Steffen Hänschen, Das Transitghetto Izbica ( 25.02.2019 )


Steffen Hänschen
Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust

„608 Seiten, 40 Archive, 1.150 Fußnoten, 23 Seiten Quellen- und Literaturverzeichnis. Das ist die Bilanz des Buches über ein Transitghetto in Ostpolen, das nicht einmal allen Expert/innen ein Begriff sein dürfte. Und – man kann es vorwegnehmen: Keine Seite davon ist zu viel.“
Aus der Rezension von Walter Manoschek, in: H-Soz-Kult, 7. Februar 2019

„Schwerpunkt von Steffen Hänschens wissenschaftlicher Arbeit sind die NS-Vernichtungslager im sogenannten Generalgouvernement. Seit 20 Jahren begleitet der Autor zudem Bildungsreisen an die Tatorte der Shoa in der Region Lublin. Auf diesen Erfahrungen und seiner historischen Kompetenz basiert seine detaillierte und quellengesättigte Studie. Auf über 600 Seiten schildert Steffen Hänschen das Unfassbare, lässt Zeitzeugen zu Worten kommen und stellt in kurzen Biografien die wenigen Überlebenden vor. Ein wichtiges Buch, das eine Lücke in der NS-Forschung füllt, ein Buch gegen das Vergessen und eine schlagkräftige Waffe im Kampf gegen Holocaustleugner.“
Aus der Rezension von Jim Tobias, bei: haGalil.com. Jüdisches Leben online, 25. Februar 2019

„Obwohl die Nationalsozialisten bemüht waren, alle Spuren und Dokumente zu beseitigen, ist es Steffen Hänschen gelungen, die Geschichte des Ghettos nachzuzeichnen – er nennt die Herkunftsorte der Ermordeten, die Transporte, beschreibt das kurze Überleben der geschundenen Menschen und schließlich deren Ermordung. Der Autor recherchierte akribisch in polnischen, deutschen, israelischen, englischen und US-amerikanischen Archiven. Er sichtete die Transportlisten, die Aufzeichnungen der Überlebenden, die wenigen erhaltenen Akten der Täter und die Briefe sowie Tagebücher der Ermordeten. Zudem reiste er an die Tatorte und sprach mit Zeitzeugen. Er beschreibt die alltägliche Gewalt, den Hunger, die Angst und das grausame Morden. Hänschen wertete Ermittlungsakten aus und beleuchtet die juristische Aufarbeitung der Verbrechen. Nach dem Krieg hatte die deutsche Justiz unter anderem gegen zwei Gestapo-Männer und zwei Zivilbeamte wegen Mordes ermittelt. Die Polizisten entzogen sich dem Verfahren durch Selbstmord, die beiden anderen Prozesse endeten mit Freispruch beziehungsweise Einstellung.“
Aus der Rezension von Jim Tobias, in: Nürnberger Nachrichten, 14. März 2019

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