Winfried Nerdinger/Christoph Wilker (Hrsg.), Die Verfolgung der Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas wurden als erste Glaubensgemeinschaft von den Nationalsozialisten verboten und in der gesamten NS-Zeit rücksichtslos verfolgt. In den Konzentrationslagern erhielten sie mit dem lila Winkel eine eigene Kennzeichnung. Da sie aus Glaubensgründen den Kriegsdienst verweigerten, wurden viele hingerichtet. Artikel 4 Absatz 3 im Grundgesetz der Bundesrepublik – »Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden« – ist eine direkte Antwort darauf. Doch ihr Schicksal wird kaum beachtet. In der DDR wurden die Zeugen Jehovas schon 1950 wieder verboten und eingesperrt. Eine ausdrückliche Rehabilitierung fehlt bis heute.

Wolfgang Benz, Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht“ – Initial zum Holocaust

Mit der „Reichskristallnacht“ begann offene Gewalt gegen Juden, staatlich inszeniert, ausgeübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren. Die Gewalt im November 1938 – Brandstiftung gegen Synagogen, Plünderung und öffentliche Misshandlung der Juden – war ein Rückfall in finstere Barbarei. Ihr folgten die Beraubung und Entrechtung der Juden durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie, Anfang 1939 war die wirtschaftliche und öffentliche Existenz der deutschen Juden zerstört. Ghettoisierung in „Judenhäusern“, Reglementierung des Alltags, Zwangsarbeit und schließlich völliger Rechtlosigkeit folgten das Verbot der Auswanderung, die Kennzeichnung mit dem „Judenstern“, die Deportation in Ghettos und Vernichtungsstätten im Osten und der organisierte systematische Judenmord. Die „Reichskristallnacht“ war der Auftakt zum Holocaust.

Ausgewiesen! Berlin, 28. 10. 1938. Die Geschichte der „Polenaktion“

Herausgegeben von Alina Bothe und Gertrud Pickhan unter Mitarbeit von Christine Meibeck

„Polnische Juden unter Einsatz von Schusswaffen über die Grenze gezwungen“, so fasste die englische Presse am 30. Oktober 1938 Ereignisse des vorangegangenen Wochenendes in Deutschland zusammen. Während der ersten Massendeportation im Nationalsozialismus wurden mehr als 17 000 Jüdinnen und Juden polnischer Staatsangehörigkeit binnen weniger Stunden gewaltsam aus dem Deutschen Reich nach Polen verschleppt. Heute ist die „Polenaktion“, eine bis dahin beispiellose Verfolgungsmaßnahme, weitgehend in Vergessenheit geraten. Der Band zeichnet die Lebenswege von 15 Berliner Familien nach. Essays erläutern den historischen Hintergrund.

Martin Clemens Winter, Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum. Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche

Die Todesmärsche aus den Konzentrationslagern kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren das letzte nationalsozialistische Gesellschaftsverbrechen. Martin Clemens Winter stellt die Rolle der deutschen Bevölkerung bei den Räumungstransporten in den Mittelpunkt seiner Studie, die sich auf zahlreiche neu erschlossene Quellen aus internationalen Archiven stützt. Dabei untersucht er nicht nur den ländlichen Raum, die maßgeblichen Akteure und typische Situationen während der Todesmärsche, sondern auch die Nachgeschichte dieser Massenverbrechen vor der Haustür: die juristische Ahndung durch alliierte und deutsche Behörden, die Suche nach den Opfern sowie Formen der Erinnerung in der DDR und in der Bundesrepublik.

Kerstin Hofmann, „Ein Versuch nur – immerhin ein Versuch“. Die Zentrale Stelle in Ludwigsburg unter der Leitung von Erwin Schüle und Adalbert Rückerl (1958–1984)

Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg befasst sich seit ihrer Gründung 1958 mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Sie diente in den vergangenen Jahrzehnten in Politik, Justiz und Gesellschaft immer wieder als Projektionsfläche der bundesdeutschen Erinnerungsdebatte. Den Grundstein für die noch immer aktive Ermittlungsbehörde legten die ersten beiden Dienststellenleiter, Erwin Schüle (1913–1993) und Adalbert Rückerl (1925– 1986). Erstmals werden ihre untrennbar mit der Zentralen Stelle verbundenen Lebenswege und ihre Verdienste für die strafrechtliche Aufklärung von NS-Verbrechen umfassend dargestellt.

Aleksandr Petscherski, Bericht über den Aufstand in Sobibor

Am 14. Oktober 1943 wagten jüdische Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor, angeführt von Aleksandr Petscherski, den Aufstand: Mit Äxten und Messern bewaffnet, griffen sie ihre Bewacher an und riskierten den Ausbruch. Etwa 300 Gefangenen gelang zunächst die Flucht, aber nur 200 erreichten den nahe gelegenen Wald. Die Erinnerungen von Aleksandr Petscherski sind ein seltenes Zeugnis über Rebellion und Widerstand im Nationalsozialismus.

 

 

 

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Günter Morsch (ed.), Yvonne Dörschel (Support)

The Concentration Camp SS 1936–1945: Division of Labour among the Perpetrators in Sachsenhausen Concentration Camp

An exhibition at the historical site
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Winfried Nerdinger, Christoph Wilker (Hrsg.)

Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in München 1933–1945

Publikation zur Ausstellung
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