Gesamtverzeichnis


ABG II_2018

Arbeit – Bewegung – Geschichte

Zeitschrift für historische Studien 2018/II
14.00 
Themenheft
Zauber der Theorie. Ideengeschichte der Neuen Linken in Westdeutschland

Im Jahr 2018 liegt „68“ bereits fünzig Jahre zurück. Wie kaum ein anderer Markstein in der Geschichte der Linken in Westdeutschland hat der damalige Aufbruch Spuren in der politischen Theorie hinterlassen. Gerade aus der Perspektive der Theorie bildet „68“ aber nur eine Wegmarke im Lebenszyklus der Neuen Linken. Denn bereits in den 1950er-Jahren begannen Intellektuelle, Ideen zu entwerfen und nach neuen Antworten zu suchen, um die Erstarrungen der Arbeiterbewegung zu überwinden. Die Beiträge des Heftes widmen sich dieser Geschichte. Sie suchen ebenso nach Konstellationen wie nach Quellen der Inspiration – und zeigen dabei, dass politische Praxis kaum von der politischen Theorie zu trennen ist.

Ein Vorabdruck des Beitrags von Michael Hewener „Die Parteien sind Teil des Problems. Johannes Agnolis Theorie der Außerparlamentarischen Opposition“ ist in „konkret“, Heft 4-2018, erschienen (Auszug).

Erscheinungsweise: 3-mal jährlich (Januar, Mai, September)

Einzelheftpreis: 14,– Euro
Jahresabonnement (3 Hefte): 35,– Euro (Ausland 45,– Euro), einschl. Porto

Abonnement-Bestellungen bitte an: veitl@metropol-verlag.de

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2018 ISSN:
2366-2387
ISBN: 978-3-86331-399-9 240 Seiten

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Balthasar Ehret

Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswo

Wie wir den politischen Widerstand organisierten
19.00 

Herausgegeben von Marion Schneider

Seine Freunde und Weggefährten bewunderten ihn, seine Gegner machten ihn zum Paria. Er hatte Zivilcourage und opferte sich für seine Ziele. Wer ihn bei Kundgebungen hörte, erlebte ihn als charismatischen Redner. Er war streitbar und scheute keinen Konflikt. Seine Kraft bezog er aus der Natur, den Rheinauen, den Wäldern und Wiesen seiner Heimat: Balthasar Ehret, der Fischermeister aus Weisweil in Baden-Württemberg, den alle nur »Belz« nannten. Als Gegner der Kernenergie machte er in den Siebzigerjahren bundesweit Schlagzeilen. Er organisierte mit Gleichgesinnten den Widerstand, zuerst im elsässischen Marckolsheim, dann in seiner Heimat am Oberrhein. Nach zähem, langjährigen Kampf war ihm und seinen Weggefährten Erfolg beschieden. Der Konflikt in Wyhl gilt als Meilenstein der Anti-AKW-Bewegung und als Wendepunkt des deutschen Umgangs mit Atomkraftwerken.

Marion Schneider hat Balthasar Ehret in vielen Gesprächen über mehrere Jahre hinweg interviewt. Mit diesem Band liegen seine auf Tonband aufgezeichneten Erinnerungen in schriftlicher Form vor.

Download cover Inhaltsverzeichnis Mai 2018 ISBN:
978-3-86331-405-7
176 Seiten

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Juliana Ströbele-Gregor

Transnationale Spurensuche in den Anden

Von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in Bolivien
22.00 

Als Tochter des ersten deutschen Botschafters nach dem Zweiten Weltkrieg kam Juliana Gregor 1952 als Neunjährige nach Bolivien. Die alteingesessene deutsche Kolonie war deutschnational eingestellt, viele ihrer Mitglieder waren überzeugte Nazis. In den 1930er-Jahren war Bolivien für die von den Nationalsozialisten verfolgten Juden zu einem begehrten Zufluchtsland geworden. Nach dem Krieg folgten ihnen NS-Täter, die sich der Strafverfolgung in Europa entziehen wollten, allen voran Klaus Barbie, der „Schlächter von Lyon“, sowie Nazis wie Hans Ertl, einst Kameramann von Leni Riefenstahl. Dessen Tochter Monika soll den Mörder von Che Guevara erschossen haben. Juliana Ströbele-Gregor lernte Menschen aus beiden Einwanderergruppen kennen. Sie setzt sich mit den Lebenswelten der aus völlig unterschiedlichen Gründen in die Anden Geflohenen und ihren wechselseitigen Beziehungen auseinander.

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978-3-86331-395-1
235 Seiten

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Klaus Wolbert

Dogmatische Körper – Perfide Schönheitsdiktate

Bedeutungsprofile der programmatischen Aktplastik im Dritten Reich
34.00 

In den öffentlichen Repräsentationsbauten, mit denen die NSDAP ihre Macht möglichst eindrucksvoll in Szene setzen wollte, war der Bildhauerei neben der Architektur eine maßgebliche Mitwirkung zugedacht. Die Beiträge von Bildhauern bestanden dabei darin, solchen Fiktionen eine körperliche Präsenz zu verleihen, die in der rassentheoretischen Ideenwelt der NSDAP imaginär präfiguriert waren. Die physischen Merkmale, die diese Prototypen arischer „Edelmenschen“ auszeichneten, zeigten sich nicht nur in optimierten Körperbildungen, sondern auch in dem befremdlichen Faktum, dass alle diese plastischen Figuren ausnahmslos nackt auftraten. An welche Vorbedingungen die Nationalsozialisten in ihrer Programmatik anschließen konnten, und wie die politische Funktionalisierung des Attraktionswertes nackter Körper in der NS-Plastik zu deuten ist, dies wird vom Autor ebenso eingehend problematisiert, wie die Frage, inwieweit auch die NS-Bildhauer mit ihren Schöpfungen in jenes körpervernichtende Unheil involviert waren, das in den kriegerischen und rassistischen Exzessen der Nationalsozialisten kulminierte. Zu allen diesen Aspekten legt der Autor in interdisziplinären Thematisierungen fundierte Erklärungen vor.

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978-3-86331-345-6
603 Seiten

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Stephanie Bohra (Hrsg.)

Institutionen des nationalsozialistischen Verfolgungsterrors in Brandenburg

Opfer – Täter – Folgen
16.00 

Für Günter Morsch

Der Band würdigt Günter Morschs besonderes Engagement und seine Leistungen für die zeithistorische Forschung an Gedenkstätten und in der universitären Lehre. In sieben Beiträgen resümieren seine ehemaligen Doktorandinnen und Doktoranden die in den letzten Jahren entstandenen Forschungsarbeiten zur Geschichte des KZ Sachsenhausen, seiner Außenlager und des Zuchthauses Brandenburg-Görden. Die Beiträge befassen sich u. a. mit Musik im KZ Sachsenhausen als Instrument der Unterdrückung und Selbstbehauptung, der Sozialstruktur und den Dienstwegen des KZ-Personals, der Zwangsarbeit im Auftrag der SS und privater Firmen und der Rolle der NS-Justiz bei der Ermordung von „Asozialen“.

 

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978-3-86331-408-8
141 Seiten

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Frédéric Bonnesoeur

Im guten Einvernehmen

Die Stadt Oranienburg und die Konzentrationslager Oranienburg und Sachsenhausen 1933–1945
16.00 

Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 22

Für die Einrichtung der nationalsozialistischen Konzentrationslager war das kommunale Umfeld von grundlegender Bedeutung. Die KZ waren keine isolierten Orte, sondern über ein engmaschiges Netz von verwaltungstechnischen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen in ihre Umgebungsgesellschaft eingebunden. Paradigmatisch für dieses wechselseitige Zusammenspiel steht die Einrichtung der Konzentrationslager Oranienburg (1933–1934) und Sachsenhausen (1936–1945) in der Stadt Oranienburg.
Die Studie fragt nach den Interessen von Stadtverwaltung und örtlicher Wirtschaft bei der Etablierung von zwei der zeitweise größten Konzentrationslager des Deutschen Reiches und den Auswirkungen kommunalpolitischer Entscheidungen. Darüber hinaus beleuchtet sie Kontakte zwischen SA, SS, KZ-Gefangenen und Bevölkerung.

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978-3-86331-397-5
184 Seiten

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Günter Morsch (Hrsg.)

Die Konzentrationslager-SS 1936–1945: Arbeitsteilige Täterschaft im KZ Sachsenhausen

Eine Ausstellung am historischen Ort
24.00 

unter Mitarbeit von Yvonne Dörschel

Die Ausstellung im original erhaltenen „Kommandantenhaus“ zeigt das Zusammenwirken und Ineinandergreifen der sechs Abteilungen des Kommandanturstabes und der KZ-Wachmannschaft bei der Planung und Durchführung von Massenmordaktionen. Beispielhaft werden zwei größere Mordaktionen von 1941 und 1945 parallel betrachtet. Die Ausstellung thematisiert auch die Biografien der SS-Täter und die juristische Verfolgung ihrer Verbrechen im KZ Sachsenhausen.

Der Katalog enthält nahezu alle Texte und zahlreiche Abbildungen der Dauerausstellung
„Die Konzentrationslager-SS 1936-1945: Arbeitsteilige Täterschaft im KZ Sachsenhausen“.

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978-3-86331-403-3
425 Seiten

Eisner website
Kurt Eisner

Arbeiter-Feuilleton

Band 1: 1909–1911
19.00 

Kurt Eisner-Studien, Band 2

Ediert, eingeleitet und herausgegeben von Swen Steinberg, Frank Jacob, Cornelia Baddack, Sophia Ebert und Doreen Pöschl

Zwischen Dezember 1909 und Mai 1917 stellte Kurt Eisner eigene Artikel und die Texte befreundeter Autorinnen und Autoren in seinem „Arbeiter-Feuilleton“ zusammen und schickte sie an die Redaktionen vorrangig sozialdemokratischer Zeitungen. Eisner kritisierte in diesen Feuilletons soziale Missstände, er kommentierte das politische Tagesgeschehen oder die deutsche Außenpolitik und legte zudem politische Karikaturen historischer oder regierender Staatsmänner sowie des aktuellen Pressebetriebs vor. Eine Auswahl dieser reichhaltigen journalistischen Arbeiten wird in diesem und zwei weiteren Bänden der Kurt Eisner-Studien erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

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978-3-86331-389-0
188 Seiten

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Roman Fröhlich

„Der Häftlingseinsatz wurde befohlen.“

Handlungsspielräume beim Einsatz von Häftlingen des KZ Sachsenhausen im Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg
24.00 

Reihe Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 21

Das Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg war im Nationalsozialismus mit etwa 14 400 Beschäftigten im Juni 1944 eines der bedeutendsten Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Ab 1940 forderte die Betriebsleitung Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen an. Der Gründer und Inhaber Ernst Heinkel stand dem Unternehmen zu diesem Zeitpunkt vor. Knapp 7000 Männer aus dem KZ mussten allein im Juni 1944 für den Konzern am Standort Oranienburg Zwangsarbeit leisten.

Die Studie beschreibt detailliert die Geschichte des größten Außenlagers des KZ Sachsenhausen und lotet anhand zahlreicher Quellen wie Firmenakten, Gerichtsurteilen und Aussagen von Zeitzeugen den Spielraum Ernst Heinkels und seiner leitenden Angestellten beim Einsatz von KZ-Häftlingen aus. In der Gesamtanalyse werden die Verantwortlichkeiten sowie die Vorreiter- und Vorbildrolle des Flugzeugherstellers im Kontext der Zwangsarbeit neu bewertet.

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978-3-86331-386-9
465 Seiten

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Winfried Nerdinger

Erinnerung gegründet auf Wissen/Remembrance Based on Knowledge

Das NS-Dokumentationszentrums München/The Munich Documentation Centre for the History of National Socialism
24.00 

Mit dem NS-Dokumentationszentrum München wurde 70 Jahre nach der Besetzung Münchens und der Befreiung vom Nationalsozialismus ein Ort der Aufklärung und des „hellen Bewusstseins“ (Adorno) für Geschichte geschaffen. Dort, wo einst das „Braune Haus“, die Parteizentrale der NSDAP, stand, geht es heute um die rationale Auseinandersetzung mit den Tätern. Wissen soll so vermittelt werden, dass historische Zusammenhänge verstanden, kritisch reflektiert und dauerhaft erinnert werden können. Mit dieser Publikation des Gründungsdirektors Prof. Dr. Winfried Nerdinger wird die Konzeption der Ausstellung des Dokumentationszentrums in einem exemplarischen Rundgang erläutert und sichtbar gemacht.

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978-3-86331-402-6
269 Seiten

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Wolfram Kastner

»Nicht ich provoziere, sondern die Zustände provozieren mich.«

29.00 

Herausgegeben von Winfried Nerdinger 
Mit Texten von Hans Holzhaider und Bernd Kastner

„Wenn es darum ginge, den Künstler auszuzeichnen, von dem in Bayern die meisten und stärksten Anstöße zum Nachdenken über die NS-Zeit und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen des Regimes ausgingen, dann müsste Wolfram Kastner mit Ehrungen überhäuft werden. Wenn es darum ginge, die Person zu benennen, die seit Jahrzehnten aus eigenem Antrieb und auf eigene Kosten unermüdlich ihre Mitbürger mit den verdrängten, aber noch vielfach vorhandenen geistigen und materiellen Relikten der NS-Zeit konfrontiert, dann müsste an erster Stelle Wolfram Kastner genannt werden. Wenn es darum ginge, den Künstler zu würdigen, der es seit mehreren Jahrzehnten auf sich nahm, für seinen Kampf gegen das Vergessen von Behörden schikaniert und vor Gericht gestellt zu werden, dann müsste Wolfram Kastner von seinen Mitbürgern verehrt werden.“
Winfried Nerdinger

 

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978-3-86331-400-2
184 Seiten

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Aleksandr Petscherski

Bericht über den Aufstand in Sobibor

19.00 

Herausgegeben und übersetzt von Ingrid Damerow
Mit einem Beitrag von Stephan Lehnstaedt

Am 14. Oktober 1943 wagten jüdische Häftlinge des Vernichtungs lagers Sobibor, angeführt von Aleksandr Petscherski, den Aufstand: Mit Äxten und Messern bewaffnet, griffen sie ihre Bewacher an und riskierten den Ausbruch. Eine kleine Gruppe von Gefangenen um Petscherski hatte in den Wochen zuvor den verwegenen Plan gefasst, alle Insassen zu befreien und sie damit vor dem sicheren Tod zu bewahren. Zunächst gelang mehr als 300 Häftlingen die Flucht, doch nur 200 erreichten den nahe gelegenen Wald. Viele wurden von den Wachmannschaften erschossen oder von Minen getötet. Das Kriegsende erlebten nur rund 50 Männer und Frauen, alle anderen wurden ergriffen oder starben an den harten Lebensbedingungen im Untergrund. Nach dem Aufstand tötete die SS die zurückgebliebenen Gefangenen und ebnete das Gelände ein. Sämtliche Spuren des Massenmords, dem in Sobibor in nur eineinhalb Jahren über 180 000 Menschen zum Opfer gefallen waren, sollten verwischt werden.

Rezension von Daniela Fuchs im Neuen Deutschland [11. Mai 2018]

Rezension von Robert Probst in der Süddeutschen Zeitung [5. Mai 2018]

 

Download cover Inhaltsverzeichnis April 2018 ISBN:
978-3-86331-387-6
137 Seiten

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Christoph Schmidt (Hrsg.)

„Einsam und wie weggeworfen“

Briefe aus Russland 1943
22.00 

An den Fronten des »totalen Kriegs« standen sich Individuen gegenüber – wie Nikolaj Inozemcev aus Moskau und Hans Weisbrodt aus Torgau. Beide interessierten sich für die Welt,
beide lasen, beide schrieben – oder behielten ihre Meinung für sich. Unter der Erfahrung des Krieges machten sie eine innere Wandlung durch, die sie vom Milieu ihrer Herkunft entfernte.

Download cover Inhaltsverzeichnis März 2018 ISBN:
978-3-86331-394-4
267 Seiten

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Ulrich Mählert (Hrsg.)

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2018

29.00 

Herausgegeben von Ulrich Mählert, Jörg Baberowski, Bernhard H. Bayerlein, Bernd Faulenbach, Ehrhart Neubert, Peter Steinbach, Stefan Troebst und Manfred Wilke im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Stalinisierung der kommunistischen Parteien in den 1920er-Jahren.
Mechanismen. Protagonisten. Widersacher

Die kommunistische Parteienlandschaft, die sich nach der Oktoberrevolution 1917 weltweit herausbildete, stellte in den ersten Jahren eine heterogene Sammlungsbewegung von Leninisten, Linkssozialisten, Rätekommunisten, Utopisten und selbst Anarchisten dar. Nach Gründung der Kommunistischen Internationale 1919 wurden diese Parteien in den 1920er-Jahren Schritt für Schritt dem sowjetischen Vormachtsanspruch unterworfen. Das Jahrbuch widmet sich der Transformation der kommunistischen Bewegung, die als Bolschewisierung, Sowjetisierung oder auch Stalinisierung beschrieben wird. Der Band nimmt kommunistische Anhänger, Funktionäre und Intellektuelle in den Blick, die den Prozess der Unterordnung nicht akzeptierten, ihn bekämpften oder im Lauf der Jahrzehnte mit dem Kommunismus Moskauer Prägung brachen. Mit diesem Schwerpunkt soll das JHK 2018 auch an das Leben und Werk seines Begründers Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Weber erinnern, der 2018 seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2018 ISBN:
978-3-86331-384-5
218 Seiten

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Günter Morsch, Ines Reich (Hrsg.)

Sowjetisches Speziallager Nr. 7 /Nr. 1 in Sachsenhausen (1945–1950) /Soviet Special Camp Nr. 7 /Nr. 1 in Sachsenhausen (1945–1950)

Katalog der Ausstellung in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen/Catalogue
24.00 

Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 14

Die ständige Ausstellung in der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen, die in diesem Katalog dokumentiert wird, erzählt auf mehr als 350 m2 Ausstellungsfläche mit Hilfe von über 700 Exponaten die Geschichte des weitaus größten unter den zehn Speziallagern der sowjetischen Besatzungszone, das sich von 1945 bis 1950 im Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen befand. Die Erinnerungsstücke, Alltagsgegenstände, Fotos und Dokumente sowie Filme und Hörstationen veranschaulichen, wie Menschen in der vollkommenen Isolation des Speziallagers gelitten und gehungert haben und in großer Zahl an Unterversorgung und Verzweiflung gestorben sind. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden 27 Biografien von Inhaftierten, die ausführlich dargestellt werden. Thematisiert werden außerdem der Aufbau und die Organisation des Lagers, die Haftbedingungen sowie die Debatte um die Speziallager in der Öffentlichkeit.

Download cover Inhaltsverzeichnis März 2018 ISBN:
978-3-86331-390-6
504 Seiten

2. Aufl. 2018


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Stefanie Pilzweger-Steiner, Andrea Riedle (Hrsg.)

Beweise für die Nachwelt/Evidence for Posterity

Die Zeichnungen des Dachau-Überlebenden Georg Tauber/The Drawings of the Dachau Survivor Georg Tauber
19.00 

Katalog zur Sonderausstellung

Beweise für die Nachwelt zu schaffen war das Ziel Georg Taubers, als er unmittelbar nach seiner Befreiung aus dem KZ Dachau begann, das Erlebte künstlerisch festzuhalten. In zahlreichen Aquarell- und Bleistiftzeichnungen dokumentierte der bayerische Reklamezeichner eindrucksvoll den „Lageralltag“ und den Terror der SS. Seine Zeichnungen sind auch vor dem Hintergrund seiner Verfolgungsgeschichte einzigartig. Als ehemaliger „asozialer“ Häftling gehörte Georg Tauber einer Opfergruppe an, von der aufgrund der anhaltenden gesellschaftlichen Diskriminierung nach Kriegsende kaum persönliche Zeugnisse existieren. Georg Tauber bildet hier eine Ausnahme: Er gründete 1946 eine Initiative, die sich für die Interessen „asozialer“ und „krimineller“ KZ-Opfer einsetzte. In der Ausstellung „Beweise für die Nachwelt“ wird das Werk Georg Taubers erstmals öffentlich präsentiert.

Creating evidence for posterity was Georg Tauber’s goal as he began, immediately after his liberation from the Dachau concentration camp, to depict artistically what he had experienced there. In numerous watercolor and pencil drawings the Bavarian advertising illustrator strikingly documented “everyday life” in the camp and the SS terror. The background story of his own persecution also make these drawings unique. A former “asocial” prisoner, Georg Tauber belonged to a victim group from whom scarcely any personal testimonies exist due to the ongoing social discrimination they were subject to after the war. Georg Tauber was an exception: in 1946 he formed an initiative that campaigned for the interests of “asocial” and “criminal” concentration camp victims. The exhibition “Evidence for Posterity” is the fi rst time that Georg Tauber’s work has been presented to the public.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2018 ISBN:
978-3-86331-388-3
128 Seiten

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International Holocaust Remembrance Alliance (ed.)

Refugee Policies from 1933 until Today: Challenges and Responsibilities

19.00 

IHRA series, Bd. 4

Edited by Steven T. Katz and Juliane Wetzel

The fourth volume in the International Holocaust Remembrance Alliance publication series presents the outcome of a conference, held in February 2017 organized in cooperation with the Holy See in Rome, on refugee policy from the 1930s to the present day. Pope Francis has referred to the plight of refugees today as “the greatest humanitarian crisis since the Second World War.” At a time when the current situation of refugees in Europe and the Middle East continues to dominate the news and the political arena, this volume brings together experts in Holocaust history, representatives of the Holy See and experts dealing with issues of law and human rights to reflect on the past with a view to constructively informing positive, ethically responsible and rational policymaking today. Looking to the past, we are reminded of what happens when xenophobia, racial hatred and antisemitism go unchecked in society, and when governments succumb to right-wing nationalist political movements. The message here is clear: hate and prejudice undermine the democratic political order and they are abetted by indifference. This was true in the 1930s and 1940s and it is just as true today.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2018 ISBN:
978-3-86331-392-0
238 Seiten

Williams. Evil Year in Exile
Nicholas John Williams

An ‘Evil Year in Exile’?

The Evacuation of the Franco-German Border Areas in 1939 under Democratic and Totalitarian Conditions
39.00 

Evakuierungen im Zeitalter der Weltkriege – Évacuations à l’ère des Guerres mondiales – Evacuations in the Age of World Wars, Band 2

Third Republic vs. ‘Third Reich’, which was better equipped to evacuate over one million civilians on either side of the Franco-German border in 1939? Containment of total warfare or another radicalising factor in the development of total war? Beginning with the end of the First World War, Nicholas John Williams explores French and German evacuation policies, their interdependencies and their execution. For the first time, the French and the German evacuation programmes along the border areas are treated alongside one another in a monograph, deeply rooted in their historical context.

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2018 ISBN:
978-3-86331-368-5
612 Seiten

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Steffen Hänschen

Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust

29.90 

Die große Mehrheit der Juden, die Ende 1941 noch auf dem Gebiet des Deutschen Reichs lebten, wurde 1942 „nach Osten“ deportiert und ermordet. Auch aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, der Slowakei und Luxemburg verschleppten die Nationalsozialisten weite Teile der jüdischen Bevölkerung in die Ghettos und Lager im besetzten Polen.Ein Hauptziel war der Distrikt Lublin im Generalgouvernement, wo die Deportierten nicht sofort getötet, sondern auf Durchgangsghettos verteilt wurden. Das größte war Izbica. Im März 1942 begannen die „Aussiedlungen“ aus Izbica in die Vernichtungslager, im November 1942 erklärten die Deutschen den Ort für „judenrein“. Im Zentrum der Studie stehen die Deportationen nach Izbica, das Geschehen am Ort sowie die Nachkriegsverfahren gegen deutsche Täter und polnische Kollaborateure.

Rezension von Ernst Reuß im Tagesspiegel [15. Mai 2018]

Buchbesprechung von Daniela Fuchs in: https://www.neues-deutschland.de [14. März 2018]

Buchbesprechung in „Traces de mémoire“, Nr. 27, S. 10–11 [März 2018]

 

Download cover Inhaltsverzeichnis Februar 2018 ISBN:
978-3-86331-381-4
608 Seiten

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Arbeit – Bewegung – Geschichte

Zeitschrift für historische Studien 2018/I
14.00 

Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien (bis Dezember 2015 JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung) wendet sich an Historikerinnen, Historiker, Studierende und historisch Interessierte. Sie präsentiert Ergebnisse der historischen Forschung zur deutschen, europäischen und außereuropäischen Arbeiterbewegung, zur Sozialgeschichte und Geschichte der Arbeitswelt, zur Geschichte demokratischer sozialer Bewegungen, zur Alltagsgeschichte u. a. m. Jede Ausgabe enthält wissenschaftliche Aufsätze und Mitteilungen, Beiträge zur Diskussion, biografische Skizzen, Erinnerungen, Dokumente, Berichte über wissenschaftliche Tagungen, Informationen über Projekte, wissenschaftliche Bildungseinrichtungen, Archive und Gedenkstätten sowie Buchbesprechungen.

Erscheinungsweise: 3-mal jährlich (Januar, Mai, September)

Einzelheftpreis: 14,– Euro
Jahresabonnement (3 Hefte): 35,– Euro (Ausland 45,– Euro), einschl. Porto

Abonnement-Bestellungen bitte an: veitl@metropol-verlag.de

Download cover Inhaltsverzeichnis Januar 2018 ISSN:
2366-2387
ISBN: 978-3-86331-385-2 211 Seiten

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Falk Bersch

Aberkannt!

Die Verfolgung von Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR
19.00 

Herausgegeben von der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Die Verfolgung von Jehovas Zeugen in Deutschland begann 1933 und endete 1990 in der DDR – mit einer kurzen Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Nationalsozialisten warfen der Religionsgemeinschaft vor, jüdisch-kommunistische Ziele zu verfolgen, das SED-Regime bezeichnete sie als „faschistische Organisation“. Mindestens 500 Zeugen Jehovas sind in irgendeiner Form unter beiden Diktaturen diskriminiert oder verfolgt worden. 325 von ihnen waren sowohl unter dem NS-Regime als auch in der DDR in Haft . Der vorliegende Band gibt Einblicke in die Verfolgungsgeschichte im Land Brandenburg und erzählt die Biografien von 13 Frauen und Männern, die nach ihrer Entlassung aus dem Konzentrationslager Ravensbrück erneut Opfer von Verfolgung wurden.

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-379-1
350 Seiten

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Stefanie Steinbach

Erkennen, erfassen, bekämpfen

Gegnerforschung im Sicherheitsdienst der SS
22.00 

Nachdem der Sicherheitsdienst der SS 1934 zum einzigen politischen Nachrichtendienst der NSDAP aufgestiegen war, entwickelten seine führenden Mitarbeiter ein ehrgeiziges Konzept zur Erfassung, Bewertung und praktischen Anwendung von Informationen über die Gegner des NS-Staates. Die Gegnerforscher im Amt II des Sicherheitshauptamtes versuchten so, politischen Einfluss auf die Partei- und Staatsführung des „Dritten Reiches“ zu nehmen. Ihre Analysen dienten auch zur Schulung und als Material für die exekutiv arbeitende Gestapo, lieferten also die materielle und ideologische Grundlage zur Verfolgung des „Gegners“ – Freimaurer, Juden, die „politischen Kirchen“, „Marxisten“ und Liberale. Unter den Gegnerforschern entstand ein gemeinsamer Denkstil. Daraus entwickelten sie Strategien zur Erkennung und Bekämpfung der Gegnergruppen und professionalisierten sie Mitte der 1930er-Jahre. Viele von ihnen wandten in den ersten Einsatzkommandos in Österreich, der Tschechoslowakei oder Polen, in den Stäben der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und als „Judenberater“ genau die Methoden zur Gegnerbekämpfung an, die sie im Amt II des Sicherheitshauptamtes mitentwickelt hatten.

 

Download cover Inhaltsverzeichnis Januar 2018 ISBN:
978-3-86331-367-8
300 Seiten

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Bernhard Sauer

In Heydrichs Auftrag: Kurt Gildisch und der Mord an Erich Klausener während des „Röhm-Putsches“

16.00 

Der „Röhm-Putsch“ war eine Zäsur in der Entwicklung des „Dritten Reiches“. Zahlreiche SA-Führer wurden unter dem Vorwand, einen gegen Hitler gerichteten Putsch geplant zu haben, hingerichtet. Aber auch allgemein respektierte Politiker aus dem bürgerlich-konservativen Lager gehörten zu den Opfern. Einer von ihnen war der Katholik Erich Klausener, in der Weimarer Republik Leiter der Polizeiabteilung im Preußischen Innenministerium. Der Mordfall Erich Klausener wurde erstmals 1951 vor dem Landgericht Berlin verhandelt. Die Presse sprach damals von einem Sensationsprozess. Angeklagt war der ehemalige SS-Sturmbannführer Kurt Gildisch, der für Reinhard Heydrich spezielle Aufträge ausführte. Anhand der Unterlagen zu diesem Prozess kann Bernhard Sauer den Tathergang detailliert rekonstruieren und die gespenstische Atmosphäre, die während des „Röhm-Putsches“ geherrscht hat, eindrucksvoll einfangen.

Buchbesprechung in: www.tagesspiegel.de [17. Mai 2018]

Buchbesprechung in: www.jungewelt.de [7. Mai 2018]

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-373-9
154 Seiten

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Stefanie Schüler-Springorum (Hrsg.)

Jahrbuch für Antisemitismusforschung 26 (2017)

21.00 

Herausgegeben von Stefanie Schüler-Springorum
für das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin

Das Jahrbuch für Antisemitismusforschung ist ein Forum für wissenschaftliche Beiträge zur Antisemitismus-, Vorurteils- und Minderheitenforschung und will dieses disziplinär breite Spektrum bündeln. Es ist deshalb fächerübergreifend und international vergleichend ausgerichtet.

Schwerpunkte dieser Ausgabe: Sexuelle Gewalt während des Völkermordes an den Armeniern und des Holocaust | Kritische Theorie und Antisemitismusforschung | Migration, Islam und Antisemitismus.

Preis im Abonnement: 16.00 Euro

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-380-7
439 Seiten

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Moisej Beniaminowitsch Temkin

Am Rande des Lebens

Erinnerungen eines Häftlings der nationalsozialistischen Konzentrationslager
19.00 

Herausgegeben von Reinhard Otto

Die Aussonderung „untragbarer“ sowjetischer Kriegsgefangener – Kommissare, Juden, Intelligenzler – zählt zu den größten Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Gemäß einer Absprache zwischen Wehrmacht und SS wurden ab Sommer 1941 weit mehr als 30 000 Rotarmisten „aussortiert“, in Konzentrationslager gebracht und dort ermordet. Dass dennoch ein Gefangener, ein jüdischer Offizier der Roten Armee, dieser systematischen Auslese entkommen konnte, ist ein Wunder. Moisej Beniaminowitsch Temkin hatte sich schon für die Erschießung auf dem SS-Schießplatz Hebertshausen entkleidet, als er herausgewunken und in das zwei Kilometer entfernte KZ Dachau gebracht wurde. Von dort kam er wenig später in das Konzentrationslager Mauthausen, das er ebenso überlebte wie noch einmal das KZ Dachau, dessen Außenlager Friedrichshafen und die Konzentrationslager Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Temkin hat seine Erlebnisse nach Kriegsende detailliert beschrieben und damit ein einzigartiges Zeugnis für die Verbrechen an dieser oft vergessenen Opfergruppe hinterlassen.

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-375-3
208 Seiten

Hardcover


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Silke Fehlemann, Frank Sparing

Gestörte Kindheiten

Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Einrichtungen des Landschaftsverbandes Rheinland (1945–1975)
19.00 

Herausgegeben im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland

Nach dem Krieg befand sich die deutsche Psychiatrie in einer prekären Lage. Mehr als viele andere medizinischen Disziplinen war sie an menschenverachtenden Verbrechen der Nationalsozialisten beteiligt. Dennoch mussten auch nach Kriegsende viele Menschen, vor allem zahlreiche Kinder und Jugendliche, psychiatrisch und neurologisch versorgt werden. Die Herausbildung der Kinder- und Jugendpsychiatrie nach dem Zweiten Weltkrieg wird im vorliegenden Band auf der institutionellen und praktischen Ebene am Beispiel des Landschaftsverbandes Rheinland dargestellt.

Buchbesprechung in: https://www.welt.de [17. April 2018]

Buchbesprechung in: http://www.general-anzeiger-bonn.de [15. 4. 2018]

Buchbesprechung in: http://www.rp-online.de [14. April 2018]

Buchbesprechung in: https://www.ksta.de [14. April 2018]

Buchbesprechung in: https://www1.wdr.de [13. April 2018]

Buchbesprechung in: https://www.nrz.de [13. April 2018]

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-371-5
222 Seiten

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Zygmunt Klukowski

Tagebuch aus den Jahren der Okkupation 1939–1944

29.90 

Herausgegeben von Christine Glauning und Ewelina Wanke

Aus dem Polnischen übersetzt von Karsten Wanke
Mit einer Einleitung von Ingo Loose

Zygmunt Klukowski, polnischer Arzt, Historiker und Sammler, schrieb während des Zweiten Weltkrieges fast täglich in seinem Tagebuch detailliert über die Ereignisse in Szczebrzeszyn und der Region Zamość. Mit diesen einzigartigen Aufzeichnungen wollte er Zeugnis ablegen über die „unerhörte Geschichte“ eines Gebiets, das Heinrich Himmler zum ersten deutschen Siedlungsgebiet und somit zum bevölkerungspolitischen Laboratorium für den „Generalplan Ost“ erklärt hatte – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.
Klukowski hat die erste Veröffentlichung in Polen 1958 selbst mit vorbereitet, allerdings in einer bearbeiteten Form, die den politischen Bedingungen im Nachkriegspolen Rechnung trug. Mit der vorliegenden Fassung erscheint zum ersten Mal eine deutsche Übersetzung, die – so sie überliefert sind – auf der Grundlage der hand- und maschinenschriftlichen Notizen Klukowskis basiert. Darüber hinaus sind die sprachlichen und inhaltlichen Eingriffe des Autors rückgängig und für den Leser sichtbar gemacht worden.

Buchbesprechung von Götz Aly in der „Berliner Zeitung“ [23. 01. 2018]

Download cover Inhaltsverzeichnis Dezember 2017 ISBN:
978-3-86331-244-2
584 Seiten

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Detlef Lehnert (Hrsg.)

„Das deutsche Volk und die Politik“

Hugo Preuß und der Streit um „Sonderwege“
24.00 

HISTORISCHE DEMOKRATIEFORSCHUNG
Schriften der Hugo-Preuß-Stiftung und der Paul-Löbe-Stiftung, Band 12

Der spätere Weimarer „Verfassungsvater“ Hugo Preuß publizierte 1915 knapp an der Kriegszensur vorbei sein meistgelesenes Buch „Das deutsche Volk und die Politik“. Darin nahm er künftige „Sonderwegs“-Kritik am Obrigkeitsstaat (statt „Volksstaat“ als Demokratie) vorweg. Preuß ist so ein Kronzeuge gegen die verbreitete Sicht: Erst die NS -Katastrophe habe solche Deutungen des preußisch akzentuierten Deutschen Kaiserreichs und dessen Vorgeschichte hervorgerufen. Dieser Band geht vom Preuß-Text aus, widmet sich aber vielfältigen Aspekten von Struktur und Kultur deutscher Geschichte des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts: Fragen von Krieg und Frieden, der Justiz und Polizei, des Regionalismus und des Demokratieverständnisses werden in neuen Perspektiven beleuchtet. Das gilt auch für die Stichworte Bismarck und Preußen sowie nachbarliche Blicke aus Frankreich. Erstmals sind Gedanken des nach England emigrierten ältesten Sohnes von Preuß aus dem Zweiten Weltkrieg einbezogen.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2017 ISBN:
978-3-86331-365-4
365 Seiten

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Fabian Wendler

NS-Täter in der Geschichtsschreibung der SBZ und DDR bis in die 1960er-Jahre

24.00 

Die Studie rekonstruiert die Darstellungen von NS-Tätern in der Geschichtsschreibung der SBZ und DDR bis in die 1960er-Jahre. Während zu SBZ-Zeiten verschiedene Täter und Tätertypen sowie Fragen nach Schuld und Verantwortung der deutschen Mehrheitsbevölkerung präsent sind, dominieren seit den 1950er-Jahren ab-, aus- und eingrenzende Täterkonstruktionen, die in Anlehnung an Gerhard Paul als Formen des gesamtdeutschen Versuchs der exkulpierenden Distanzgewinnung vor der NS-Vergangenheit interpretiert werden. Die Wandlungen der Täterbilder werden somit zugleich als Spiegel der sich verändernden DDR -Vergangenheitskultur erkennbar. Insbesondere reflektieren die Darstellungen von NS-Tätern die Arbeit am antifaschistischen Mythos der DDR. Sie können als unabdingbare Kehrseite der antifaschistischen Helden- und Erlösungsgeschichte begriffen werden.

 

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2017 ISBN:
978-3-86331-370-8
470 Seiten

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Ingo Wille

Transport in den Tod

Von Hamburg-Langenhorn in die Tötungsanstalt Brandenburg Lebensbilder von 136 jüdischen Patientinnen und Patienten
29.90 

Auf Anweisung der „Euthanasie“-Zentrale in der Tiergartenstraße 4 in Berlin wurden im Herbst 1940 jüdische Patientinnen und Patienten aus Heil- und Pflegeeinrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg in Hamburg-Langenhorn gesammelt. Die 136 Personen traten
am 23. September 1940 den Weg in die Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel an, wo sie im ehemaligen Zuchthaus mit Kohlenmonoxid vergiftet wurden. Offiziell waren sie in einer „komfortablen Anstalt“ in Chełm bei Lublin untergebracht; ein dort nicht existentes Standesamt beurkundete später ihren Tod.

In diesem Band gibt Georg Lilienthal einleitend einen Überblick über die „Euthanasie“-Aktion. Ingo Wille skizziert den Ablauf in Hamburg, vor allem aber präsentiert er die Lebens- und Leidensgeschichten der von dieser Mordaktion betroffenen Menschen.

Download cover Inhaltsverzeichnis November 2017 ISBN:
978-3-86331-366-1
600 Seiten

Hardcover