Gesamtverzeichnis


Kretzer_NS-Täterschaft
Anette Kretzer

NS-Täterschaft und Geschlecht

Der erste britische Ravensbrück-Prozess 1946/47 in Hamburg
24.00 

Der erste Hamburger Ravensbrück-Prozess gehört zu den großen, jedoch wenig erforschten westalliierten KZ-Prozessen der unmittelbaren Nachkriegszeit. Angeklagt waren sieben Frauen und neun Männer des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück. Die Studie untersucht die Funktion und Wirkung der Kategorie Geschlecht zwischen krimineller Schuld und Deutungsmustern von NS-Täterschaft.
Im Mittelpunkt steht das Wechselverhältnis zwischen strafrechtlicher Rekonstruktion und gesellschaftlicher Repräsentation. Analysiert wird das Entstehen bestialisierender oder viktimisierender Geschlechterbilder vor Gericht und deren entkonkretisierende und entpolitisierende Entfaltung im bundesdeutschen NS-Verbrechensdiskurs.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-940938-17-6
478 Seiten

Schneppen_Ghettokommandant in Riga
Heinz Schneppen

Ghettokommandant in Riga. Eduard Roschmann

Fakten und Fiktionen
24.00 

Frederick Forsyths Bestseller „Die Akte Odessa“ hat Eduard Roschmann, Ghettokommandant in Riga, weltweite Publizität verschafft. Kurz nach dem Krieg verhaftet, gelang dem „Schlächter von Riga“
1948 die Flucht über Rom nach Buenos Aires, wo er fast drei Jahrzehnte ein unauffälliges Leben führte. Von der Auslieferung bedroht, setzte er sich 1977 von Argentinien nach Paraguay ab, wo er bald darauf verstarb.
Das Leben des subalternen SS-Mannes Eduard Roschmann, eines Bürokraten und Opportunisten, eines Mannes ohne besondere Eigenschaften, ist nur von begrenztem Interesse. Dass er zum Mordpersonal von Riga gehörte, steht außer Frage. Wie seine Person zum Objekt von Spekulationen und Fiktionen werden konnte, inwieweit Zeugnisse und Zeugen, Berichte und Literatur mit der historischen Forschung in Konflikt geraten, ist Thema dieser Studie.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-938690-93-2
343 Seiten

Porezag_Ernst Leitz
Karsten Porezag

Ernst Leitz aus Wetzlar und die Juden – Mythos und Fakten

Zur Emigration deutscher Juden 1933–1941
19.00 

Der Wetzlarer Unternehmer Ernst Leitz (1871–1956) wurde in den letzten Jahren weltweit als „zweiter Oskar Schindler“ gefeiert. Die amerikanische Anti-Defamation-League verlieh ihm im Februar 2007 posthum den „Courage to Care Award“ mit der Begründung, dass der Fabrikant der Leica-Kameras vermutlich 200 bis 300 Angestellte und ihre Familien vor den Nazis gerettet habe. In der Tat unterstützte der couragierte Demokrat Ernst Leitz in den Jahren 1933 bis 1939 deutsche Juden durch Anstellung und berufliche Qualifizierung in seinen Unternehmen, aber auch mit anderen Hilfeleistungen.
Karsten Porezag befasst sich mit Mythos und Fakten der Rettungsaktivitäten. Er untersucht quellengestützt, wie vielen jüdischen Emigranten Ernst Leitz geholfen hat, welche Mittel ihm zur Verfügung standen und wie groß Ernst Leitz’ persönliche Gefährdung dabei war. Darüber hinaus kommt die Rolle des erst jetzt wiederentdeckten, nach New York emigrierten „Wohltäters von Wetzlar“ Ludwig Seligmann (1890–1966) zur Sprache. Ein ausführliches Kapitel stellt jüdische Wetzlarer Emigranten in Kurzbiografien vor.

Download cover Inhaltsverzeichnis Juni 2009 ISBN:
978-3-940938-23-7
184 Seiten

Hechler_Mählert_Promovieren
Daniel Hechler, Jens Hüttmann, Ulrich Mählert, Peer Pasternack Hrsg.)

Promovieren zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte

Handbuch
19.90 

Wer ein Promotionsprojekt beginnt, unternimmt das typischerweise zum ersten (und zum letzten) Mal: Promovieren kann man nicht trainieren. Gleichwohl lassen sich die Anzahl der Fehler und Havarien vermindern und die Länge holpriger Wegstrecken verkürzen: Wer Beratung nutzt, kann von den Erfahrungen anderer profitieren. Das leistet dieses Handbuch. Es wendet sich speziell an Promovierende des Forschungsfeldes Zeitgeschichte aus allen Fächern – ob Historikerin, Germanist, Juristin, Soziologe, Erziehungswissenschaftlerin oder Mediziner. Das Handbuch zielt darauf, im Prozess der Planung und Realisierung eines zeithistorischen Promotionsprojekts ein höheres Maß an Orientierungssicherheit zu gewinnen, die eigenen Motivationen und Ansprüche zu prüfen sowie Basiskenntnisse zum Promovieren als Prozess zu erwerben.

Download cover Inhaltsverzeichnis Juni 2009 ISBN:
978-3-940938-40-4
291 Seiten

Hardcover


Benz_Auftrag.Umschlag
Wolfgang Benz

Auftrag Demokratie

Die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und die Entstehung der DDR 1945–1949
29.90 

Die Gründung der Bundesrepublik und der DDR in den Jahren 1945 bis 1949 ist von Mythen überwuchert, die Erinnerung an den Untergang der DDR verdeckt zunehmend die dramatische Entwicklung, aus der Bundesrepublik und DDR hervorgingen.
Demokratie in Deutschland zu gründen war Ziel der Alliierten und Auftrag an die Deutschen nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes. Während der Weststaat die Konturen einer parlamentarischen Demokratie annahm, entwickelte sich die Sowjetische Besatzungszone nach den Vorgaben aus Moskau zwangsläufig zum „antifaschistisch-demokratischen“ Gegenmodell.
Die große Studie des Historikers Wolfgang Benz beschreibt die Entstehungsbedingungen der beiden Staatsgründungen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Neubaus im Rahmen alliierter und deutscher Politik. Ziel und Absicht ist es, durch die Darstellung historischer Ereignisse und Entwicklungen Mythen zu zerstören. Ein Standardwerk zur Vorgeschichte der beiden deutschen Staaten.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-42-8
528 Seiten

Schwerendt_Trau keinem Fuchs
Matthias Schwerendt

„Trau keinem Fuchs auf grüner Heid, und keinem Jud bei seinem Eid“

Antisemitismus in nationalsozialistischen Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien
24.00 

Die seit 1933 an deutschen Schulen verpflichtende „Rassen- und Erbkunde“ bedeutet den Einbruch eines vorwiegend naturwissenschaftlichen Rassenparadigmas in die Lehrerbildung und in die schulische Literatur. Die Studie untersucht die Präsenz der „Rassen- und Erbkunde“ in nationalsozialistischen Schulbüchern vor dem Hintergrund der Ideengeschichte des völkischen Antisemitismus. Das in den schulischen Texten formulierte antisemitische Selbst- und Feindbild der Nationalsozialisten thematisierte und systematisierte die konkreten Verfolgungsmaßnahmen gegen die Juden und ordnete sie zugleich in eine völkische Gesamtperspektive ein. In ihr wurde die Geschichte der jüdischen Minderheit in Deutschland und Europa konsequent aus antisemitischer Perspektive neu formuliert.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-24-4
394 Seiten

Scheunemann_Gegenwartsbezogenheit
Jan Scheunemann

„Gegenwartsbezogenheit und Parteinahme für den Sozialismus“

Geschichtspolitik und regionale Museumsarbeit in der SBZ/DDR 1945–1971
24.00 

Die Partei- und Staatsführung der DDR war bestrebt, aus der Geschichte eine Legitimation des eigenen Herrschaftsanspruches abzuleiten. Auf welche Weise dies die regionale und lokale Museumsarbeit in der Ära Ulbricht beeinflusste und warum die angestrebte „sozialistische Umgestaltung“ nicht vollständig realisiert werden konnte, analysiert die vorliegende Studie.
Ausgehend von der zentralen politischen und administrativen Ebene werden die organisatorischen und konzeptionellen Anstrengungen verfolgt, ein flächendeckendes Netz von historischen Museen zu installieren, Ausstellungsthemen vorzugeben und somit das gesamte Museumswesen zu instrumentalisieren. Auf breiter Quellenbasis arbeitet Jan Scheunemann Spannungsverhältnisse im Zusammenwirken von Parteigliederungen, kommunalen Trägern und tradierter Fachkompetenz heraus und gibt Einblick in die geschichtspolitische Praxis der Jahre 1945 bis 1971.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-35-0
437 Seiten

Hardcover


Hördler_Lichtenburg
Stefan Hördler, Sigrid Jacobeit (Hrsg.)

Lichtenburg. Ein deutsches Konzentrationslager

22.00 

An die Peripherie des öffentlichen Gedächtnisses gedrängt, nahm Lichtenburg in Prettin an der Elbe eine Schlüsselposition im System der Konzentrationslager ein. Von Juni 1933 bis Mai 1939 fungierte der ehemalige Witwensitz der sächsischen Kurfürsten als Experimentierfeld für männliche und weibliche Schutzhaft. Die Doppelrolle als monolateral geführtes Männer- und Frauen-KZ ist singulär in der Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Das Frauenlager war zudem das erste seiner Art und diente 1937 bis 1939 als zentrales Schutzhaftlager für das Deutsche Reich. Darüber hinaus wurde Lichtenburg von 1941 bis 1945 als frühes Außenlager des KZ Sachsenhausen genutzt.
Der Sammelband umfasst grundsätzliche Studien zur Verortung und -Bedeutung des KZ Lichtenburg im Lagersystem der Vorkriegszeit, untersucht ausgewählte Aspekte der Geschichte des Männer- und Frauenlagers und widmet sich seiner Nutzung als Kaserne der SS-Totenkopfverbände, als SS-Versorgungslager, SS-Hauptzeugamt und KZ-Außenlager im Zweiten Weltkrieg. Konzeptionelle Überlegungen für einen neuen Dokumentations- und Gedenkort KZ Lichtenburg beschließen den Band.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-938690-75-8
302 Seiten

Wittmann_Besänftigung
Livia Käthe Wittmann

Besänftigung der Stimmen

Berlin, Budapest, Tübingen, Neuseeland – Begegnungen zwischen Ost und West
16.00 

„Ähnlich wie ihre frühere Arbeit ‚Wiederkunft‘ zeichnet sich auch dieser Text durch einen diskursiven Charakter aus. Er wirkt als Teil eines Generationengesprächs, zu dem die Leser eingeladen werden, um Erfahrungen des schwierigen vergangenen Jahrhunderts aufzuarbeiten … Wer in den siebziger Jahren in Budapest, (Ost) Berlin, Prag und anderswo in der kritisch-intellektuellen Szene zu Hause war, weiß, dass die scheinbar stillen Jahrzehnte mit Erzählungen gefüllt waren, als wäre unser Leben eine einzigartige lange bittersüße Anekdote über das kaum Erzählbare.“

Aus dem Nachwort von György Dalos

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-55-8
213 Seiten

Jaiser_Kahl_Ravensbrück
Constanze Jaiser, Antje Kahl, Regine Strecker, Iris Wachsmuth

Von Talkshows und Wäscheleinen

Ein anderer Weg in die Gedenkstätte Ravensbrück
19.00 

Wie viele Fakten und vor allem welche braucht ein Rundgang zur Geschichte des KZ Ravensbrück? Wie kann die Gruppensituation genutzt werden für eine Vielstimmigkeit des Diskurses und als Bereicherung in der Auseinandersetzung mit dem Thema? Und wie vermeidet man moralgeladene Zwänge im Lernprozess?
50 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück und 10 Jahre einer außergewöhnlichen Zeitreise, die deutsche und internationale Gruppen von Berlin nach Ravensbrück geführt hat – Grund genug, dieses „ZeitSchritte“ genannte Tagesseminar zu dokumentieren und Interessierten in und außerhalb von Gedenkstätten zur Verfügung zu stellen.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-56-5
192 Seiten

Herbeck_Feindbild
Ulrich Herbeck

Das Feindbild vom „jüdischen Bolschewiken“

Zur Geschichte des russischen Antisemitismus vor und während der Russischen Revolution
24.00 

Antisemitismus spielte in der russischen Gesellschaft während der Revolution von 1917 und im anschließenden Bürgerkrieg eine bedeutende und bislang weitgehend unterschätzte Rolle. Eine Folge seiner massiven Verbreitung in diesen Jahren waren antijüdische Pogrome mit vermutlich 150 000 bis 200 000 Toten. Das Feindbild vom Judäobolschewismus stellte dabei den wichtigsten zeitgenössischen Bezugsrahmen des Antisemitismus dar.
Die Studie untersucht die Vorbedingungen für die Entstehung des antijüdischen Feindbildes im spätzaristischen Russland, fragt nach dem historisch Neuen am Judäobolschewismus und bietet eine Kontextualisierung bezogen auf Bürgerkriegskonflikte, Trägerschichten und ideologische Exponenten.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-49-7
480 Seiten

Heer_Kesting_VS Darmstadt
Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt

Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945

Der Kampf um das Hessische Landestheater Darmstadt
16.00 

Die erstmals 2006 in Hamburg gezeigte Wanderausstellung „Verstummte Stimmen“ widmet sich einem kaum untersuchten Kapitel der Nazizeit – der Säuberung der deutschen Opernhäuser. Die aus einem überregionalen und einem jeweils neu
recherchierten lokalen Teil bestehende Ausstellung erzählt das Schicksal von 44 prominenten Komponisten, Dirigenten, Regisseuren, Sängerinnen und Sängern, die Opfer der rassistischen Musikpolitik der Nationalsozialisten wurden, darunter Arnold Schönberg, Kurt Weill, Otto Klemperer, Bruno Walter, Gitta Alpár, Delia Reinhardt, Lotte Schöne, Richard Tauber, Joseph Schmidt und Friedrich Schorr.
Die lokale Fallstudie beschäftigt sich mit der Geschichte des Hessischen Landestheaters Darmstadt in dieser Zeit. Neben den Solisten der Oper werden auch die verfolgten Schauspieler des Sprechtheaters vorgestellt. Darüber hinaus erinnern Ausstellung und Katalog an viele bisher Namenlose, die damals entlassen wurden – Chor- und Orchestermitglieder, Bühnenarbeiter und Handwerker. Insgesamt vertrieben die neuen Machthaber 1933 in Darmstadt mehr als 60 Ensemblemitglieder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Einstellung.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-54-1
144 Seiten

Morsch_Waldfriedhof
Günter Morsch (Hrsg.)

Mittel- und langfristige Perspektiven für den Waldfriedhof Halbe

Abschlussbericht der Expertenkommission und Beiträge
19.00 

Der Waldfriedhof in Halbe ist die größte Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Seit der deutschen Einheit ist er wegen der Vereinnahmungsversuche von Rechtsextremisten und des dagegen gerichteten zivilgesellschaftlichen Protests immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Jahr 2009 legte eine Arbeitsgruppe von Experten aus Wissenschaft, Gedenkstätten und Initiativen sowie Vertretern zuständiger Behörden ihren Abschlussbericht vor, der Maßnahmen zum künftigen Umgang mit dem Ort definiert. Die Experten setzen dabei in erster Linie auf historische Aufklärung und Information: Die komplexe „Gemengelage“ des Waldfriedhofs soll erklärt und auf diese Weise der Mythos der „Kesselschlacht“ dekonstruiert werden. Neben dem Abschlussbericht enthält der Band Beiträge weiterer Sachverständiger und zahlreiche Abbildungen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-57-2
240 Seiten

mit CD (Fotodokumentation)


Stellmacher_Friede
Hildegard Stellmacher, Renate Trautmann

Friede dem Fernen und Friede dem Nahen

Erinnerungen an Irma und Jirí Lauscher
22.00 

Aus dem Ghetto Theresienstadt, das als Sammellager für die tschechischen Juden eingerichtet worden war, wurden Zehntausende in die Vernichtungslager abtransportiert. Aber eine Prager jüdische Familie überlebt das Ghetto. Jirí Lauscher ist als Zimmermann in der Ghettowerkstatt unabkömmlich, Irma Lauscherová, leidenschaftliche Lehrerin, unterrichtet heimlich im Ghetto lebende Kinder. Die Tochter Michaela ist bei der Befreiung acht Jahre alt.
Theresienstadt bleibt die schmerzlichste und unheilbare, prägende Erfahrung ihres Lebens. Ihr Überleben wird ihnen zur Verpflichtung, das Gedächtnis an die Toten wachzuhalten, aber auch aufzuklären und den Nachkommen der Täter und Nutznießer zu begegnen. In den 60er-Jahren lernen sie Lothar Kreyssig kennen, den Gründer der „Aktion Sühnezeichen“. Ein Gespräch kommt zustande, das Genera-tionen prägte und nicht mehr abreißen sollte …
Dieses Buch berichtet aus dem Leben von Irma Lauscherová (1904–1985) und Jirí Lauscher (1901–1989) und davon, wie sie Deutschen in Ost und West halfen, die äußerlichen und geistigen Grenzen zu überwinden, Judentum kennenzulernen und Mitteleuropa neu zu entdecken.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-47-3
371 Seiten

deutsch-tschechische Ausgabe


Leicht_Multikulturalismus
Imke Leicht

Multikulturalismus auf dem Prüfstand

Kultur, Identität und Differenz in modernen Einwanderungsgesellschaften
19.00 

Spätestens seit dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im November 2004 macht sich insbesondere in der europäischen Öffentlichkeit Skepsis gegenüber Konzepten und Praktiken des Multikulturalismus breit. Fernab der rassistischen Ablehnung des kulturellen Pluralismus stellt sich die Frage, wie dieser mit demokratischen Grundwerten zu vereinbaren ist. In der Auseinandersetzung spiegelt sich der alte Widerstreit zwischen Universalismus und Kulturrelativismus wider. Die vorliegende Studie diskutiert kulturrelativistische Ansätze im Multikulturalismus. Die Autorin macht deutlich, dass moderne Einwanderungsgesellschaften nicht umhinkommen, sich auf ein kulturkritisches, antiessenzialistisches und an den universellen Menschenrechten orientiertes Konzept des Multikulturalismus zu beziehen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-43-5
205 Seiten

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Wolfgang Benz, Brigitte Mihok (Hrsg.)

„Juden unerwünscht“

Anfeindungen und Ausschreitungen nach dem Holocaust
19.00 

Nirgendwo waren Juden, die den Holocaust überlebt hatten, willkommen. Der Befreiung aus Konzentrationslagern und Zwangsarbeit folgte die Erkenntnis, dass sie in ihrer Heimat unerwünscht waren – gleich ob diese in Polen oder Ungarn, in der Slowakei oder Rumänien lag. Deutschland war ein Sonderfall: Hier sammelten sich unter Obhut der US-Army und britischer Besatzungstruppen jene, die keine Heimat mehr hatten oder nicht in die Länder zurückkehren wollten, in denen sie gedemütigt worden waren und ihre Angehörigen verloren hatten. Die jüdischen „Displaced Persons“ sammelten sich vor allem in der amerikanischen und britischen Besatzungszone. Doch ihnen war keineswegs das Mitgefühl schuldbewusster Deutscher sicher. Im Gegenteil: Anwohner der DPCamps beklagten sich über die Juden, Behörden veranlassten mit dem Vorwand des Verdachts auf Schwarzmarktgeschäfte Razzien. Auch osteuropäische Juden waren in ihrer Heimat mit der Kälte ehemaliger Nachbarn konfrontiert. Am erschreckendsten war 1946 das Wiederaufflammen von Judenhass, der sich im Pogrom von Kielce entlud. 42 Überlebende des Holocaust fanden den Tod. Aber auch in weiteren polnischen Orten, in der Slowakei, in Ungarn und Rumänien wurde nach dem Holocaust Gewalt gegen Juden verübt.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2016 ISBN:
978-3-86331-305-0
235 Seiten

Pelger_Wissenschaft
Gregor Pelger

Wissenschaft des Judentums und englische Bibliotheken

Zur Geschichte historischer Philologie im 19. Jahrhundert
24.00 

minima judaica, Band 8

Mit ihrer Hinwendung zur historischen Philologie entwarf die junge Wissenschaft des Judentums als Disziplin ohne jede institutionelle Organisation ein neuartiges Selbstverständnis. Materialien für die historisch-kritische Forschung waren allerdings schwer zugänglich, fundierte Quellenerschließung forderte außergewöhnliches Engagement. Die Studie verfolgt die Lebenswege deutsch-jüdischer Wissenschaftler, wie sie – insbesondere im zunehmenden imperialen Wettstreit um Kulturgüter – aufs Engste mit den Schicksalen von Handschriften und Büchern verbunden waren. Vor allem die Erarbeitung berühmter hebräischer Sammlungen in englischen Bibliotheken schuf eine Konstellation, die sowohl die kritische Erschließung jüdischer Literatur ermöglichte als auch wesentliche Aspekte jüdischen Selbstverständnisses hervortreten ließ. Die Bibliothek erlangte als transnationaler Stauraum für die Wissenschaft des Judentums unschätzbare Bedeutung.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2010 ISBN:
978-3-940938-62-6
383 Seiten

Apelt_Wiedervereinigugn
Andreas H. Apelt (Hrsg.)

Der Weg zur Wiedervereinigung

Voraussetzungen – Bedingungen – Verlauf
16.00 

Zum 20. Jahrestag der Konstituierung des Zentralen Runden Tisches, der die ersten demokratischen Wahlen in der DDR vorbereiten sollte, veranstaltete die Deutsche Gesellschaft e. V. am 7. Dezember 2009 ein Symposium, in dessen Mittelpunkt die Ursachen, Inhalte und Ziele der Friedlichen Revolution standen. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung finden sich im vorliegenden Dokumentationsband.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2010 ISBN:
978-3-940938-70-1
119 Seiten

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Andreas H. Apelt, Martin Gutzeit, Gerd Poppe (Hrsg.)

Die deutsche Frage in der SBZ und DDR

Deutschlandpolitische Vorstellungen von Bevölkerung und Opposition 1945–1990
22.00 

Im Jubiläumsjahr „20 Jahre Mauerfall“ veranstalteten die Deutsche Gesellschaft e. V., der Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Konferenz „Die deutsche Frage in der SBZ und DDR. Deutschlandpolitische Vorstellungen von Bevölkerung und Opposition 1945–1990“. Vom 18. bis 20. Februar 2009 diskutierten Historiker und Politologen mit Zeitzeugen und Akteuren der Friedlichen Revolution.
Die Ergebnisse finden sich in diesem Dokumentationsband.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2010 ISBN:
978-3-940938-60-2
287 Seiten

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Wanja Hargens

Der Müll, die Stadt und der Tod

Rainer Werner Fassbinder und ein Stück deutscher Zeitgeschichte
19.00 

ZeitgeschichteN, Band 5

An keinem anderen Theaterstück der Nachkriegszeit entzündeten sich so hitzige Debatten wie an Rainer Werner Fassbinders „Der Müll, die Stadt und der Tod“. Zur Provokation gehört eine ambivalente jüdische Figur, die teilweise philosemitisch, teilweise antisemitisch gedeutet wurde. Der Vorwurf, das Stück sei antisemitisch, führte zur Makulierung der Erstauflage des bei Suhrkamp erschienenen Textes. Eine Bühnenbesetzung in Frankfurt am Main verhinderte die Uraufführung. Im Herbst 2009 ist das Stück erstmals in Deutschland öffentlich aufgeführt worden. Genau und umsichtig betrachtet Wanja Hargens Fassbinders Stück und dessen Entstehungskontext. Als Teil der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte wird seine Wirkung kritisch rekonstruiert. Es entsteht ein fesselnder Beitrag zur bundesrepublikanischen Politik- und Mentalitätsgeschichte.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2010 ISBN:
978-3-938690-81-9
277 Seiten