Gesamtverzeichnis


Transforming_dunkel

Roginskij_Moskau
Frank Drauschke, Anna Kaminsky, Arsenij Roginskij (Hrsg.)

„Erschossen in Moskau …“

Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950–1953
22.00 

Annähernd eintausend Deutsche wurden zwischen 1950 und 1953 von östlichen Geheimdiensten verhaftet, von sowjetischen Militärtribunalen in der DDR wegen angeblicher Spionage und antisowjetischer Agitation zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet. Die Toten wurden im Krematorium des Moskauer Friedhofs Donskoje verbrannt und in einem Massengrab verscharrt. Über Jahrzehnte hatten Moskau und Ost-Berlin alles daran gesetzt, die Spuren der Opfer zu verwischen.
In einem gemeinsamen Forschungsprojekt ist es der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ International Moskau, Facts & Files – Historisches Forschungsinstitut Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gelungen, Akten über die Verurteilungen, Hinrichtungen und die verzweifelte Suche der Angehörigen aufzufinden. Das Leben und der gewaltsame Tod dieser Frauen und Männer werden in dem vorliegenden Totenbuch dokumentiert.

Ein beachtlicher Zuwachs an neuen Informationen führte dazu, dass sich der bisherige Wissensstand erheblich erweitert hat. Es war daher unverzichtbar, die letzte Auflage des Buches komplett zu überarbeiten. Der neue Band stellt das Ergebnis dieser umfassenden Aktualisierung dar.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-938690-14-7
476 Seiten

3., vollständig überarbeitete Auflage


Raim_Kaufering
Edith Raim (Hrsg.)

Überlebende von Kaufering

Biografische Skizzen jüdischer ehemaliger Häftlinge
19.00 

Materialien zum KZ-Außenlagerkomplex Kaufering

Der Band vereint Kurzbiografien von über vierzig jüdischen Überlebenden aus ganz Europa, die als Kinder und Jugendliche in Ghettos und Lager verschleppt wurden und deren Lebenswege sich in dem Dachauer KZ-Außenlagerkomplex Kaufering kreuzten. Begleitet werden die Lebensläufe von zahlreichen Privatfotos aus der Zeit vor der Verfolgung, der unmittelbaren Nachkriegszeit und der Gegenwart. Außerdem enthält der Band Auszüge aus der Kauferinger Lagerzeitung „Nitzotz“ (Der Funke), zwei 1947 auf Jiddisch entstandene Schilderungen zum Todesmarsch von Kaufering nach Dachau und zwei autobiografische Texte Überlebender.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-938690-97-0
191 Seiten

Littmann _Lehrkräfte
Ingrid Littmann-Hotopp

Jüdische Lehrkräfte an den Berliner Gemeindeschulen zwischen 1875 und 1914

22.00 

Auch nach dem Emanzipationsedikt von 1812 und dem Reichsgesetz von 1869 über die Gleichberechtigung der Konfessionen blieb Juden der Zugang zu Ämtern im Staatsdienst häufig versagt. Die Auseinandersetzungen zwischen dem Berliner Magistrat und dem Kultusministerium ab 1895 zeigen, wie auf dem Verwaltungsweg durch Erlasse und Gesetze jüdische Lehrkräfte von einer Anstellung an öffentlichen Schulen ausgegrenzt wurden.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-938690-95-6
222 Seiten

Eschebach_Krieg und G.
Insa Eschebach, Regina Mühlhäuser (Hrsg.)

Krieg und Geschlecht

Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern
19.00 

In Kriegs- und Krisengebieten kommt es regelmäßig zu sexueller Gewalt. Die Täter stammen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen. Die Opfer können weiblich oder männlich, jung oder alt, arm oder reich sein.
In den letzten 20 Jahren haben Menschenrechtsorganisationen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Fälle sexueller Gewalt dokumentiert und die Bedeutung und Funktion dieser Gewaltform untersucht. Der vorliegende Band resümiert den aktuellen Forschungsstand.
Thema ist auch die Geschichte der Bordelle, die die SS während des Zweiten Weltkriegs in zehn Konzentrationslagern einrichtete, um die Leistungsbereitschaft männlicher Häftlinge bei der Zwangsarbeit zu steigern. Die SS rekrutierte die Frauen für diesen „Arbeitseinsatz im Bordell“ im KZ Ravensbrück. Der Band fragt nach der besonderen Funktion und Bedeutung dieser Form sexueller Gewalt.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-940938-21-3
299 Seiten

Markert_Das Kalte Herz
Joy Markert

Das Kalte Herz – Die schöne Lau

Erzählung
14.90 

Eine kurze Zeit zwischen zwei großen Ereignissen: Sonnenfinsternis im Sommer 1999 und Neujahr 2000. Eine Clique hat sich am Berliner Stadtrand ein altes Haus gekauft, als alle sich beruflich noch sicher fühlten. In der nun brüchig werdenden Existenz merken sie, wie sehr sie sich übernommen haben. Bei den aufbrechenden Konflikten erwachen Erinnerungen an entscheidende Lebensmomente: Jugend, sechziger und siebziger Jahre, die Wendezeit um 1990, verpasste Chancen und unauslöschliche Träume. Im Mittelpunkt steht das Paar Olga und Gecko mit seinen Krisen und Leidenschaften. Im Spätherbst sucht Olgas Zwillingsschwester Rose bei ihnen Zuflucht vor immer wiederkehrenden psychischen Problemen. Olga, die ihre Schwester mehr liebt als jeden anderen Menschen, drängt Gecko, sich um Rose zu kümmern, was unausweichlich zu einem „Happyend der Tragödien“ führt.
Joy Markert schrieb Drehbücher für Kinofilme und Fernsehspiele, Theaterstücke, rund siebzig Hörspiele, zahlreiche Essays, Radioerzählungen und Features sowie Geschichten und Hörspiele für Kinder, Lyrik und Prosa. Er veröffentlichte u. a. Asyl (1985), Malta – Reisen eines Ahnungslosen in die Steinzeit (1989), Nachtcafé Schroffenstein (1994, gemeinsam mit Sibylle Nägele), Die Potsdamer Straße. Geschichten, Mythen und Metamorphosen (gemeinsam mit Sibylle Nägele, Metropol Verlag 2006).

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-940938-13-8
196 Seiten

Mess_Sonnernschein
Kathrin Mess

„... als fiele ein Sonnenschein in meine einsame Zelle“

Das Tagebuch der Luxemburgerin Yvonne Useldinger aus dem Frauen-KZ Ravensbrück
24.00 

Am 3. Dezember 1944, etwa 18 Monate nach ihrer Ankunft im Frauen-KZ Ravensbrück, beginnt die damals 23-jährige Luxemburgerin Yvonne Useldinger ein Tagebuch zu schreiben. Wegen ihres aktiven Widerstands gegen die nationalsozialistische Besetzung ihres Landes war sie im Jahr 1942 von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und in das Landgerichtsgefängnis Trier gebracht worden. Dort, in einem dem Gefängnis unterstehenden Kloster, kam ihre Tochter Fernande zur Welt.
Am 30. Juni 1943 wurde Yvonne Useldinger in das Frauen-KZ Ravensbrück überstellt, wo sie für den Rüstungskonzern Siemens & Halske arbeiten musste.
Die Schwierigkeit, im KZ ein Tagebuch zu führen und dabei eine dem Grauen entsprechende Sprache zu finden, ist Yvonne Useldinger bewusst: Ungeheuerliches soll beschrieben, Unfassbares überliefert werden. Es entsteht ein authentisches, erschütterndes Zeugnis über die letzten Monate im Konzentrationslager.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-940938-01-5
327 Seiten

Endlich_Christenkreuz
Stefanie Endlich, Monica Geyler von Bernus, Beate Rosie

Christenkreuz und Hakenkreuz

Kirchenbau und sakrale Kunst im Nationalsozialismus
19.00 

Zeigte sich nationalsozialistische Ideologie auch in Kirchenarchitektur und kirchlicher Kunst? Wie anfällig waren die Gemeinden beider Konfessionen für Volksgemeinschafts-Propaganda, Rassismus und Totenkult?
Die Ausstellung „Christenkreuz und Hakenkreuz. Kirchenbau und sakrale Kunst im Nationalsozialismus“ hat diese Fragen an Beispielen aus ganz Deutschland untersucht.
Mehr als eintausend Kirchenneubauten, Umgestaltungen und neue Gemeindehäuser aus den Jahren 1933 bis 1944 widerlegen die verbreitete Ansicht, Kirchenbau und Kirchenkunst seien in der NS-Zeit nahezu zum Erliegen gekommen. Architektur-Ansätze jener Zeit propagierten die Rückkehr zum mittelalterlichen Bauen oder beschworen die völkische „Blut und Boden“-Ideologie. Beispiele der Kirchenkunst zeigen, wie christliche Motive nationalsozialistisch umgedeutet wurden, NS-Propaganda in den kirchlichen Bereich eindrang und nationalsozialistische Symbole und Figuren den Altarraum prägten.
Das Katalogbuch dokumentiert die Ausstellung; sechs Beiträge verschiedener Autorinnen und Autoren geben Einblick in die historischen Zusammenhänge und bieten Ansätze für eine kritische Aufarbeitung.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-940938-12-1
163 Seiten

Jahrbuch 17
Wolfgang Benz (Hrsg.)

Jahrbuch für Antisemitismusforschung 17

21.00 

Das Jahrbuch für Antisemitismusforschung ist ein Forum für wissenschaftliche Beiträge zur Antisemitismus-, Vorurteils- und Minderheitenforschung und will dieses disziplinär breite Spektrum bündeln. Es ist deshalb fächerübergreifend und international vergleichend ausgerichtet. Es veröffentlicht Arbeiten zur Geschichte der Judenfeindschaft, zur nationalsozialistischen Verfolgungspolitik, zum Holocaust, zu Emigration und Exil, zum Rechtsextremismus, zu Minoritätenkonflikten und zur Theorie des Vorurteils.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2008 ISBN:
978-3-940938-20-6
352 Seiten

Heer_VS Stuttgart
Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt

Verstummte Stimmen

Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945. Der Kampf um das Württembergische Landestheater Stuttgart
16.00 

Die erstmals 2006 in Hamburg gezeigte Wanderausstellung „Verstummte Stimmen“ widmet sich einem kaum untersuchten Kapitel der Nazizeit – der Säuberung der deutschen Opernhäuser. Die aus einem überregionalen und einem jeweils neu recherchierten lokalen Teil bestehende Ausstellung erzählt das Schicksal von 44 prominenten Komponisten, Dirigenten, Regisseuren, Sängerinnen und Sängern, die Opfer der rassistischen Musikpolitik der Nationalsozialisten wurden.
Neben prominenten Namen wie Arnold Schönberg, Kurt Weill, Otto Klemperer, Bruno Walter, Gitta Alpár, Delia Reinhardt, Lotte Schöne, Richard Tauber, Joseph Schmidt, Friedrich Schorr werden auch die unbekannten verfolgten Ensemblemitglieder des Württembergischen Landestheaters Stuttgart erinnert – die Solisten aus der zweiten Reihe, die Kapellmeister, die Mitglieder von Chor und Orchester, die Arbeiter, Handwerker und Angestellten hinter der Bühne.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2008 ISBN:
978-3-940938-14-5
126 Seiten

Döscher_Gustav Stille
Hans-Jürgen Döscher

„Kampf gegen das Judenthum“: Gustav Stille (1845–1920)

19.00 

Texte – Dokumente – Materialien, Band 71

Gustav Stille (1845–1920), Mediziner und -Schriftsteller, war einer der frühen Propheten und intellektuellen Vorkämpfer des Antisemitismus. Rasse und Lebensraum, Volkskraft und Weltpolitik bildeten die Axiome seines innen- und außenpolitischen Programms, mit dem er zentrale Ideologeme des Nationalsozialismus antizipierte. In seinem Buch „Der Kampf gegen das Judenthum“, das zwischen 1891 und 1912 acht Auflagen erzielte, forderte Stille nicht nur die Entfernung der Juden aus dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben Deutschlands, sondern auch deren existenzielle Vernichtung. Mit seiner Schrift „Volkskraft und Weltpolitik“ (1897) propagierte er die Abkehr von der Kolonialpolitik, stattdessen die Lebensraumerweiterung im Osten, letztlich dessen Germani-sierung. Biografie, Zielsetzungen und Rezeption Stilles werfen ein neues Licht auf die Entstehung und Reichweite des Rassenantisemitismus in Deutschland.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2008 ISBN:
978-3-938690-90-1
173 Seiten

Kaneko_Judenpolitik
Martin Kaneko

Die Judenpolitik der japanischen Kriegsregierung

19.00 

Die Studie geht der Frage nach, ob es in Japan unter der Kriegsregierung eine offizielle Politik der „Judenfreundlichkeit“ gegeben hat. Die Verfechter dieser These beziehen sich vor allem auf drei Argumente: die von Sugihara Chiune in Kaunas/Litauen an jüdische Flüchtlinge erteilten Visa (Juli/August 1940), den „projüdischen“ Beschluss der Fünf-Minister-Konferenz (1938) und die Aufnahme von angeblich 20 bis 30 000 deutsch-jüdischen Flüchtlingen in der Mandschurei (März 1938). Martin Kaneko unterzieht diese Behauptungen einer quellenkritischen Analyse. Er kommt zu einem anderen Ergebnis. Nicht nur die Medien und Teile der Öffentlichkeit, sondern auch Regierungsvertreter waren antisemitisch eingestellt, obwohl nur etwa 1000 Juden in Japan lebten.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2008 ISBN:
978-3-938690-91-8
236 Seiten

Lemke_Konfrontation
Michael Lemke (Hrsg.)

Konfrontation und Wettbewerb

24.00 

Keine andere europäische Metropole war nach 1948 intensiver vom Kalten Krieg betroffen, nahm aber gleichzeitig auf ihn einen nachhaltigeren Einfluss als das geteilte Berlin. Fünfzehn Experten gehen der Frage nach, wie die Verflechtungs- und Teilungsgesellschaften auf beiden Seiten der Großstadt in der alltäglichen Systemkonkurrenz die je eigene Rechtmäßigkeit und Überlegenheit demonstrierten. „Magnetismus“ im Innern wie nach außen war ein herausragendes Instrument der Herrschaftsstabilisierung. Aussagekräftige Beispiele aus Wissenschaft, Technik und Kultur stellen Funktionen und Formen von schroffer wie modifizierter Konfrontation bis hin zum konstruktiven interaktiven Wettbewerb vor. Sie lassen Berliner Geschichten im Ost-West-Konflikt – etwa über die konkurrierende Stadt- und „Küchentechnik“ – kenntnisreich und vergnüglich aufleben.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2008 ISBN:
978-3-938690-85-7
360 Seiten

Heitzer_Affäre Waltehr
Enrico Heitzer

„Affäre Walter“

Die vergessene Verhaftungswelle
18.00 

Am 8. September 1951 wurde „Fred Walter“ in Ost-Berlin von der sowjetischen Geheimpolizei festgenommen. „Walter“ war Mitarbeiter der anti-kommunistischen „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU), im Frühjahr 1951 aber zum amerikanischen Geheimdienst übergewechselt. Nur Stunden später begann eine heute nahezu vergessene Verhaftungswelle, die den Namen ihres mutmaßlichen Verursachers erhielt – „Affäre Walter“. Bei dieser Aktion, die nach Gründung der DDR wohl die meisten Todesopfer gefordert hat, wurden etwa 200 Personen festgenommen. Sie hatten Flugblätter gegen das kommunistische Regime verteilt und Informationen gesammelt. In einer Reihe von Geheimprozessen fällten sowjetische Militärtribunale nach bisheriger Kenntnis ca. 50 Todesurteile; mindestens 43 Menschen wurden in Moskau erschossen oder starben im Lager.
Enrico Heitzer legt die erste Gesamtdarstellung der Verhaftungsaktion vor, ergänzt um eine DVD mit weiterführenden Informationen, Zeit-zeugeninterviews sowie pädagogischen Materialien.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2008 ISBN:
978-3-940938-11-4
205 Seiten