Gesamtverzeichnis


Fasel_Revolte.ohne Rand
Peter Fasel

Revolte und Judenmord: Hartwig von Hundt-Radowsky (1780–1835)

Biografie eines Demagogen
22.00 

Unsere Kenntnisse über die Genese des modernen Antisemitismus im frühen und mittleren 19. Jahrhundert sind nach wie vor lückenhaft. Mit seiner Studie über Hartwig von Hundt-Radowsky legt Peter Fasel die erste wissenschaftliche Biografie eines extremen Judenfeindes dieser Zeit vor. Das weitgehend aus den Quellen erarbeitete Werk weist nach, dass der moderne Vernichtungsantisemitismus sich im geistigen Umfeld der frühen deutschen Nationalbewegung herausgebildet hat. In seinen Kampfschriften breitet Hundt-Radowsky seit den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein geschlossenes Welterklärungsmodell aus, das kein Judenfeind vor ihm konstruiert hat.

Download cover Inhaltsverzeichnis Januar 1010 ISBN:
978-3-938690-23-9
319 Seiten

Apelt_Mein Herbst
Andreas H. Apelt (Hrsg.)

Mein Herbst ’89

Zeitzeugen berichten
16.00 

„Was haben Sie damals ganz persönlich erlebt? In Ihrer Heimatstadt, in Ihrer Region? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!“
Diesem Aufruf folgten in den Jahren 2008 und 2009 viele Menschen und erzählten ihre persönlichen Erlebnisse – authentische Erfahrungsberichte, die bewegende Augenblicke der Friedlichen Revolution vom Herbst 1989 festhalten.

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2009 ISBN:
978-3-940938-65-7
176 Seiten

Morsch_Waldfriedhof
Günter Morsch (Hrsg.)

Mittel- und langfristige Perspektiven für den Waldfriedhof Halbe

Abschlussbericht der Expertenkommission und Beiträge
19.00 

Der Waldfriedhof in Halbe ist die größte Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Seit der deutschen Einheit ist er wegen der Vereinnahmungsversuche von Rechtsextremisten und des dagegen gerichteten zivilgesellschaftlichen Protests immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Jahr 2009 legte eine Arbeitsgruppe von Experten aus Wissenschaft, Gedenkstätten und Initiativen sowie Vertretern zuständiger Behörden ihren Abschlussbericht vor, der Maßnahmen zum künftigen Umgang mit dem Ort definiert. Die Experten setzen dabei in erster Linie auf historische Aufklärung und Information: Die komplexe „Gemengelage“ des Waldfriedhofs soll erklärt und auf diese Weise der Mythos der „Kesselschlacht“ dekonstruiert werden. Neben dem Abschlussbericht enthält der Band Beiträge weiterer Sachverständiger und zahlreiche Abbildungen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-57-2
240 Seiten

mit CD (Fotodokumentation)


Schubert_Erkaufte Flucht
Günter Schubert

Erkaufte Flucht

Der Kampf um den Haavara-Transfer
16.00 

Positionen – Perspektiven – Diagnosen, Band 4

Das Haavara-Verfahren, 1933 ausgehandelt zwischen deutschen Ministerialbeamten und Vertretern der jüdischen Gemeinschaft Palästinas, verhalf Tausenden von Juden zu einer – wenn auch teuer erkauften – Flucht vor dem nationalsozialistischen Terror. Es konnte bis zum Kriegsbeginn praktiziert werden. Dies war nur möglich durch den hinhaltenden Widerstand einiger weniger gegen die Versuche von SD und NSDAP, das Verfahren zu liquidieren. Kaum einer kennt die Namen der Verantwortlichen, denen die Haavara-Regelungen zu verdanken sind. Diese Studie versucht, die Dimension der Auswanderung zu zeigen und das Verdienst der Initiatoren zu beurteilen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2009 ISBN:
978-3-940938-52-7
191 Seiten

Demerer als Kind
Heinrich Demeter

Als Kind in NS-Konzentrationslagern

Aufzeichnungen
16.00 

Bibliothek der Erinnerung, Band 19

Heinrich Demerer war erst elf Jahre alt, als er in das Zwangsarbeits- und spätere Außenlager Blechhammer des KZ Auschwitz eingeliefert wird.
Als Sohn des Lagerältesten Karl Demerer lebt er dort fast zwei Jahre, bis er 1945 nach Todesmärschen über Groß-Rosen, Buchenwald und Flossenbürg von amerikanischen Truppen befreit wird.
Sein im Bundesarchiv aufgefundenes Manuskript »Die vergessene Generation« gehört zu den seltenen Zeugnissen, die die Innenperspektive eines Konzentrationslagers aus kindlichem Blick beschreiben.

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978-3-940938-61-9
128 Seiten

Hardcover


Jahrbuch 18
Wolfgang Benz (Hrsg.)

Jahrbuch für Antisemitismusforschung 18 (2009)

21.00 

Herausgegeben von Wolfgang Benz

Das Jahrbuch für Antisemitismusforschung ist ein Forum für wissenschaftliche Beiträge zur Antisemitismus-, Vorurteils- und Minderheitenforschung und will dieses disziplinär breite Spektrum bündeln. Es ist deshalb fächerübergreifend und international vergleichend ausgerichtet. Es veröffentlicht Arbeiten zur Geschichte der Judenfeindschaft, zur nationalsozialistischen Verfolgungspolitik, zum Holocaust, zu Emigration und Exil, zum Rechtsextremismus, zu Minoritätenkonflikten und zur Theorie des Vorurteils.

Preis im Abonnement: 16.00 Euro

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2009 ISBN:
978-3-940938-53-4
347 Seiten

Nahmia_Réina Gilberta
Nina Nahmia

Réina Gilberta

Ein Kind im Ghetto von Thessaloníki
22.00 

Thessaloniki 1943. Am 8. Februar treten die nationalsozialistischen Nürnberger Rassengesetze auch im besetzten Griechenland in Kraft. Bereits am 25. Februar 1943 beginnt die Deportation von Juden in die Arbeits- und Vernichtungslager. In 18 Transporten werden mehr als 45 000 Juden verschleppt, von denen kaum 1000 zurückkehren. Eine von ihnen ist Edda, die zentrale Figur dieser authentischen Geschichte. Ihre zweijährige Tochter konnte sie rechtzeitig einem katholischen Kloster anvertrauen. Die kleine Réina überlebt unter dem Namen Gilberta den Krieg. Jahrzehnte später, nach dem Tod der Eltern, erzählt sie der Athener Autorin Nina Nahmia die Geschichte ihrer Familie.

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2009 ISBN:
978-3-940938-46-6
261 Seiten

Transit 68:9

Chmel_DDR
Christian Chmel

Die DDR-Berichterstattung bundesdeutscher Massenmedien und die Reaktionen der SED (1972–1989)

24.00 

Die Studie thematisiert die DDR-Berichterstattung bundesdeutscher Massenmedien und die Rolle der in Ost-Berlin akkreditierten Westkorrespondenten im Spannungsfeld der deutsch-deutschen Beziehungen – vom Grundlagenvertrag 1972 bis zum Ende der SED-Herrschaft 1989. Rekonstruiert wird, wie DDR-Führung und Ministerium für Staatssicherheit auf die bundesdeutsche Berichterstattung reagierten. Dabei werden die Handlungsstrategien der Fernseh- und Zeitungskorrespondenten sowie von SED-Funktionären und Stasi-Mitarbeitern anhand von Erinnerungsberichten der Akteure sowie Vermerken, Protokollen und Arbeitsplänen des DDR-Außenministeriums, der ZK-Abteilung Agitation und der MfS-Hauptabteilung II/13 untersucht. Darüber hinaus zeigt die Studie die Deutungsmuster der Printmedien Frankfurter Allgemeine ZeitungSüddeutsche ZeitungFrankfurter RundschauZeitSpiegel sowie Welt und Welt am Sonntag am Beispiel von acht Ereignissen im DDR-Kontext auf.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-51-0
460 Seiten

Stellmacher_Friede
Hildegard Stellmacher, Renate Trautmann

Friede dem Fernen und Friede dem Nahen

Erinnerungen an Irma und Jirí Lauscher
24.00 

Aus dem Ghetto Theresienstadt, das als Sammellager für die tschechischen Juden eingerichtet worden war, wurden Zehntausende in die Vernichtungslager abtransportiert. Aber eine Prager jüdische Familie überlebt das Ghetto. Jirí Lauscher ist als Zimmermann in der Ghettowerkstatt unabkömmlich, Irma Lauscherová, leidenschaftliche Lehrerin, unterrichtet heimlich im Ghetto lebende Kinder. Die Tochter Michaela ist bei der Befreiung acht Jahre alt.
Theresienstadt bleibt die schmerzlichste und unheilbare, prägende Erfahrung ihres Lebens. Ihr Überleben wird ihnen zur Verpflichtung, das Gedächtnis an die Toten wachzuhalten, aber auch aufzuklären und den Nachkommen der Täter und Nutznießer zu begegnen. In den 60-er Jahren lernen sie Lothar Kreyssig kennen, den Gründer der „Aktion Sühnezeichen“. Ein Gespräch kommt zustande, das Genera-tionen prägte und nicht mehr abreißen sollte …
Dieses Buch berichtet aus dem Leben von Irma Lauscherová (1904–1985) und Jirí Lauscher (1901–1989) und davon, wie sie Deutschen in Ost und West halfen, die äußerlichen und geistigen Grenzen zu überwinden, Judentum kennenzulernen und Mitteleuropa neu zu entdecken.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-47-3
371 Seiten

deutsch-tschechische Ausgabe


Leicht_Multikulturalismus
Imke Leicht

Multikulturalismus auf dem Prüfstand

Kultur, Identität und Differenz in modernen Einwanderungsgesellschaften
19.00 

Spätestens seit dem Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im November 2004 macht sich insbesondere in der europäischen Öffentlichkeit Skepsis gegenüber Konzepten und Praktiken des Multikulturalismus breit. Fernab der rassistischen Ablehnung des kulturellen Pluralismus stellt sich die Frage, wie dieser mit demokratischen Grundwerten zu vereinbaren ist. In der Auseinandersetzung spiegelt sich der alte Widerstreit zwischen Universalismus und Kulturrelativismus wider. Die vorliegende Studie diskutiert kulturrelativistische Ansätze im Multikulturalismus. Die Autorin macht deutlich, dass moderne Einwanderungsgesellschaften nicht umhinkommen, sich auf ein kulturkritisches, antiessenzialistisches und an den universellen Menschenrechten orientiertes Konzept des Multikulturalismus zu beziehen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-43-5
205 Seiten

Schalm_Überleben
Sabine Schalm

Überleben durch Arbeit?

Außenkommandos und Außenlager des KZ Dachau 1933–1945
21.00 

Geschichte der Konzentrationslager 1933–1945, Band 10

Das erste Dachauer Außenkommando wurde bereits 1933 eingerichtet. Es war der Beginn von Häftlingsarbeitseinsätzen mit Unterkunft außerhalb des Stammlagers, die bis zum Kriegsende immer differenziertere Formen annahmen. Damit öffnete sich das KZ-System an 140 Standorten in Süddeutschland in die Zivilgesellschaft.
Die Studie befasst sich erstmals mit der Entwicklung und Dimension des Gesamtkomplexes der Dachauer Außenkommandos und Außenlager, ebenso mit deren Beziehungen zum Stammlager. Im Mittelpunkt stehen die Machtstrukturen und Handlungsoptionen der führenden Akteure und die Existenzbedingungen der Gefangenen im Arbeits- und Lageralltag. Die Analyse offenbart die Vielfalt der Ausprägungsformen der Dachauer Außenkommandos und Außenlager und ermöglicht eine Differenzierung der Parameter des individuellen und kollektiven Überlebens.

Download cover Inhaltsverzeichnis Oktober 2009 ISBN:
978-3-940938-45-9
368 Seiten

Jaiser_Kahl_Ravensbrück
Constanze Jaiser, Antje Kahl, Regine Strecker, Iris Wachsmuth

Von Talkshows und Wäscheleinen

Ein anderer Weg in die Gedenkstätte Ravensbrück
19.00 

Wie viele Fakten und vor allem welche braucht ein Rundgang zur Geschichte des KZ Ravensbrück? Wie kann die Gruppensituation genutzt werden für eine Vielstimmigkeit des Diskurses und als Bereicherung in der Auseinandersetzung mit dem Thema? Und wie vermeidet man moralgeladene Zwänge im Lernprozess?
50 Jahre Gedenkstätte Ravensbrück und 10 Jahre einer außergewöhnlichen Zeitreise, die deutsche und internationale Gruppen von Berlin nach Ravensbrück geführt hat – Grund genug, dieses „ZeitSchritte“ genannte Tagesseminar zu dokumentieren und Interessierten in und außerhalb von Gedenkstätten zur Verfügung zu stellen.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-56-5
192 Seiten

Heer_Kesting_VS Darmstadt
Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt

Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945

Der Kampf um das Hessische Landestheater Darmstadt
16.00 

Die erstmals 2006 in Hamburg gezeigte Wanderausstellung „Verstummte Stimmen“ widmet sich einem kaum untersuchten Kapitel der Nazizeit – der Säuberung der deutschen Opernhäuser. Die aus einem überregionalen und einem jeweils neu
recherchierten lokalen Teil bestehende Ausstellung erzählt das Schicksal von 44 prominenten Komponisten, Dirigenten, Regisseuren, Sängerinnen und Sängern, die Opfer der rassistischen Musikpolitik der Nationalsozialisten wurden, darunter Arnold Schönberg, Kurt Weill, Otto Klemperer, Bruno Walter, Gitta Alpár, Delia Reinhardt, Lotte Schöne, Richard Tauber, Joseph Schmidt und Friedrich Schorr.
Die lokale Fallstudie beschäftigt sich mit der Geschichte des Hessischen Landestheaters Darmstadt in dieser Zeit. Neben den Solisten der Oper werden auch die verfolgten Schauspieler des Sprechtheaters vorgestellt. Darüber hinaus erinnern Ausstellung und Katalog an viele bisher Namenlose, die damals entlassen wurden – Chor- und Orchestermitglieder, Bühnenarbeiter und Handwerker. Insgesamt vertrieben die neuen Machthaber 1933 in Darmstadt mehr als 60 Ensemblemitglieder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Einstellung.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-54-1
144 Seiten

Wittmann_Besänftigung
Livia Käthe Wittmann

Besänftigung der Stimmen

Berlin, Budapest, Tübingen, Neuseeland – Begegnungen zwischen Ost und West
16.00 

„Ähnlich wie ihre frühere Arbeit ‚Wiederkunft‘ zeichnet sich auch dieser Text durch einen diskursiven Charakter aus. Er wirkt als Teil eines Generationengesprächs, zu dem die Leser eingeladen werden, um Erfahrungen des schwierigen vergangenen Jahrhunderts aufzuarbeiten … Wer in den siebziger Jahren in Budapest, (Ost) Berlin, Prag und anderswo in der kritisch-intellektuellen Szene zu Hause war, weiß, dass die scheinbar stillen Jahrzehnte mit Erzählungen gefüllt waren, als wäre unser Leben eine einzigartige lange bittersüße Anekdote über das kaum Erzählbare.“

Aus dem Nachwort von György Dalos

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-55-8
213 Seiten

Webb_Christophorus
Margot Webb

Schatten überm Christophorus

16.00 

Arnstadt, Thüringen 1938.
Miriam fühlt, dass etwas nicht stimmt …
Sie ist erst zehn Jahre alt, als sie mit ihren Eltern zu den Großeltern nach Arnstadt zieht.
Vater und Mutter flüstern viel und sehen sehr besorgt aus. Miriams beste Freundin gehört zu einem Klub, aber sie darf dort nicht mitmachen.
Dann, eines schrecklichen Abends, werden ihr Großvater und ihr Onkel von Nazis verhaftet.
In wenigen Monaten wird Miriam erwachsen.

Margot (Miriam) Webb floh mit ihren Eltern im Frühjahr 1939 in die Vereinigten Staaten. Ihr Buch ist dort 1992 unter dem Titel „Shadows at Noon. A True Story of Love, Terror & Escape“ erschienen.

Ein Buch für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-59-6
176 Seiten

Herbeck_Feindbild
Ulrich Herbeck

Das Feindbild vom „jüdischen Bolschewiken“

Zur Geschichte des russischen Antisemitismus vor und während der Russischen Revolution
24.00 

Antisemitismus spielte in der russischen Gesellschaft während der Revolution von 1917 und im anschließenden Bürgerkrieg eine bedeutende und bislang weitgehend unterschätzte Rolle. Eine Folge seiner massiven Verbreitung in diesen Jahren waren antijüdische Pogrome mit vermutlich 150 000 bis 200 000 Toten. Das Feindbild vom Judäobolschewismus stellte dabei den wichtigsten zeitgenössischen Bezugsrahmen des Antisemitismus dar.
Die Studie untersucht die Vorbedingungen für die Entstehung des antijüdischen Feindbildes im spätzaristischen Russland, fragt nach dem historisch Neuen am Judäobolschewismus und bietet eine Kontextualisierung bezogen auf Bürgerkriegskonflikte, Trägerschichten und ideologische Exponenten.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2009 ISBN:
978-3-940938-49-7
480 Seiten

Scheunemann_Gegenwartsbezogenheit
Jan Scheunemann

„Gegenwartsbezogenheit und Parteinahme für den Sozialismus“

Geschichtspolitik und regionale Museumsarbeit in der SBZ/DDR 1945–1971
24.00 

Die Partei- und Staatsführung der DDR war bestrebt, aus der Geschichte eine Legitimation des eigenen Herrschaftsanspruches abzuleiten. Auf welche Weise dies die regionale und lokale Museumsarbeit in der Ära Ulbricht beeinflusste und warum die angestrebte „sozialistische Umgestaltung“ nicht vollständig realisiert werden konnte, analysiert die vorliegende Studie.
Ausgehend von der zentralen politischen und administrativen Ebene werden die organisatorischen und konzeptionellen Anstrengungen verfolgt, ein flächendeckendes Netz von historischen Museen zu installieren, Ausstellungsthemen vorzugeben und somit das gesamte Museumswesen zu instrumentalisieren. Auf breiter Quellenbasis arbeitet Jan Scheunemann Spannungsverhältnisse im Zusammenwirken von Parteigliederungen, kommunalen Trägern und tradierter Fachkompetenz heraus und gibt Einblick in die geschichtspolitische Praxis der Jahre 1945 bis 1971.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-35-0
437 Seiten

Hardcover


Schwerendt_Trau keinem Fuchs
Matthias Schwerendt

„Trau keinem Fuchs auf grüner Heid, und keinem Jud bei seinem Eid“

Antisemitismus in nationalsozialistischen Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien
24.00 

Die seit 1933 an deutschen Schulen verpflichtende „Rassen- und Erbkunde“ bedeutet den Einbruch eines vorwiegend naturwissenschaftlichen Rassenparadigmas in die Lehrerbildung und in die schulische Literatur. Die Studie untersucht die Präsenz der „Rassen- und Erbkunde“ in nationalsozialistischen Schulbüchern vor dem Hintergrund der Ideengeschichte des völkischen Antisemitismus. Das in den schulischen Texten formulierte antisemitische Selbst- und Feindbild der Nationalsozialisten thematisierte und systematisierte die konkreten Verfolgungsmaßnahmen gegen die Juden und ordnete sie zugleich in eine völkische Gesamtperspektive ein. In ihr wurde die Geschichte der jüdischen Minderheit in Deutschland und Europa konsequent aus antisemitischer Perspektive neu formuliert.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-24-4
394 Seiten

Hördler_Lichtenburg
Stefan Hördler, Sigrid Jacobeit (Hrsg.)

Lichtenburg. Ein deutsches Konzentrationslager

22.00 

An die Peripherie des öffentlichen Gedächtnisses gedrängt, nahm Lichtenburg in Prettin an der Elbe eine Schlüsselposition im System der Konzentrationslager ein. Von Juni 1933 bis Mai 1939 fungierte der ehemalige Witwensitz der sächsischen Kurfürsten als Experimentierfeld für männliche und weibliche Schutzhaft. Die Doppelrolle als monolateral geführtes Männer- und Frauen-KZ ist singulär in der Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Das Frauenlager war zudem das erste seiner Art und diente 1937 bis 1939 als zentrales Schutzhaftlager für das Deutsche Reich. Darüber hinaus wurde Lichtenburg von 1941 bis 1945 als frühes Außenlager des KZ Sachsenhausen genutzt.
Der Sammelband umfasst grundsätzliche Studien zur Verortung und -Bedeutung des KZ Lichtenburg im Lagersystem der Vorkriegszeit, untersucht ausgewählte Aspekte der Geschichte des Männer- und Frauenlagers und widmet sich seiner Nutzung als Kaserne der SS-Totenkopfverbände, als SS-Versorgungslager, SS-Hauptzeugamt und KZ-Außenlager im Zweiten Weltkrieg. Konzeptionelle Überlegungen für einen neuen Dokumentations- und Gedenkort KZ Lichtenburg beschließen den Band.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-938690-75-8
302 Seiten

Benz_Auftrag.Umschlag
Wolfgang Benz

Auftrag Demokratie

Die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und die Entstehung der DDR 1945–1949
29.90 

Die Gründung der Bundesrepublik und der DDR in den Jahren 1945 bis 1949 ist von Mythen überwuchert, die Erinnerung an den Untergang der DDR verdeckt zunehmend die dramatische Entwicklung, aus der Bundesrepublik und DDR hervorgingen.
Demokratie in Deutschland zu gründen war Ziel der Alliierten und Auftrag an die Deutschen nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes. Während der Weststaat die Konturen einer parlamentarischen Demokratie annahm, entwickelte sich die Sowjetische Besatzungszone nach den Vorgaben aus Moskau zwangsläufig zum „antifaschistisch-demokratischen“ Gegenmodell.
Die große Studie des Historikers Wolfgang Benz beschreibt die Entstehungsbedingungen der beiden Staatsgründungen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Neubaus im Rahmen alliierter und deutscher Politik. Ziel und Absicht ist es, durch die Darstellung historischer Ereignisse und Entwicklungen Mythen zu zerstören. Ein Standardwerk zur Vorgeschichte der beiden deutschen Staaten.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2009 ISBN:
978-3-940938-42-8
528 Seiten

Stephan_Möbius_Erinnern
Sascha Möbius, Annegret Stephan (Hrsg.)

Erinnern

Forschung, Bildung und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit politischer Verfolgung in der SBZ/DDR
19.00 

Schriftenreihe der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Band 2

Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes widmen sich der erinnerungskulturellen Auseinandersetzung mit der Diktatur in SBZ und DDR in der politischen Bildung und insbesondere der Gedenkstättenarbeit unter verschiedenen Gesichtspunkten.
Im ersten Abschnitt – Erinnern als Wissenschaft – kommen Experten zu Wort, die Grundlagenforschung zu wichtigen Themen der -aktuellen erinnerungs-kulturellen Diskussion betrieben haben.
Der zweite Abschnitt – Die Last der Erinnerung – wendet sich den Diktaturerfahrungen und ihrer Weitergabe im Spannungsfeld zwischen Traumatisierung und Ostalgie zu.
Der dritte Teil – Erinnern als Aufgabe – behandelt Rahmenbedingungen und Praxis der historisch-politischen Bildung. Dabei werden sowohl die bundesdeutsche Erinnerungslandschaft analysiert als auch Potenziale für Handlungsspielräume diskutiert.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-940938-41-1
216 Seiten

Hechler_Mählert_Promovieren
Daniel Hechler, Jens Hüttmann, Ulrich Mählert, Peer Pasternack Hrsg.)

Promovieren zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte

Handbuch
19.90 

Wer ein Promotionsprojekt beginnt, unternimmt das typischerweise zum ersten (und zum letzten) Mal: Promovieren kann man nicht trainieren. Gleichwohl lassen sich die Anzahl der Fehler und Havarien vermindern und die Länge holpriger Wegstrecken verkürzen: Wer Beratung nutzt, kann von den Erfahrungen anderer profitieren. Das leistet dieses Handbuch. Es wendet sich speziell an Promovierende des Forschungsfeldes Zeitgeschichte aus allen Fächern – ob Historikerin, Germanist, Juristin, Soziologe, Erziehungswissenschaftlerin oder Mediziner. Das Handbuch zielt darauf, im Prozess der Planung und Realisierung eines zeithistorischen Promotionsprojekts ein höheres Maß an Orientierungssicherheit zu gewinnen, die eigenen Motivationen und Ansprüche zu prüfen sowie Basiskenntnisse zum Promovieren als Prozess zu erwerben.

Download cover Inhaltsverzeichnis Juni 2009 ISBN:
978-3-940938-40-4
291 Seiten

Hardcover


Porezag_Ernst Leitz
Karsten Porezag

Ernst Leitz aus Wetzlar und die Juden – Mythos und Fakten

Zur Emigration deutscher Juden 1933–1941
19.00 

Der Wetzlarer Unternehmer Ernst Leitz (1871–1956) wurde in den letzten Jahren weltweit als „zweiter Oskar Schindler“ gefeiert. Die amerikanische Anti-Defamation-League verlieh ihm im Februar 2007 posthum den „Courage to Care Award“ mit der Begründung, dass der Fabrikant der Leica-Kameras vermutlich 200 bis 300 Angestellte und ihre Familien vor den Nazis gerettet habe. In der Tat unterstützte der couragierte Demokrat Ernst Leitz in den Jahren 1933 bis 1939 deutsche Juden durch Anstellung und berufliche Qualifizierung in seinen Unternehmen, aber auch mit anderen Hilfeleistungen.
Karsten Porezag befasst sich mit Mythos und Fakten der Rettungsaktivitäten. Er untersucht quellengestützt, wie vielen jüdischen Emigranten Ernst Leitz geholfen hat, welche Mittel ihm zur Verfügung standen und wie groß Ernst Leitz’ persönliche Gefährdung dabei war. Darüber hinaus kommt die Rolle des erst jetzt wiederentdeckten, nach New York emigrierten „Wohltäters von Wetzlar“ Ludwig Seligmann (1890–1966) zur Sprache. Ein ausführliches Kapitel stellt jüdische Wetzlarer Emigranten in Kurzbiografien vor.

Download cover Inhaltsverzeichnis Juni 2009 ISBN:
978-3-940938-23-7
184 Seiten

Kretzer_NS-Täterschaft
Anette Kretzer

NS-Täterschaft und Geschlecht

Der erste britische Ravensbrück-Prozess 1946/47 in Hamburg
24.00 

Der erste Hamburger Ravensbrück-Prozess gehört zu den großen, jedoch wenig erforschten westalliierten KZ-Prozessen der unmittelbaren Nachkriegszeit. Angeklagt waren sieben Frauen und neun Männer des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück. Die Studie untersucht die Funktion und Wirkung der Kategorie Geschlecht zwischen krimineller Schuld und Deutungsmustern von NS-Täterschaft.
Im Mittelpunkt steht das Wechselverhältnis zwischen strafrechtlicher Rekonstruktion und gesellschaftlicher Repräsentation. Analysiert wird das Entstehen bestialisierender oder viktimisierender Geschlechterbilder vor Gericht und deren entkonkretisierende und entpolitisierende Entfaltung im bundesdeutschen NS-Verbrechensdiskurs.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-940938-17-6
478 Seiten

Schneppen_Ghettokommandant in Riga
Heinz Schneppen

Ghettokommandant in Riga. Eduard Roschmann

Fakten und Fiktionen
24.00 

Frederick Forsyths Bestseller „Die Akte Odessa“ hat Eduard Roschmann, Ghettokommandant in Riga, weltweite Publizität verschafft. Kurz nach dem Krieg verhaftet, gelang dem „Schlächter von Riga“
1948 die Flucht über Rom nach Buenos Aires, wo er fast drei Jahrzehnte ein unauffälliges Leben führte. Von der Auslieferung bedroht, setzte er sich 1977 von Argentinien nach Paraguay ab, wo er bald darauf verstarb.
Das Leben des subalternen SS-Mannes Eduard Roschmann, eines Bürokraten und Opportunisten, eines Mannes ohne besondere Eigenschaften, ist nur von begrenztem Interesse. Dass er zum Mordpersonal von Riga gehörte, steht außer Frage. Wie seine Person zum Objekt von Spekulationen und Fiktionen werden konnte, inwieweit Zeugnisse und Zeugen, Berichte und Literatur mit der historischen Forschung in Konflikt geraten, ist Thema dieser Studie.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-938690-93-2
343 Seiten

Mall_Roth
Volker Mall, Harald Roth

„Jeder Mensch hat einen Namen“

Gedenkbuch für die 600 jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen
24.00 

40 448 – 41 047: Das Nummernbuch des elsässischen KZ Natzweiler-Struthof führt 600 jüdische Häftlinge auf, die Mitte November 1944 aus dem KZ Stutthof bei Danzig in das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen deportiert worden sind. Die Buchhalter des Todes machten aus Menschen Nummern – ob in Auschwitz, Natzweiler, Dachau oder anderen Konzentrationslagern.
Volker Mall und Harald Roth haben in jahrelanger Arbeit die Leidens-wege der Häftlinge rekonstruiert. Das Gedenkbuch gibt den Toten und Überlebenden des KZ-Außenkommandos Hailfingen/Tailfingen durch Selbstzeugnisse, biografische Recherchen und Fotografien -Namen und Würde zurück.
„Dieses Buch ist als Exempel ein Baustein der Erinnerung, es ist ein wichtiger Beitrag zur Lokalgeschichte des KZ-Unrechts-systems und es ist eine notwendige Würdigung der Opfer.“

Aus dem Vorwort von Wolfgang Benz

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2009 ISBN:
978-3-940938-39-8
367 Seiten

Hardcover


Merker_Archiv_Forschung
Reiner Merker (Hrsg.)

Archiv, Forschung, Bildung

Fünfzehn Jahre Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“
16.00 

Initiativen der gesellschaftlichen Aufarbeitung und die zeithistorische Forschung haben eine vielfältige Geschichtslandschaft in der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur entwickelt. Durch den zeitlich knapp bemessenen Abstand zum Ende der Diktatur ist diese jedoch vielfach noch mit der unmittelbaren Erfahrung einer Lebenswirklichkeit vor 1989 verknüpft. Gleichzeitig sind mit der Öffnung der Archive, der Erschließung bisher unbekannter und nicht zugänglicher Dokumente neue Perspektiven ermöglicht worden. Die Überlieferungen der SED-Diktatur sind ein Schwerpunkt dieses Bandes. Er wird durch Fragen nach den Akteuren und dem Stand der Aufarbeitung sowie der Forschung hinsichtlich aktueller Auseinandersetzungen und Defizite in der Aufarbeitung der SED-Diktatur erweitert.

Download cover Inhaltsverzeichnis April 2009 ISBN:
978-3-940938-31-2
166 Seiten

Simbürger_Faktizität
Brigitta Elisa Simbürger

Faktizität und Fiktionalität: Autobiografische Schriften zur Shoah

22.00 

Mit dieser Arbeit liegt erstmals ein literaturwissenschaftlicher Vergleich zwischen Primo Levis und Imre Kertész’ Schriften über Auschwitz vor. Die Studie geht der Frage nach, was literarisierte und fiktionale Holocaust-Texte im Gegensatz zu historischen Darstellungen leisten können. Während sich Levi von dem Stilideal der „chiarezza“, dem Vorbild wissenschaftlicher Erkenntnis und der Idee der Humanität leiten ließ, weist Kertész das Humanitätsideal als kritisches Regulativ für seine Darstellung zurück. Die Autorin diskutiert, welchen Einfluss Adornos ästhetische Überlegungen zum autonomen Kunstwerk, Bachtins romantheoretische Ausführungen zur Schelmenfigur und Camus’ Existenzphilosophie auf Kertész’ Romankonzeption ausgeübt haben und wie das Spezifische der Erfahrung von Auschwitz, die Vernichtung des Individuums, in der verfremdeten Perspektive dargestellt wird.

Download cover Inhaltsverzeichnis März 2009 ISBN:
978-3-938690-89-5
278 Seiten

Brügmann_Flucht in Zivilprozess
Cord Brügmann

Flucht in den Zivilprozess

Antisemitischer Wirtschaftsboykott vor den Zivilgerichten der Weimarer Republik
19.00 

Dokumente – Texte – Materialien, Band 72

War die Justiz der Weimarer Republik auf dem rechten Auge blind? Für die Strafjustiz liegen zahlreiche Arbeiten vor, die diese These bestätigen. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, wie Zivilgerichte in der Weimarer Republik reagierten, wenn sie mit Fällen antisemitischen Wirtschaftsboykotts konfrontiert wurden. Kern der Arbeit ist eine Nachzeichnung der Rechtsprechungsentwicklung vom ersten überlieferten Zivilurteil zum Boykott aus dem Jahr 1925 bis zu den von der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 vereitelten Versuchen, einen Boykottfall zur grundsätzlichen Entscheidung vor das Reichsgericht zu bringen. Dabei werden vor allem Akten des Archivs des Berliner Hauptbüros des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) ausgewertet.
Die untersuchten Entscheidungen zeigen, dass das Zivilrecht nicht resistenter gegen undemokratische und antisemitische Einstellungen war als das Strafrecht. Ein ernüchterndes Ergebnis der Untersuchung ist, dass deutsche Juden dort, wo sie nicht Akteure im Diskurs um den Antisemitismus waren, keinen hinreichenden Schutz vor antisemitischem Boykott erlangen konnten.

Download cover Inhaltsverzeichnis März 2009 ISBN:
978-3-940938-22-0
173 Seiten