RHEINPROVINZ. Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung und des Landschaftsverbandes Rheinland. Anstaltswelten


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Josef Wißkirchen (Hrsg.)

Verlorene Freiheit

Nationalsozialistische Schutzhaft 1933/34 im heutigen Rhein-Erft-Kreis
39.00 

RHEINPROVINZ. Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung
und des Landschaftsverbandes Rheinland. Anstaltswelten Bd. 28

Die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland war ein Gewaltregime von Anfang an. Bereits vier Tage nach der Machtübernahme ermöglichte eine Verordnung vom 4. Februar 1933 längere, bis zu dreimonatige Verhaftungen von politischen Gegnern ohne richterlichen Haftbefehl.
Durch die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 wurde die Polizei ermächtigt, Personen für unbegrenzte Zeit in sogenannte Schutzhaft zu nehmen. Vor allem Kommunisten, aber auch Sozialdemokraten waren die ersten Opfer. Sie waren der Willkür der Polizei, die mit der SA und SS kooperierte, ausgeliefert.
Für diese Rechtlosen wurde ein neuer Haftstättentypus geschaffen, die sogenannten Schutzhaftlager, aus denen sich dann die ersten frühen Konzentrationslager entwickelten, im Raum des heutigen Rhein-Erft-Kreises das Konzentrationslager Brauweiler. Sie waren die Keimzellen für das spätere Lagersystem, in dem die Brutalität der Nazidiktatur sich am deutlichsten manifestierte.
Am Beispiel des Rhein-Erft-Kreises wird quellen- und ortsnah analysiert, wie seit Februar 1933 innerhalb weniger Monate die Demokratie in Deutschland umgewandelt wurde in ein Terrorregime. Allein im Rhein-Erft-Raum wurden 1933 rund 500 Personen verhaftet; 405 von ihnen werden namentlich in diesem Buch benannt und vorgestellt.

Bericht über die Buchvorstellung in den Rheinischen Anzeigenblättern vom 14. Februar 2019

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am 15. Februar über die Veranstaltung:
Kathrin Höhne: Den Blick ins Heute sensibilisieren. Historiker und Archivare über die Schicksale der Gegner der Nationalsozialisten

Download cover Inhaltsverzeichnis Januar 2019 ISBN:
978-3-86331-452-1
664 Seiten

Buchumschlag Hoffstadt.indd
Karina Korecky, Andrea zur Nieden

Psychiatrischer Alltag

Zwang und Reform in den Anstalten des Landschaftsverbandes Rheinland (1970–1990)
24.00 

Mit einem Beitrag von Enric J. Novella und Thorsten Noack

RHEINPROVINZ. Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung
und des Landschaftsverbandes Rheinland. Anstaltswelten Bd. 27/II

Seit Anfang der 1970er-Jahre stand die Psychiatrie zunehmend im Blickpunkt einer kritischen Öffentlichkeit. Es begann ein Reformprozess der Anstalten in der Bundesrepublik. Der Landschaftsverband Rheinland, Träger der Landeskrankenhäuser, spielte in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt, wie kontrastreich und widersprüchlich sich die Praxis der Reform aus der Sicht von Patientinnen und Patienten tatsächlich vollzog. Allmähliche Veränderungen des öffentlichen Diskurses, des Behandlungsstils, der Klinikkultur und des Selbstverständnisses von Betroffenen führten zu einem neuen, institutionell manifestierten Verhältnis von Hilfe und Zwang, Schutz und Disziplinierung. Die Montage verschiedener Quellen erzeugt ein vielschichtiges Bild vom Klinikalltag in den ersten beiden Jahrzehnten der Psychiatriereform.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2018 ISBN:
978-3-86331-430-9
359 Seiten

Buchumschlag Sparing.indd
Frank Sparing

Zwischen Verwahrung und Therapie

Psychiatrische Unterbringung und Behandlung im Bereich des Landschaftsverbandes Rheinland von 1945 bis 1970
24.00 

Einführung: Thorsten Noack

RHEINPROVINZ. Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung
und des Landschaftsverbandes Rheinland. Anstaltswelten Bd. 27/I

Die Studie befasst sich mit der Unterbringung und Behandlung von Patientinnen und Patienten in psychiatrischen Anstalten des Landschaftsverbandes Rheinland von 1945 bis 1970. Sie nimmt am Beispiel von sechs Anstalten erstmals die psychiatrische Versorgung einer ganzen Region in vergleichender Perspektive in den Blick. Untersucht werden insbesondere das Verhältnis von Kontinuität und Bruch zum Nationalsozialismus, die Entwicklung des Patientenalltags in psychiatrischen Anstalten sowie die Bedingungen für Modernisierung und institutionellen Wandel der klinischen Psychiatrie.

Download cover Inhaltsverzeichnis September 2018 ISBN:
978-3-86331-431-6
416 Seiten

Buchumschlag Hoffstadt.indd
Anke Hoffstadt

Gehörlosigkeit als „Behinderung“

Menschen in den Gehörlosen­schulen des Landschaftsverbandes Rheinland nach 1945
22.00 

RHEINPROVINZ
Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung
und des Landschaftsverbandes Rheinland, Bd. 27/III

Am Beispiel der Schulen für Gehörlose des Landschaftsverbandes Rheinland beschreibt die Studie die Geschichte von Menschen in Gehörlosenschulen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei spielen Zuschreibungs-Macht und »Anstalt«-Kulturen in der totalen Institution Gehörlosenschule ebenso eine Rolle wie die Verschränkungen von »Taubstummenpädagogik« und Psychiatrie. Die Alltagsgeschichte(n) von Menschen in Gehörlosenschulen in der Zeit der 1950er- bis 1970er-Jahre ist zugleich ganz wesentlich geprägt von den widerstreitenden »taubstummenpädagogischen« Konzepten des Organismus und der Gebärden-Kommunikation. Aus dem Blickwinkel der Dis- / A bility History sind es nicht zuletzt die Stimmen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die einen Einblick geben, wie »Gehörlosigkeit« als soziale und kulturelle Konstruktion von »Behinderung« auch im ausgehenden 20. Jahrhundert Lebenswege bestimmte – und dies bis heute tut.

Download cover Inhaltsverzeichnis August 2018 ISBN:
978-3-86331-412-5
312 Seiten