers, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer IM war, der über Kollegen ans MfS berichtete. Petra Riemann arbeitet schließlich die eigene Familiengeschichte auf. Im Ergebnis entsteht das Buch „Die Stasi, der König und der Zimmermann“, das am 9. Mai erstmalig von der Autorin präsentiert wird.
>>> Info
>>> Info

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA) beim Thüringer Landtag und dem Bildungszentrum der Thüringer Polizei
—-
Petra Riemann (mit Torsten Sasse)
Die Stasi, der König und der Zimmermann
Eine Geschichte von Verrat
ISBN: 978-3-86331-465-1 | ca. 240 Seiten | 22,00 Euro
_____________________________________________________________

Montag, 23. September 2019 | 19.00 UHR
Begegnungsstätte Kleine Synagoge

An der Stadtmünze 5
99084 Erfurt

Buchvorstellung und Diskussion
Steven Robins: Briefe aus Stein. Von Nazi-Deutschland nach Südafrika

Das alte Postkartenfoto kannte Steven Robins schon, als er in den 1960er- und 1970er-Jahren im südafrikanischen Port Elizabeth aufwuchs. Es zeigt drei ihm unbekannte Frauen. Erst später erfuhr er, dass das Bild die Mutter und die Schwestern seines Vaters im Jahr 1937 in Berlin zeigt, bevor sie in Auschwitz getötet wurden. Seit der Namensänderung von Robinski in Robins erzählte Steven Robins’ Vater nichts mehr über seine Vergangenheit in Europa, nichts über seine Flucht aus Nazi-Deutschland, nichts über das Schicksal seiner Familie – bis Steven, inzwischen ein junger Anthropologe, ihn im Jahr vor seinem Tod befragte. Doch die Informationen, die sein Vater mitteilte, waren dürftig. Schließlich fand Steven Robins Unterlagen über seine Familie in Archiven und entdeckte über hundert Briefe, die die Familie von 1936 bis 1943 aus Berlin an seinen Vater und Onkel geschickt hatte. Dabei las Steven Robins auch Worte der Frauen auf dem Foto.
„Briefe aus Stein“ ist die ergreifende Rekonstruktion einer Familiengeschichte. Die Hilferufe seiner im Nazi-Staat gefangenen Angehörigen erreichten Steven Robins’ Vater in Südafrika, der jedoch nicht helfen konnte und schließlich den Rückzug ins Schweigen wählte.
In seinem Buch untersucht Steven Robins auch die Komplizenschaft seines Fachgebietes, der Anthropologie, die ebenso wie die Eugenik und die Ethnologie die vermeintlich wissenschaftlichen Grundlagen für den nationalsozialistischen Rassismus legte.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
>> Info

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit der Initiative „Decolonize Erfurt“ und der Professur für Wissenschaftsgeschichte der Universität Erfurt.
_____
Steven Robins
Briefe aus Stein. Von Nazi-Deutschland nach Südafrika
ISBN: 978-3-86331-477-4
ca. 300 Seiten | 24,00 Euro
Erscheinungstermin: September 2019
_____________________________________________________________

Dienstag, 24. September 2019 | 19:00 Uhr
Erinnerungsort Topf & Söhne

Sorbenweg 7
99099 Erfurt

Die Gegenwart der kolonialen Vergangenheit
Kontroversen um eine Dekolonisierung der Erinnerungskultur
Vortrag von Dr. Joachim Zeller, Historiker, Berlin

Der Umgang mit der Kolonialgeschichte, die hierzulande lange im Schatten der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und des Holocaust stand, unterliegt gegenwärtig einem grundlegenden Wandel. Zwar zählt auch Deutschland faktisch zu den postkolonialen Gesellschaften Europas, doch ist diese Tatsache kaum in das Bewusstsein der Menschen und in das Handeln der Politik vorgedrungen.

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen gegründet, um die notwendige Auseinandersetzung um eine Dekolonisierung der globalen und lokalen Machtverhältnisse voranzubringen. Eine Trendwende weg vom Vergessen und Verdrängen der kolonialen Vergangenheit bedeutete auch die 2016/2017 im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigte Ausstellung Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart. Aufhorchen ließ nicht zuletzt der im November 2016 verabschiedete Koalitionsvertrag der neuen Berliner Landesregierung aus SPD, Grünen und Die Linke. Er bekundet die Absicht, zusammen “mit dem Bund eine zentrale Gedenkstätte als Lern- und Erinnerungsort” zum deutschen Kolonialismus in der Bundeshauptstadt einrichten zu wollen.

Nach einer Einführung in diese Debatte stellt Joachim Zeller ausgewählte Aktionen und Projekte zur Weiterentwicklung einer postkolonialen Gedenkkultur in Deutschland vor. Angesprochen werden dabei auch die aktuellen Debatten um den Völkermord an den Herero und Nama und die koloniale Beutekunst im geplanten Berliner Humboldt Forum.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Interkulturellen Woche 2019 der Landeshauptstadt Erfurt und in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung statt.
Veranstalter: Stadtverwaltung Erfurt, Erinnerungsort Topf & Söhne
>> Info
_____
Marianne Bechhaus-Gerst/Joachim Zeller (Hrsg.)
Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit
November 2018 | ISBN: 978-3-86331-393-7 | 579 Seiten | 29, €
_____________________________________________________________

Dienstag, 24. September 2019 | 18:30 Uhr

Schlossmuseum Oranienburg
Schlossplatz 1
16515 Oranienburg

„Im guten Einvernehmen“ – Die Stadt Oranienburg und die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen 1933–1945
Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Frédéric Bonnesoeur

Für die Einrichtung der nationalsozialistischen Konzentrationslager war das kommunale Umfeld von grundlegender Bedeutung. Die KZ waren keine isolierten Orte, sondern über ein engmaschiges Netz von verwaltungstechnischen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen in ihre Umgebungsgesellschaft eingebunden. Paradigmatisch für dieses wechselseitige Zusammenspiel steht die Einrichtung der Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen in der Stadt Oranienburg. Frédéric Bonnesoeur fragt nach den Interessen von Stadtverwaltung und örtlicher Wirtschaft bei der Etablierung von zwei der zeitweise größten Konzentrationslager des Deutschen Reiches und den Auswirkungen kommunalpolitischer Entscheidungen. Darüber hinaus beleuchtet er die Kontakte zwischen SA, SS, KZ-Gefangenen und Bevölkerung.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gedenkstätte Sachsenhausen
>> Info

Frédéric Bonnesoeur: Im guten Einvernehmen. Die Stadt Oranienburg und die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen 1933–1945
ISBN: 978-3-86331-397-5 | 184 Seiten | 16,– €
_____________________________________________________________

Dienstag, den 24. September 2019 | 18.00 Uhr
Martin-Niemöller-Haus
Pacelliallee 61
14195 Berlin-Dahlem

Lesung und Gespräch
Katrin Rudolph: Hilfe beim Sprung ins Nichts
Franz Kaufmann und die Rettung von Juden und „nichtarischen“ Christen”

Als in Berlin im August 1943 eine untergetauchte Jüdin nach der Denunziation durch eine ehemalige Nachbarin von der Gestapo festgenommen wurde, löste das eine Welle von Verhaftungen aus. Nach und nach wurde ein Teil eines Retternetzes aufgedeckt, das „Illegalen“ falsche Papiere und Lebensmittelkarten zur Verfügung gestellt hatte. Katrin Rudolph hat die Struktur dieses Retternetzes um Franz Kaufmann und Helene Jacobs untersucht. Sie beschreibt vier Helferbündnisse, die in der Bekennenden Kirche verwurzelt waren, sowie diverse Querverbindungen zu anderen Rettern.

Moderation: Martina Voigt, Historikerin und Kuratorin der Dauerausstellung im Martin-Niemöller-Haus zur Geschichte der Bekennenden Kirche in Dahlem

> Info

Katrin Rudolph: Hilfe beim Sprung ins Nichts
Franz Kaufmann und die Rettung von Juden und „nichtarischen“ Christen
ISBN: 978-3-86331-351-7 | 392 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Donnerstag, 19. September 2019 | 19.00 Uhr

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
5. Etage / Dachgeschoss
Adalbertstr. 95A
10999 Berlin

Buchvorstellung
Briefe aus Stein: Von Nazi-Deutschland nach Südafrika
mit dem Autor Steven Robins

Port Elizabeth, Südafrika. Ein Foto von drei Frauen auf einem kleinen Tisch. Steven Robins erfuhr erst später, dass es sich bei diesem Foto um die Mutter und die Schwestern seines Vaters handelte. Es entstand 1937, bevor sie dem Holocaust zum Opfer fielen. Allein Robins Vater gelang die rettende rechtzeitige Flucht. Er sollte jedoch niemals über das Schicksal seiner Familie sprechen.
Jahre später findet Robins schließlich fast hundert Briefe, die den Briefwechsel zwischen den einzelnen Familienmitgliedern in Berlin und Südafrika während des nationalsozialistischen Terrors dokumentieren. Während seiner Recherchen entdeckt er in Kreuzberg in die Straße eingelassene Steine mit den Lebens- und Deportationsdaten von Juden.
Daraufhin kontaktiert Robins den verantwortlichen Künstler Gunter Demnig und das Friedrichshain-Kreuzberg Museum. Mit Unterstützung der BVV erreichten sie, dass am 4. Juli 2000 die ersten zwei amtlich genehmigten Stolpersteine für Siegfried und Edith Robinski in der Naunynstraße 46 verlegt wurden.
In seiner Publikation „Briefe aus Stein“ erweckt Steven Robins die Briefe der Familie zu neuem Leben und gibt den Hinterbliebenen eine Stimme. Er untersucht ebenso die Komplizenschaft seines Fachgebietes, der Anthropologie, die ebenso wie die Eugenik und die Ethnologie die vermeintlich wissenschaftlichen Grundlagen für den nationalsozialistischen Rassismus legte.
Das Friedrichshain-Kreuzberg Museum lädt gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Berlin und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Interessierte zur Präsentation der deutschsprachigen Ausgabe des Buches ein. Anschließend übergibt Steven Robins den Briefbestand seiner Familie dem Jüdischen Museum Berlin zur Verwahrung und Forschung.

Mit Grußworten von Regine Sommer-Wetter (BVV-Vorsteherin der BVV Friedrichshain-Kreuzberg) und Natalie Bayer (Museum FHXB). Moderation: Albert Scharenberg (RLS)
>> Info

Das Buch:
Steven Robins: Briefe aus Stein. Von Nazi-Deutschland nach Südafrika.
ISBN: 978-3-86331-477-4 | 320 Seiten | 24,00 Euro

In Kooperation mit dem FHXB Museum, der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und dem Jüdischen Museum
_____________________________________________________________

Montag, 16. September 2019 | 19.00 Uhr
W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium

Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1
10969 Berlin
(gegenüber dem Jüdischen Museum)

Zvi Aviram: Dem Tod von der Schippe gesprungen
Zeitzeug*innen im Gespräch – Erfahrungen und Schicksale deutscher Jüdinnen*Juden im Nationalsozialismus

Zvi Aviram wurde 1927 als Heinz Abrahamsohn in Berlin geboren. Nach der Deportation seiner Eltern am 27. Februar 1943 tauchte der 16-Jährige auf eigene Faust unter. Er fand Kontakt zu der Widerstandsgruppe Chug Chaluzi, die kurz zuvor von jüdischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berlin gegründet worden war und in der er fortan aktiv mitwirkte. Auch zu einem kommunistischen Kreis hatte er Verbindung. Während seiner Odyssee durch verschiedene Verstecke wurde er zweimal verhaftet. In den letzten Kriegstagen, als er um sein Leben bangte, wurde er überraschend aus dem Gefängnis des Sammellagers in der Schulstraße in Berlin-Wedding entlassen. Nach der Befreiung gelangte er auf abenteuerlichen Wegen nach München, wo er für die Jewish Agency tätig war, bis er 1948 nach Palästina auswandern konnte.

>> Info
____________
Zvi Aviram: Mit dem Mut der Verzweiflung. Mein Widerstand im Berliner Untergrund 1943–1945
ISBN: 978-3-86331-237-4 | 223 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Dienstag, 3. September 2019 | 18:30 Uhr
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen


Besucherinformationszentrum
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent
Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945–1955

Andreas Weigelt rekonstruiert in seiner Studie „Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent.“ die Biografien von über 300 Personen, die zwischen 1945 und 1955 in Bad Freienwalde und Umgebung vom sowjetischen Geheimdienst festgenommenen worden sind. Viele von ihnen wurden im sowjetischen Speziallager in Sachsenhausen inhaftiert. Wer waren diese Menschen, was wurde ihnen vorgeworfen und trafen die Vorwürfe zu?
Im Anschluss an die Buchvorstellung diskutieren der Autor Andreas Weigelt und Rainer Potratz (Referent bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur) mit Enrico Heitzer (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen) über die Studie.
Andreas Weigelt ist Historiker und forscht seit vielen Jahren zur Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und zum Nationalsozialismus. 2011 wurde er mit einer Studie über Lieberose, ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, promoviert. Er leitet die Dokumentationsstelle Lager Jamlitz der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land.

>> Info
_________________
Andreas Weigelt
Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent
Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945–1955
ISBN: 978-3-86331-441-5 | 326 Seiten | 19,– €
_____________________________________________________________

Montag, 9. September 2019 | 19.00 Uhr
Berliner Geschichtswerkstatt

Goltzstraße 49
10781 Berlin

Untergetaucht auf Reiswerder
Buchvorstellung mit der Autorin Christiane Carstens

Am 23. August 1944 erreichten Beamte der Gestapo mit einem Ruderboot das Ufer der Insel Reiswerder im Tegeler See. Dort war eine kleine Gruppe von Jüdinnen und Juden auf der Flucht vor Verfolgung und Deportation untergetaucht. 18 Monate hatten sie auf der Insel versteckt und geschützt gelebt, ohne einander zu kennen. Nun aber hatte ein Spitzel sie denunziert. Die Gestapobeamten verhafteten an jenem Mittwochnachmittag Gerda Lesser, Erna und Gerhart Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz. Gerda Lesser und das Ehepaar Fleck wurden über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, Lotte Basch kam direkt nach Auschwitz, Hermann Dietz wurde in das KZ Buchenwald verschleppt. Erna Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz überlebten; Gerhart Fleck jedoch verstarb im November 1944 in einem Außenlager von Auschwitz an Hungertyphus, Gerda Lesser wurde nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in Auschwitz am 1. Oktober 1944 ermordet.
_____
Christiane Carstens
Untergetaucht auf Reiswerder
Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins
ISBN: 978-3-86331-468-2 | 96 Seiten | 12,– €
_____________________________________________________________

Freitag, den 21. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Plenarsaal des Kammergerichts

Elßholzstraße 30 – 33
(Zugang zum Haupteingang von der Kleistparkseite aus)
10781 Berlin

Ruth Barnett – Ein Leben für Mitmenschlichkeit und gegen den Hass
Im Rahmen der Reihe Zeitzeugen im Gespräch

Ruth Barnett, geb. Michaelis, wurde in Berlin geboren. Zum Schutz vor den Nazis schickten ihre Eltern Ruth und ihren älteren Bruder Martin Michaelis 1939 über einen von Quäkern organisierten Kindertransport nach England, wo beide den zweiten Weltkrieg überlebten.
Ihr Vater Dr. Robert Michaelis war bereits 1933 von den Nazis wegen seiner Vorfahren jüdischen Glaubens aus dem Richteramt in Berlin vertrieben worden. Er emigrierte 1939 nach Shanghai. Dort verblieb er, bis er 1948 zu seiner Ehefrau nach Deutschland zurückkehren konnte, die dort überlebt hatte.
Nach zehn Jahren Trennung traf Ruth ihre Eltern in den schwierigen Verhältnissen im Nachkriegsdeutschland wieder. Ruth entschied sich für ein Leben in England, wo sie heute lebt, aber über die Familie ihres Bruders stets im Kontakt mit Deutschland war und ist.
Ihr Vater gestaltete ab 1949 als Vorsitzender Richter am Landgericht Mainz den Neuanfang der Justiz in Deutschland mit. Doch litt er stark unter dem oft missglückten und kalt-bürokratischen Umgang der bundesdeutschen Nachkriegsbürokratie mit Verfolgten des Naziregimes. Er ist posthum einer breiten Öffentlichkeit durch das Buch „Landgericht“ von Ursula Krechel bekannt geworden.

Anschließend Empfang
> Einladung

Eine Veranstaltung von Forum Recht und Kultur im Kammergericht e.V.
——————
Ruth Barnett, Nationalität: Staatenlos
Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes
ISBN: 978-3-86331-309-8 | 276 Seiten | 19,– €

______________________________________________

Mittwoch, 19. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zweite Etage, Saal 2B
Stauffenbergstr. 13-14
10785 Berlin

Buchvorstellung
Dr. Susanne Beer: Die Banalität des Guten.
Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte 1941-1945

Einführung: Martina Voigt, freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stille Helden

Schätzungen gehen davon aus, dass sich während des Zweiten Weltkriegs einige Zehntausend Deutsche dazu entschlossen, jüdische Verfolgte bei der Flucht vor den Deportationen zu unterstützen. Wie lässt sich die Entstehung dieser Form des Widerstands im Land der Täter erklären? Die Untersuchung der Sozialwissenschaftlerin Dr. Susanne Beer lädt dazu ein, Schritt für Schritt nachzuvollziehen, wie sich die Praxis der Hilfe entfaltete. Dabei wird deutlich, dass es mitunter recht banale Umstände waren, die den Prozess in Gang brachten.

> Einladung
————
Susanne Beer: Die Banalität des Guten
Hilfeleistungen für jüdische Verfolgte 1941–1945
ISBN:978-3-86331-396-8 | 385 Seiten | 24,– €
_____________

Sonntag, 16. Juni 2019 | 14.00 bis 16.00 Uhr
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Besucherinformationszentrum (Treffpunkt)
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Auf der Führung am historischen Tatort gibt die Historikerin Stephanie Bohra detaillierte Einblicke in die Praxis der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen im KZ Sachsenhausen. Dabei werden gesellschaftliche, politische und rechtliche Faktoren aufgezeigt, die die Strafverfolgung hemmten und beförderten.
Stephanie Bohra ist Autorin des Buches “Tatort Sachsenhausen” (2019).
_____________

Samstag, 15. Juni 2019 | 15.00 Uhr
Evangelische Studierenden-Gemeinde Gießen (ESG)

Henselstraße 7
35390 Gießen

Buchvorstellung: Die »Reinigung des Volkskörpers«. Eugenik und »Euthanasie« im Nationalsozialismus. Mit Armin Trus (Autor)

Die »Reinigung des deutschen Volkskörpers« war das erklärte Staatsziel der nationalsozialistischen Machthaber. Sie verstanden darunter sowohl den Ausschluss »Fremdrassiger« als auch die Isolierung und Beseitigung von »Minderwertigen« der »eigenen Rasse«. Bereits 1933 schuf das »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« die Grundlage für die Zwangssterilisation von etwa 400 000 »Erbkranken«. Während des Krieges fielen dem Vernichtungswillen der Nationalsozialisten etwa 250 000 Psychiatriepatienten zum Opfer.
> Info
————-
Armin Trus
Die „Reinigung des Volkskörpers“
Eugenik und „Euthanasie“ im Nationalsozialismus. Eine Einführung mit Materialien
ISBN: 978-3-86331-457-6 | 364 Seiten | 24,– €
_____________

Donnerstag, 13. Juni 2019 | 20.00 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestraße 125
10115 Berlin

Reihe Lebenszeugnisse
Gabis Tod in Auschwitz – Zur Dokumentation einer tragischen Geschichte
Wolfgang Benz im Gespräch mit Leo Hiemer

Gabi kommt im Mai 1937 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines unbekannten Vaters zur Welt und wächst bei Pflegeeltern auf einem Bauernhof im Allgäu auf. Ihre Mutter ist zum katholischen Glauben übergetreten und auch Gabi ist getauft. Nach der NS Rassenideologie ist das kleine Mädchen trotzdem Jüdin, im Februar 1943 ist ihr Schicksal besiegelt. Gabis Mutter Lotte war bereits im September 1941 ins KZ Ravensbrück deportiert und im Frühjahr 1942 ermordet worden, als die Fünfjährige vom Aichele-Hof in Stiefenhofen abgeholt und von der Gestapo nach München gebracht und weiter nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Die tragische Geschichte des kleinen Mädchens, in die Kardinal Faulhaber persönlich verstrickt war, hat der Filmemacher und Buchautor Leo Hiemer erforscht und beschrieben.
> Info
_____________

Montag, 3. Juni 2019 | 19.00 Uhr
Erinnerungsort Topf & Söhne

Sorbenweg 7
99099 Erfurt
&
Dienstag, 4. Juni 2019 | 20.00 Uhr
Deutsches Nationaltheater

Foyer
Theaterplatz 2
99423 Weimar

Buchvorstellung
Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR.
Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel

Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
—-
Wolfgang Benz (Hrsg.): Antisemitismus in der DDR.
Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel
ISBN: 978-3-86331-436-1 | 275 Seiten | 19,– €
_____________

Montag, 3. Juni 2019 | 19 Uhr
A.B. von Stetten’sches Institut

Am Katzenstadel 18 a
Barbarasaal
86152 Augsburg

Leo Hiemer liest aus seinem soeben erschienen Buch
Gabi (1937-1943)

Geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz

Direkt im Anschluss an die Einweihung eines Erinnerungsbandes vor der benachbarten Gesundbrunnenstraße 3 stellt Leo Hiemer im Stetten sein neues Buch über Gabi, Tochter einer Augsburger Jüdin, vor, die in Auschwitz mit fünf Jahren ihr Leben lassen musste.
> Erinnerungswerkstatt Augsburg
> Veranstaltungshinweis Augsburger Allgemeine

—————-
Leo Hiemer: Gabi (1937–1943)
Geboren im Allgäu – Ermordet in Auschwitz
Mai 2019 | ISBN: 978-3-86331-455-2 | 415 Seiten | 24,– €
____________________________

Dienstag, 28. Mai 2019, 18.00 Uhr
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors

Auditorium
Niederkirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg

In Erinnerung an Prof. Dr. Reinhard Rürup (27. Mai 1934 – 6. April 2018)

Begrüßung
Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Berlin

Grußwort
Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Bochum

Vorträge
Reinhard Rürup. Wegweisender Forscher und öffentlich präsenter Historiker
Prof. Dr. Wolfgang Schieder, Göttingen
Die Revolution in Deutschland 1918/1919
Prof. Dr. Peter Brandt, Berlin
Reinhard Rürups Geschichte des Antisemitismus und der Emanzipation
Prof. Dr. Shulamit Volkov, Tel Aviv
»Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945«. Eine Ausstellung in der »Topographie des Terrors« 1991
Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors, des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland
Im Anschluss laden wir zu einem Empfang.

> Einladung

Zur Veranstaltung erscheint Heft 5 der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft mit Beiträgen von Wolfgang Schieder (Wegweisender Forscher und öffentlich präsenter Historiker), Detlef Lehnert (Erforschung der Revolution 1918/19), Shulamit Volkov (Antisemitismus und das Dilemma der Integration), Werner Bergmann/Ulrich Wyrwa (Gründung des Zentrums für Antisemitismusforschung), Michael Wildt (Eine Ausstellung in der „Topographie des Terrors“ 1991), Rüdiger Hachtmann (Reinhard Rürup als Wissenschaftshistoriker).
____________________________

Samstag, 25. Mai 2019 | 13.00–16.00 Uhr
GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig

LECTURE 100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung
mit Laura Rosengarten, der Agentur Schroeter & Berger sowie Clemens Bach, anlässlich der gleichnamigen Publikation
> Info
—-
Bernd Hüttner/Georg Leidenberger (Hrsg.):
100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung
Berlin: Metropol Verlag April 2019
ISBN: 978-3-86331-458-3 | 272 Seiten | 22,– Euro
_____________

Donnerstag, 23. Mai 2019 | 18.00 Uhr
Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf

Richard-Wengenmeier-Platz 1
87616 Marktoberdorf

Buchpräsentation
„Gabi – geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz“
von Leo Hiemer

2017 wurde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf an das Schicksal der am 24. Mai 1937 in Marktoberdorf geborenen Gabriele Schwarz erinnert. Das katholisch getaufte Kind jüdischer Herkunft wuchs bei Pflegeeltern in Stiefenhofen auf. 1943 wurde das Mädchen auf Befehl der Gestapo in ein „Jüdisches Sammellager“ nach München gebracht und kurze Zeit später in der Gaskammer in Auschwitz ermordet.
Der Allgäuer Autor und Regisseur Leo Hiemer beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Schicksal von Gabriele. Von ihrem kurzen Leben handelte schon sein Spielfilm „Leni … muss fort“ aus dem Jahr 1994. Nun veröffentlicht Leo Hiemer sein von der Stadt Marktoberdorf gefördertes Buch „Gabi – geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz“, das am 23. Mai 2019 im Rathaussaal der Stadt Marktoberdorf erstmalig präsentiert wird.
> Info
—-
Leo Hiemer:
Gabi (1937–1943). Geboren im Allgäu – ermordet in Auschwitz
ISBN: 978-3-86331-455-2
420 Seiten | 24,00 €
_____________

Donnerstag, 23. Mai 2019 | 20.00 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus

Chausseestraße 125
10115 Berlin

Reihe Lebenszeugnisse
Untergetaucht auf Reiswerder
Wolfgang Benz im Gespräch mit Christiane Carstens

Am 23. August 1944 landen Beamte der Gestapo mit einem Ruderboot am Ufer der Insel Reiswerder im Tegeler See. Dort war eine kleine Gruppe von Jüdinnen und Juden auf der Flucht vor Verfolgung und Deportation untergetaucht. 18 Monate hatten sie auf der Insel versteckt und geschützt gelebt, ohne einander zu kennen. Nun aber hatte ein Spitzel sie denunziert. Die Gestapobeamten verhafteten an jenem Mittwochnachmittag Gerda Lesser, Erna und Gerhart Fleck, Lotte Basch und Hermann Dietz. Gerda Lesser und das Ehepaar Fleck wurden über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, Lotte Basch kam direkt nach Auschwitz, Hermann Dietz wurde ins KZ Buchenwald verschleppt. Nur drei von ihnen überlebten. Christiane Carstens hat ein Buch über die Schicksale der illegalisierten jüdischen Inselbewohner geschrieben.
> Info
—-
Christiane Carstens
Untergetaucht auf Reiswerder
Spurensuche auf einer Insel im Norden Berlins
ISBN: 978-3-86331-468-2 | 96 Seiten | 12,– €
_____________

Veranstaltungsarchiv

Wir verwenden Cookies, um Ihnen die beste Online-Erfahrung zu bieten. Mit Ihrer Zustimmung akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies in Übereinstimmung mit unseren Cookie-Richtlinien.

Privacy Settings saved!
Datenschutz-Einstellungen

Wenn Sie eine Website besuchen, kann sie Informationen über Ihren Browser speichern oder abrufen, meist in Form von Cookies. Steuern Sie hier Ihre persönlichen Cookie-Dienste.

Diese Cookies sind für den Betrieb der Website erforderlich. Es wird empfohlen, sie nicht zu deaktivieren.

Zur Nutzung dieser Website verwenden wir die folgenden technisch notwendigen Cookies
  • wordpress_test_cookie
  • wordpress_logged_in_
  • wordpress_sec

Alle Cookies ablehnen
Alle Cookies akzeptieren